Kommentar zur Wiener City
Der Wut auf Karl Lueger sollte Raum gegeben werden
- Unser Redakteur Fabian Franz und seine Meinung zu den neuen Beschmierungen am Karl-Lueger-Denkmal.
- Foto: Mach
- hochgeladen von Fabian Franz
Das Karl-Lueger-Denkmal polarisiert. Für viele Menschen ist es kaum auszuhalten, dass ein erklärter Antisemit ein so prominentes Denkmal in Wien erhält. Warum Beschmierungen die Kontextualisierung auch verstärken können, erklärt MeinBezirk-Redakteur Fabian Franz in seinem Kommentar.
WIEN/INNERE STADT. Unten liest du die aktuellsten Informationen rund um das Karl-Lueger-Denkmal. Und ja, du liest nicht das erste Mal darüber. Die umstrittene Statue ist nun schon seit vielen Jahren eines der Themen im Bezirk.
Seien es gestiegene Kosten bei der Kontextualisierung, die Neigung um 3,5 Grad selbst oder auch Beschmierungen. Wirklich glücklich macht das Denkmal anscheinend die wenigsten. Neue Beschmierungen zeugen von dieser Wut.
Raum für Wut
Nun wäre es natürlich naheliegen, dass man den Schriftzug "Shame" auch wieder entfernen wird. Aber warum nicht umdenken? Lassen wir das Denkmal so, wie es ist. Lassen wir den Menschen die Kontextualisierung, die sie sich anscheinend wünschen.
Denn auch wenn Karl Lueger in seiner Zeit als Wiener Bürgermeister einiges für diese Stadt erreicht hat – als Antisemit und Vorbild Hitlers hat er auch zahlreiche Leben zerstört. Die Wut, vor allem in der jüdischen Bevölkerung, ist also nachvollziehbar. Als weltoffene Stadt wie Wien sollte man diese Wut auch aushalten und den Menschen die Kontextualisierung lassen, die sie wollen.
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