Glungezer-Projekt ohne Wattens
Marktgemeinde stoppt weitere Kostenbeteiligung

Die Gemeinde Wattens investierte bereits 419.000 Euro in die Glungezerbahn. Eine weitere Beteiligung sei aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich. | Foto: Kendlbacher
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  • Die Gemeinde Wattens investierte bereits 419.000 Euro in die Glungezerbahn. Eine weitere Beteiligung sei aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich.
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Keine weitere Kostenbeteiligung für regionale Projekte. Die Marktgemeinde Wattens setzt ihren Sparkurs weiter fort. Aus der Wattener Amtsstube hieß es auf MeinBezirkanfrage, dass man sich aufgrund der angespannten finanziellen Lage, nicht weiter an der Fortführung des Projekts „Schartenkogellift Neu“ am Glungezer beteiligen kann.

WATTENS/TULFES. Dass viele Tiroler Gemeinden derzeit finanziell unter Druck stehen, ist allseits bekannt. Besonders deutlich zeigt sich die Lage jedoch in der Marktgemeinde Wattens: Massive Einnahmenverluste bei der Kommunalsteuer, ausgelöst durch den Personalabbau beim Leitbetrieb Swarovski (MeinBezirk berichtete), zwingen die Marktgemeinde Wattens dazu, weiterhin jeden Euro umzudrehen. Wie ernst die Situation wirklich ist, wurde vor allem in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, als über die Beschlüsse zur finanziellen Beteiligung abgestimmt wurde.

Finanzielle Lage zwingt Wattens zu Ablehnung der Glungezer-Beteiligung. | Foto: Kendlbacher
  • Finanzielle Lage zwingt Wattens zu Ablehnung der Glungezer-Beteiligung.
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Keine Kostenbeteiligung

Während viele Nachbargemeinden Geld in das Glungezer-Projekt investieren, beteiligt sich Wattens diesmal nicht. Mit 10:5 Stimmen bei vier Enthaltungen sprachen sich die Mandatarinnen und Mandatare in Wattens gegen eine Kostenbeteiligung am neuen „Schartenkogel-Express“ am Glungezer aus, denn diesmal hätte Wattens 47.000 Euro beisteuern müssen. Die finale Ausbaustufe im Skigebiet sieht bekanntlich unter anderem einen modernen, beheizbaren Sechser-Sessellift anstelle der bestehenden Anlage vor. Die Bergbahn und die Standortgemeinde Tulfes hatten dafür erneut 18 Umlandgemeinden um finanzielle Unterstützung als Teil der Finanzierung gebeten. MeinBezirk hat beim Wattner Bürgermeister Lukas Schmied nachgefragt. „Die Marktgemeinde Wattens hat bereits 419.000 Euro in die Glungezerbahn investiert. Die Finanzlage von Wattens hat sich aufgrund des Verlustes von rund 4.000 Arbeitsplätzen massiv verschlechtert. Zugleich muss Wattens regionale Sportstätten wie Eislaufplatz, Alpenbad oder Kletterhalle alleine erhalten. Eine neuerliche Beteiligung am Glungezer können wir uns unter diesen Voraussetzungen einfach nicht mehr leisten“, sagt Bgm. Schmied. Er betont außerdem, dass Wattens insgesamt nach Hall und Absam den größten Beitrag am Glungezer geleistet hat (die Standortgemeinde Tulfes ausgenommen). „Wir stehen hinter unserem Skiberg und haben damit längst bewiesen, dass wir unserer Verantwortung in der Region mehr als gerecht werden. Solange Wattens deren gesamten Abgang und jede Investition alleine stemmen muss, kann die Gemeinde keine zusätzlichen Gelder in Freizeitprojekte außerhalb des Planungsverbandes stecken“, so Schmied weiter. Der Ortschef betont zudem, dass die finanziellen Gründe langfristig zu betrachten seien. „Wattens muss alle seine Kräfte bündeln, um die regionalen Sportstätten in Wattens langfristig zu erhalten. Alle, die sich am Glungezer beteiligen, sind herzlich eingeladen, sich auch in Wattens an der regionalen Infrastruktur zu beteiligen, die seit Jahrzehnten gerne von der gesamten Region genutzt wird.“ Auf Nachfrage beim Tulfer Bürgermeister erklärt Martin Wegscheider, dass ein Großteil der Gemeinden die Anfrage positiv aufgenommen habe und wieder bereit sei, einen Beitrag für dieses regionale Erfolgsprojekt zu leisten. Dass Wattens diesmal nicht dabei ist, stimmt Wegscheider zwar nachdenklich, gleichzeitig habe er aber auch Verständnis für die Situation. „Ich freue mich, dass sonst alle Gemeinden beim Endausbau dabei sind", so Wegscheider abschließend.

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