Bezirk von Hitze geplagt
So trotzen die Hollabrunner der glühenden Sonne
- Während die Gäste entspannen, sorgen die Bademeister Hannes Reindl und Manuel Moormann für Sicherheit und einen reibungslosen Badebetrieb.
- Foto: Alexandra Goll
- hochgeladen von Alexandra Goll
Die Temperaturen steigen seit Tagen deutlich über die 30-Grad-Marke. Während viele Menschen unter der Hitze leiden, bleibt die Lage für die Einsatzkräfte im Bezirk Hollabrunn bislang überschaubar. Das Rote Kreuz registriert keinen außergewöhnlichen Anstieg hitzebedingter Einsätze. In Retz setzt Bürgermeister Stefan Lang auf vernünftige Kleidungsvorschriften und einfache Maßnahmen zur Abkühlung.
BEZIRK HOLLABRUNN. Die aktuelle Hitzewelle stellt viele Menschen vor Herausforderungen. Besonders ältere Personen, chronisch Kranke und Menschen, die im Freien arbeiten, gelten als gefährdet.
Keine auffällige Zunahme bei Rettungseinsätzen
Beim Roten Kreuz Hollabrunn beobachtet man die Entwicklung. Von einer außergewöhnlichen Belastung kann derzeit jedoch keine Rede sein.
- Foto: Alexandra Goll
- hochgeladen von Alexandra Goll
„Natürlich gibt es immer wieder Einsätze aufgrund von Kreislaufproblemen oder Zusammenbrüchen. Aktuell sehen wir aber keine auffällige Häufung solcher Fälle“, berichtet Günther Wiehart vom Roten Kreuz Hollabrunn.
Als Grund dafür sieht er auch ein gestiegenes Bewusstsein in der Bevölkerung: „Viele Menschen haben aus den vergangenen Hitzesommern gelernt. Sie meiden die größte Hitze, trinken ausreichend und passen ihren Tagesablauf entsprechend an.“
Auch am Klinikstandort Hollabrunn ist derzeit kein Anstieg des Patientenaufkommens – weder im stationären noch im ambulanten Bereich - aufgrund von hitzebedingten Beschwerden zu verzeichnen. Beschwerden treten häufig bei älteren Personen und bei jenen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Herz- oder Nierenerkrankungen), bei pflegebedürftigen immobilen Menschen und bei Personen, welche im Freien arbeiten, auf. Die Beschwerden und Symptome sind beispielsweise durch Flüssigkeitsmangel bedingt.
Kurze Hosen im Amt sind kein Problem
Auch in den Gemeinden stellt die Hitze den Arbeitsalltag auf die Probe. In Retz dürfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchaus auf sommerliche Kleidung setzen – solange sie dem Anlass entsprechend ist.
- hochgeladen von Alexandra Goll
Bürgermeister Stefan Lang verfolgt dabei einen pragmatischen Zugang: „Für mich steht nicht die Länge der Hose im Vordergrund, sondern ob die Kleidung angemessen ist. Kurze Hosen können durchaus passend sein. Umgekehrt ist man nicht automatisch korrekt gekleidet, nur weil man eine lange Hose trägt.“
Je nach Termin und Anlass sei selbstverständlich auf ein entsprechendes Erscheinungsbild zu achten. „Wer etwa einen offiziellen Termin wahrnimmt, sollte sich natürlich auch dementsprechend präsentieren“, so Lang.
Abkühlung im Freibad als Energiekick
Auch der Bürgermeister selbst hat seine Strategien, um die heißen Tage gut zu überstehen. Neben ausreichend Flüssigkeitszufuhr setzt er auf kurze Auszeiten.
- Bei 34 Grad und höher suchen die Badegäste im Hollabrunner Freibad Abkühlung im 24 Grad kühlen Wasser.
- Foto: Alexandra Goll
- hochgeladen von Alexandra Goll
„Viel Wasser trinken ist für mich das Um und Auf. Und wenn es der Terminkalender zulässt, gönne ich mir auch einmal einen kurzen Abstecher ins Freibad“, erzählt Lang mit einem Schmunzeln.
Danach gehe es mit neuer Energie zurück an die Arbeit: „Anschließend kann ich wieder mit vollem Elan für die Stadt Retz und ihre Bürgerinnen und Bürger tätig sein.“
Die Prognosen lassen vermuten, dass die Hitze den Bezirk noch einige Tage begleiten wird. Umso wichtiger bleibt es, ausreichend zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden und auf die Signale des eigenen Körpers zu achten.
Das ist "tropisch"
34 Grad zeigte das Thermometer zur Mittagszeit im Hollabrunner Freibad. Für die Gäste gibt es bei diesen Temperaturen nur eines: ab ins 24 Grad kühle Wasser. Um zu hohe Wassertemperaturen zu vermeiden, wurde sogar die Solaranlage abgeschaltet. Denn warmes Wasser begünstigt die Vermehrung von Bakterien und würde einen höheren Chemieeinsatz erforderlich machen.
- Bademeister Manuel Moormann und Hannes Reindl sorgen auch an heißen Tagen für die Sicherheit der Badegäste.
- Foto: Alexandra Goll
- hochgeladen von Alexandra Goll
Für Geschäftsführer und Bademeister Hannes Reindl bedeutet die Hitze Schwerstarbeit. „Ich versuche, mich möglichst im Schatten aufzuhalten, trinke viel Wasser und springe zwischendurch auch einmal ins Becken“, sagt er.
Dabei sei der Beruf weit mehr als die Aufsicht am Beckenrand: „Wir kümmern uns um die Wasseraufbereitung, sorgen für die Sicherheit der Badegäste und erledigen viele handwerkliche Arbeiten. Wir sind gleichzeitig Maurer, Elektriker, Installateure und Gärtner.“ Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 gehört für Reindl und seinen Kollegen Manuel Moormann zum Arbeitsalltag.
Tipps bei extremer Hitze
Das Landesklinikum Hollabrunn gibt Tipps, worauf man an heißen Tagen besonders achten soll. An sehr heißen Tagen ist es besonders wichtig, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Weitere präventive Maßnahmen sind das Meiden von körperlich anstrengenden Tätigkeiten und der Aufenthalt im Freien, besonders in der Mittagszeit. Kopfbedeckungen und leichte Kleidung sowie das Vermeiden von alkoholischen oder stark zuckerhaltigen Getränken, das Einnehmen von leichten, kleineren Mahlzeiten können ebenfalls zu einem verbesserten Wohlbefinden beitragen. Gezieltes Lüften in den Morgen- und Abendstunden trägt überdies zu einem angenehmeren, kühleren Raumklima in den Wohnräumen bei und macht dadurch die Hitze erträglicher.
Das könnte dich auch interessieren
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.