Wald
Jagd in Schonzeit erhitzt Gemüter

Roman Berger, Obmann der Waldgenossenschaft St.Lorenzen im Gitschtal, ist verantwortlich für die Wiederherstellung der Schutzwald-Funktion für die Ortsbevölkerung
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Die Sonnenseite des Gitschtales wurde im Dezember mit Landesregierungs-Bescheid zur „Wild-Freihaltezone“ erklärt.

GITSCHTAL (jost). „Besondere Ereignisse erfordern halt manchmal auch besondere Gegen-Maßnahmen“, erklärt Vollerwerbsbauer Roman Berger aus St.Lorenzen im Gitschtal im Gespräch mit der WOCHE.
Wie bekannt, hat im Gitschtal am 10.August 2017 ein verheerender Sturm hunderte Hektar Wald binnen weniger Minuten vernichtet, wodurch auch die Schutzwaldfunktion für St.Lorenzen mit einem Schlag verloren ging.
In seiner Funktion als Obmann der örtlichen Agrargemeinschaft trägt Berger die volle Verantwortung für die Einleitung gesetzlich vorgeschriebener Sofort-Maßnahmen zur Wiederbewealdung der Windwurfflächen, um die Schutzfunktion des Waldes, im Besonderen die Objektschutzfunktion für die Ortschaft St.Lorenzen, ehestmöglich wieder herzustellen.


Aufforstung

Daher wurde Zug um Zug mit dem Abtransport der großen Schadholzmengen bzw. unmittelbar daran anschliessend mit massiven Aufforstungs-Arbeiten im Einvernehmen mit der Bezirks-Forstinspektion begonnen. Allerdings, wie von Experten befürchtet, wurden die vielen frisch gesetzten Forstpflanzen vom Wild wie ein „Selbstbedienungs-Laden“ verstanden. Enorme Verbiss-Schäden waren die logische Folge und erschwerten die Wiederbewaldung des geschädigten Gebietes massiv.


Zu hoher Wildbestand

Von erfahrenen Waldbesitzern war immer häufiger die Meinung zu hören: „Der Wildbestand in unseren Wäldern ist einfach viel zu hoch.“ Vor diesem Hintergrund wurde von der Bezirksforstinspektion Hermagor im Mai 2018 bei der Kärntner Landesregierung der Antrag auf eine „Wild-Freihaltezone“ eingebracht. Bezirksforstinspektor Wilfried Strasser: „Diese Maßnahme als „ultima ratio“ wurde mit Bescheid vom 4.Dezember 2019 für einen Bereich von ca 1.100 Hektar angeordnet und gilt als letztmögliche einschneidende jagdrechtliche Maßnahme.“


Sicherheit geht vor

Roman Berger: „Wir Waldbauern sehen diesen Bescheid, der eine Bejagung auch in der Schonzeit erlaubt, als Vernunft-Lösung im Sinne der Sicherheit der Gitschtaler Bevölkerung. Dass wir, und natürlich auch unsere Jäger, mit dieser Lösung keine wirkliche Freude haben, versteht sich von selbst. Und eines darf dabei auch nicht unerwähnt werden: Selbstverständlich sind tragende Tiere jeder Art von jeder Abschuss-Erlaubnis strikt ausgenommen.“
Jedenfalls wartet auf lange Sicht an einer sinnvollen Lösung für die Koexistenz Wald-Wild noch viel Arbeit.

Schonzeit problematisch 

Tierarzt und Aufsichtsjäger Thomas Waysocher stellt klar: "Natürlich muss das Wild in unserer Kulturlandschaft zum Schutz des Waldes reguliert werden, aber nicht in der Schon- und Notzeit! Wollen wir einen Wald ohne Wild?"

Autor:

Hans Jost aus Hermagor

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