Bauen in 2.610 Metern Höhe
Alte Berghütten werden zur Herausforderung für den Alpenverein

Der bevorstehende Umbau der Glungezer-Hütte zeigt die besonderen Anforderungen des Bauens im Hochgebirge. Auf 2.610 Metern Höhe erschweren extreme Wetterbedingungen mit Windspitzen von bis zu 250 km/h die Arbeiten. | Foto: Stefanos Rauchegger
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  • Der bevorstehende Umbau der Glungezer-Hütte zeigt die besonderen Anforderungen des Bauens im Hochgebirge. Auf 2.610 Metern Höhe erschweren extreme Wetterbedingungen mit Windspitzen von bis zu 250 km/h die Arbeiten.
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Der Alpenverein steht vor der Herausforderung, alte Schutzhütten unter schwierigen Bedingungen zu erneuern.

HALL. Viele unserer Berghütten blicken auf eine lange Geschichte zurück und sind inzwischen in die Jahre gekommen. Damit sie auch künftig genutzt werden können, sind umfassende Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Die Finanzierung ist nur eine von mehreren Herausforderungen.

Die Glungezerhütte in Tirol liegt auf 2.610 Metern und ist extremen Wetterbedingungen ausgesetzt. | Foto: Stefanos Rauchegger
  • Die Glungezerhütte in Tirol liegt auf 2.610 Metern und ist extremen Wetterbedingungen ausgesetzt.
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Bauen im Hochgebirge

Ein Großteil der Hütten sind bereits über 100 Jahre alt und müssen in den kommenden Jahren umfassend saniert oder neu errichtet werden. Eine große Herausforderung sind dabei die Kosten, wie Vertreter des Alpenvereins im Rahmen einer Pressekonferenz kürzlich berichten.  Schon die Planung ist aufgrund hoher Anforderungen an Statik und Windlasten besonders aufwendig. Hinzu kommen zahlreiche behördliche Genehmigungsverfahren, die den Projektablauf oft erheblich verlängern. „Die Baukosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Und im Hochgebirge ist Bauen in der Regel rund doppelt so teuer wie im Tal", erklärt Georg Unterberger, Leiter der Abteilung Hütten und Wege im Österreichischen Alpenverein. Der Umbau der Glungezer-Hütte zeigt die besonderen Anforderungen des Bauens im Hochgebirge. Auf 2.610 Metern Höhe erschweren extreme Wetterbedingungen mit Windspitzen von bis zu 250 km/h die Arbeiten. Die kurze Bausaison von Juni bis September und die aufwendige Logistik machen eine genaue Planung unerlässlich. Um Transporte und Abfälle zu minimieren, werden viele Bauteile bereits im Tal vorgefertigt und erst für die Montage auf den Berg gebracht. „In letzter Zeit ist es zudem so, dass – abhängig von der Baukonjunktur – Firmen oft keine Angebote für Projekte am Berg mehr annehmen, wenn die Auftragslage im Tal stabil ist. Dort lässt sich einfacher kalkulieren. Warum sollte man dann eine derart anspruchsvolle Aufgabe im Hochgebirge übernehmen?“, so Unterberger. Hinzu kommen umfangreiche behördliche Auflagen und langwierige Genehmigungsverfahren im Vorfeld.

Umbau Glungezer-Hütte

Die heutige Glungezer-Schutzhütte der Kategorie 1 wurde 1932 ursprünglich als Starthaus für den ersten FIS-Spezialabfahrtslauf errichtet und in den folgenden Jahrzehnten schrittweise erweitert. Für das kommende Jahr sind laut Architekt Armin Neurauter unter anderem zeitgemäße Unterkünfte für Pächter und Personal geplant. „Die Glungezerhütte ist weit mehr als eine Schutzhütte, sie ist ein Wahrzeichen der Region und ein wichtiger Stützpunkt für unsere Bergsteiger", betont Romed Giner, 1. Vorsitzender des Alpenverein Hall in Tirol. Geplant sind unter anderem die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Schlaflager und Sanitärbereiche sowie zeitgemäße Unterkünfte für Pächter und Personal. Im Mittelpunkt steht zudem eine Neuausrichtung der Betriebsorganisation, inklusive Erschließung sowie energetischer, statischer und geologischer Maßnahmen. „Ein wesentlicher Grund für die Maßnahmen sind erhebliche Mängel der bestehenden Bausubstanz. Ohne Sanierung würden wichtige Bereiche langfristig nicht mehr den betrieblichen, energetischen, bautechnischen und gesetzlichen Anforderungen entsprechen", so Giner. Die Zahl der Schlafplätze bleibt mit 48 Betten unverändert. Der Charakter der Hütte soll dabei weitgehend erhalten bleiben. Prägende Elemente wie die historische Prachensky-Stube des Tiroler Architekten Theodor Prachensky aus dem Jahr 1935 sowie die Natursteinfassade bleiben bestehen. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf rund drei Millionen Euro. Während der gesamten Sommersaison 2027 bleibt die Hütte geschlossen. Sanierungen und Neubauten von Alpenvereinshütten zeigen sich auch bei Projekten wie dem Hinteralmhaus, dem Schneealpenhaus, der Reichenstein-Hütte und der Gamskarkogel-Hütte. Sie verdeutlichen die steigenden Anforderungen im Hüttenbau.

Foto: Stefanos Rauchegger

Über den Alpenverein

Der Alpenverein wurde 1862 gegründet und ist heute der größte alpine Verein sowie die größte Jugendorganisation Österreichs. Mit 193 Sektionen und rund 25.000 Ehrenamtlichen fördert er Bergsportarten wie Wandern, Klettern oder Skitouren und stellt dafür eine umfangreiche Infrastruktur bereit. Dazu zählen 223 Hütten, rund 26.000 Kilometer Wege und über 200 Kletteranlagen. Als „Anwalt der Alpen“ setzt er sich zudem für den Schutz und die Erhaltung der alpinen Natur ein.Gleichzeitig wird betont, dass auch im Bereich der Wegerhaltung das Ehrenamt eine wichtige Rolle spielt.Wir haben in ganz Österreich um die 1.200 Ehrenamtliche die diese Wege erhalten und dabei eine große Verantwortung übernehmen", so Unterberger abschließend.

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