Interview
Trainer Akif Güclü verlässt den SV Hall

Nach fünf Jahren verlässt der SV-Hall Trainer Akif Güclü den Verein, mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
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HALL. Seit fünf Jahren ist Akif Güclü Trainer der Haller Löwen. Nach seinen großartigen Erfolgen und dem Aufstieg in die Regionalliga wird der 38-Jährige sich eine kleine Verschnaufpause gönnen. Diese Entscheidung fiel dem Löwenbändiger, der auch seine Wurzeln beim SV-Hall hat, nicht leicht. Die BEZIRKSBLÄTTER trafen Coach Güclü am Sportplatz Untere Lend, wo alles begann.

BEZIRKSBLÄTTER: Nach fünf Jahren als Trainer beim SV Hall hören Sie plötzlich auf. Was war der Grund für diese Entscheidung?
Akif Güclü: Diese Entscheidung war für mich sicher nicht einfach. Mit der Zeit war einfach die Luft draußen. Die Doppelfunktion als sportlicher Leiter und Trainer der Kampfmannschaft eins war eine große Belastung. Meine Ziele, die ich mir damals vorgenommen habe, sind erreicht. Somit wurde es vielleicht auch an der Zeit weiterzudenken und neue Wege einzuschlagen. Es war eine tolle Zeit, der Vorstand hat mich gut unterstützt und auch die Spieler waren motiviert. Für die finanzielle Unterstützung bin ich auch der Stadt Hall sehr dankbar.

Wie war die erste Reaktion der Spieler nach der Bekanntgabe?
Die Spieler waren anfangs schockiert, weil sie damit nicht gerechnet hatten. Ich glaube einige hatten es schon vermutet, dass im Sommer so eine Entscheidung kommt. Aber die meisten verstehen es auch und es gab auch super Rückmeldungen dazu.

Wie sehr schmerzt es, diese Saison nicht zu Ende spielen zu können?
Ja, es schmerzt natürlich sehr. Wir waren insgesamt auf einem super Weg und hatten ja über zehn Wochen eine gute Vorbereitung. Vor allem wären wir auch beim Tiroler-Cup dabei. Mein Ziel war es, in diesem Wettbewerb bis ins Finale zu kommen und dieses Potenzial hätten wir durchaus gehabt. Ich glaube auch, dass wir in der Meisterschaft gut abgeschlossen hätten. Es ist total bitter, dass nach so vielen Anstrengungen und den ganzen Vorbereitungen am Gardasee so eine Krise kommt und alles niederschlägt. Das trifft uns und viele andere Vereine sehr hart.

Was waren für Sie die schönsten Momente in den letzten Jahren?
Auf jeden Fall der Aufstieg in die Regionalliga. Das war auch hart erarbeitet, obwohl andere Vereine sicher viel mehr investiert haben. Aber auch die halbe Regionalliga Tirol Saison, das war unglaublich. So was gab es in den letzten zehn Jahren nicht in Hall. Das Zuschauerinteresse war sehr groß und es war echt viel los. Da waren ein paar richtig gute Spiele dabei.

Haben Sie schon Pläne für die Zukunft?
Momentan genieße ich einfach die Zeit – trotz Corona. Ich brauche mir momentan keine Gedanken zu machen, was ich trainiere und mit wem ich verhandeln muss. Natürlich bin ich noch zu jung für die Fußball-Pension, aber vorerst werde ich mal abwarten, wo sich etwas ergibt und wo ich auch Chancen sehe, um etwas aufzubauen.

Wie steht es momentan um den Fußball in Tirol?
Es ist total schlimm. Es betrifft natürlich viele Sportarten, nicht nur den Fußball selbst. Aber als Trainer bin ich selber betroffen. Das Training, die Spiele und das soziale Umfeld, das alles fehlt mir sehr. Ich verstehe natürlich die Maßnahmen, die Gesundheit geht vor. Mittlerweile hat sich in Deutschland ja was getan. Dort dürfen die Amateure mit 30. Mai wieder mit dem Training und der Meisterschaft starten. Bei uns darf man voraussichtlich ab 15. Mai wieder trainieren, mit zwei Meter Abstand. Das ist für mich schon eine positive Entwicklung, aber die Ungewissheit darüber, wann die Meisterschaft wieder anfängt, macht alles kaputt. Ich kann die Spieler nicht für mehrere Wochen nur mit Pass- und Schussübungen motivieren. Derzeit haben die Spieler kein Ziel vor den Augen – dabei braucht jeder Sportler ein Ziel.

Was bedeutet diese Entwicklung für den Tiroler Fußball?
Naja, finanziell wird es sicher nicht einfach für die Vereine. Viele werden es auf jeden Fall spüren, egal ob Profi oder Amateure. Zuerst werden alle Firmen die Lage mal abschätzen und Sponsoren werden vermutlich die Ausgaben reduzieren. Aber auch aus sportlicher Sicht ist es ein Rückschritt. Der Nachwuchs wird sehr darunter leiden und auch Talente gehen verloren, wenn das Training nicht vorhanden ist. So ein Szenario ist sehr schlimm und ich kann nur hoffen, dass es bald wieder losgeht.

Gibt es für die Haller Löwen schon einen Nachfolger?
Der Vorstand wird sich jetzt natürlich nach einem Nachfolger umschauen. Ich werde sicherlich nicht sofort gehen, da ich doch viele Informationen habe, was Spielerverträge anbelangt. Hier werde ich sicher dem Obmann zur Seite stehen und wo es geht, auch unterstützen.

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Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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