8. Obertöne Kammermusiktage im Stift Stams
Großes musikalisches Vermächtnis – anspruchs- und lustvoll aufbereitet
- Das Ensemble führte im wunderschönen Ambiente des Stiftes auf eine Zeitreise durch die großen Stationen der Kammermusik.
- hochgeladen von Alexandra Rangger
STAMS(alra). Als Fixpunkt in der Tiroler Kulturlandschaft haben sich die Kammermusiktage der Obertöne längst und zurecht etabliert. Auch in der 8. Auflage, die am 15. September mit insgesamt vier Konzertabenden startete, begeisterte das Festival durch ein stark besetztes Ensemble sowie ein facettenreiches Programm. Eingebettet in die große und geschichtsträchtige Kulisse des Bernardisaales geriet der akustische und optische Eintritt in das „Chamber Music Wonderland“ zum stimmungsvollen Erlebnis.
Dass sich der Begriff Kammermusik als offener und unkonventioneller Raum voller Möglichkeiten bespielen lässt und überdauernde Aussagen der Musik durchaus mit modernen Elementen und gewagten Experimenten kombinierbar sind, beweist die Konzertreihe der Obertöne kontinuierlich. Toni Innauer, der als Obmann des Obertöne Kammermusikvereins, die Schritte des internationalen Ensembles begleitet, ist zurecht stolz auf die hohe Qualität, die alljährlich geboten wird und die wertschätzende Aufmerksamkeit, die der Veranstaltung entgegengebracht wird.
Vertrautes Ensemble, bewährtes Konzept
Mariya Nesterovska und Hubert Mittermayer Nesterovskiy prägen das Konzept seit Jahren – mit der künstlerischen Leitung haben die beiden MusikerInnen eine Aufgabe übernommen, die sie mit Engagement und Konsequenz umsetzen. Mit der virtuosen Obertöne-Besetzung, bestehend aus Mariya Nesterovska (Violine), Nenad Lečić (Klavier), Rafael Bonavita (Gitarre), Hubert Mittermayer Nesterovskiy (Fagott), François Guerrier (Cembalo, Orgelpositiv), Jan Krigovsky (Violone), Marcelo Nisinman (Bandoneon), Leonhard Roczek (Violoncello), Tobias Steinberger (Percussion) und Chris Norz (Drums), gelingt es immer wieder aufs Neue die Emotionen und die Lebendigkeit des musikalischen Nachlasses aus Jahrhunderten zugänglich zu machen. Das Repertoire erlaubt einen imposanten Einblick in die unterschiedlichen Gefühlswelten der großen Komponisten und in die stilistischen Nuancen ihrer Epochen. Vor allem aber erlaubt es ein Teilhaben an der Fähigkeit der MusikerInnen, dieses Vermächtnis berührbar und in mutiger Eigenständigkeit zeitgemäß zu interpretieren – nicht nur Kenner, auch Neuentdecker dürfen sich somit dem Genre der Kammermusik öffnen und so manche Vorbehalte in Richtung Langeweile abstreifen.
Imposantes Repertoire, gefühlvoll interpretiert
Die vier Konzertabende der diesjährigen Reihe beinhalteten eine variantenreiche Stückauswahl – als Leitfaden lässt sich seit Jahren der Wunsch erkennen, die Musik bei den ZuhörerInnen dort ankommen zu lassen, wo sie ihren Ursprung genommen hat – in tiefen Gemütsbewegungen. Die Komponistenriege reichte von Jules Massenet, Julio de Caro, Astor Piazzolla, Domenico Scarlatti, Johann Ernst Galliard, Carlos Gardel, Robert Schumann, Johannes Brahms, Gaetano Chiabrano, Santiago de Murcia, Jean-Babtiste Barriere, Kurt Weill, Johann P. v. Westhoff, Sergei Rachmaninow, Antonio Vivaldi, Bert Breit, Dmitri Ponomarew, Giovanni B. Platti, Rafael Catalá, Giovanni A. Bertoli, Dmitri Schostakowitsch, Gija Kantscheli, Tarquinio Merula, Pierre-Max Dubois, Santiago de Murcia, Claude Bolling bis hin zu den Ensemble-Mitglieder Marcello Nisinman, Tobias Steinberger und Chris Norz – der Streifzug umfasste dadurch ereignisreiche fünf Jahrhunderte. Ein imposantes Kammerrepertoire breitete sich in all seinen Farben und Kontrasten vor dem Publikum aus – zwischen Massenet, Piazolla, Schumann und Brahms fand sich bereits am Eröffnungsabend Raum für Schattierungen zwischen leiser Melancholie und nachdrücklicher Passion, zwischen Walzer und Tango. Dank der Wandlungsfähigkeit der Obertöne-MusikerInnen lässt sich dieser große musikalische Stimmungsbogen abbilden – auch abseits von gewohnten Klangbildern – manch künstlerisch-kreative Grenzüberschreitung schicken die Interpreten als mutigen Impuls ins Publikum. Die Freude am Spiel ist unüberseh- und unüberhörbar – detailverliebt und doch mit einer guten Portion Leichtigkeit umgesetzt.
Berührt und begeistert
Die Obertöne nahmen die Gäste im prachtvollen Bernardisaal erneut mit auf eine lustvolle Tour zu besonderen Stationen der Kammermusik der vergangenen Jahrhunderte. Mit Hingabe, Temperament und Können führte das Ensemble sein Publikum unmittelbar an die Schönheit eines Genres heran – gekonnt bewahrt, dynamisch weiterentwickelt und anspruchsvoll interpretiert.
Info: www.obertone.at
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