Werner Holzner und Burkhard Fiechtner forschen nach alten Bewässerungs-Systemen
"Waal-Forscher" bohren tief in der Geschichte

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OBERLAND. Der Oberländer Werner Holzner hat ein bewegtes Leben hinter sich, ursprünglich hat er Architektur studiert, um dann als Eishockey-Profi und später als Sportmanager in Italien zu reussieren. Nachden bewegten Jahren in Italien hat er sich schließlich entschlossen, in seinem zweiten Lebensabschnitt Archäologie und Geschichte zu studieren und mit dem Magistertitel zu beenden. 2008 gründete er eine Grabungsfirma. Besonders fasziniert hat Holzer seitdem die Geschichte der alten Tioler Bewässerungs-Systeme, auch Waale genannt.
„Das Tiroler Oberland ist ein inneralpines Trockengebiet. Deshalb musste seit Jahrhunderten bewässert werden. Viele Wiesen in der Region werden noch immer durch etliche kleine Waale, Verrohrungen und Schläuche aus den Bächen bewässert. Neun Waalanlagen im Tiroler Oberland wurden heuer im Herbst in das immaterielle Kulturerbe aufgenommen, da die Rieselbewässerung ein altes Kulturerbe darstellt“, erklärt Holzer.
Mit dem Mathematiker und EDV-Spezialisten Burkhard Fiechtner hat er für seine aufwändigen Forschungen einen kongenialen Partner und auch mehrere „Symphatisanten“ gefunden, mit denen er seit mehr als fünf Jahren die unterschiedlichsten Exkursionen im Oberland unternimmt. Sogar Drohnen kommen dabei zum Einsatz – alles wird penibel dokumentiert und kartiert.
Nach der langjährigen Recherche will Holzner nun ein umfangreiches Buch schreiben, in dem die rund 900-jährige Geschichte der mehr als 900 Waale in Tirol aufgearbeitet wird.
„Noch immer bilden viele Waale das Bewässerungs-System für landwirtschaftliche Anlagen, die Haiminger Obstbauern sind an dieser Stelle zu erwähnen“, ergänzt Fiechtner.
Dabei wird das ursprünglich zur landwirtschaftlichen Bewässerung verwendete kostbare Nass immer mehr für die Energiegewinnung, bzw. Beschneiung abgezweigt.
In Serfaus etwa sind nur noch wenige Waale in Verwendung.
Das Gebiet von Faggen und Prutz wird aber immer noch großflächig bewässert. Manchmal dient das Wasserwasser auch dem Frostschutz.
Der Kegwaal war mit 14 km Gesamtlänge der längste Waal des Oberlandes. Auch im Großraum Imst sind viele historische Waale zu finden.
Der Geierbukelwaal führte teils in mächtigen Rohren von Hochimst bis zum Hochrinne über der Bundesstraße.
Erwähnenswert ist auch der Neureithwaal der vom Schinderbach aus den See in Hochimst speist. Am Marchbach wird der Wresenwaal eingespeist, der über viele Kilometer zum Starkenbergersee und weiter ins Gurgeltal das Wasser leitet.
Auch in Obtarrenz fanden die beiden Waal-Forscher ein besonders schönes Beispiel der Berieselung für das immaterielle Kulturerbe.
Der Waal führt vom Pillerbach zum Grillebach und weiter zum Mühlbach an dem früher 13 Wasserräder angetrieben wurden. Heute ist nur noch eine Mühle erhalten.
Werner Holzner warnt: „Die Sanierung des Waals von Roppen wäre dringend anzugehen, damit das Wasserecht nicht verfällt. Der Roppenerwaal führt über eine Holzbrücke vom Walderbach über den Inn, die auch von Fußgängern benutzt wird.“

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