Volksgruppe wehrt sich
Standortfrage um Roma-Denkmal führt zu Protest
- Zahlreiche Roma-Organisationen setzen sich für einen zentralen Platz für ein Mahnmal ein.
- Foto: Stephan Mussil
- hochgeladen von Fabian Franz
Bereits 2022 wurde beschlossen, dass in Wien ein Mahnmal für die Verbrechen der Nazis gegenüber Roma und Sinti entstehen soll. Bisher ist hier leider nicht wirklich was passiert. Aktuell sorgt die Standortfrage für Diskussionen.
WIEN/INNERE STADT/NEUBAU. Eigentlich könnte es bereits einen neuen Gedenkort in Wien geben, doch es zieht sich. Denn die Realisierung eines Mahnmals für die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti hat zu einem Konflikt zwischen Roma-Organisationen und dem Nationalfonds geführt.
Während der Volksgruppenbeirat der Roma den Schmerlingplatz als Standort fordert, lehnt der Nationalfonds diesen ab und favorisiert stattdessen den Weghuberpark. "Der Schmerlingplatz wurde fachlich geprüft und als nicht geeigneter Standort für die Gedenkstätte befunden", heißt es von einem Sprecher des Nationalfonds. Als Grund dafür nennt man sensible Wurzelbereiche und das Fehlen von Flächen für Gedenkveranstaltungen.
"Erinnerungspolitische Wirksamkeit"
Ein Gedenkort an prominenter Stelle am Ring solle eine "erinnerungspolitische Wirksamkeit" garantieren, die über eine reine Namensmauer hinausgeht, hält Mirjam Karoly vom Volksgruppenbeirat dagegen. Er soll ein Gedenkort für die Opfer sein, der auch als Schauplatz der Vermittlung fungiert und die Botschaft "Niemals wieder!" im Herzen der Demokratie verankert.
- Mit dem Weghuberpark zeigt man sich wenig zufrieden.
- Foto: Andrea Peetz
- hochgeladen von Andrea Peetz
Mit einer Protestaktion am Schmerlingplatz machten nun zahlreiche Roma-Organisationen auf ihre Forderung aufmerksam. Der Volksgruppenbeirat hat sich in Abstimmung mit ihnen für den bevorzugten Ort am Schmerlingplatz ausgesprochen. Weiters setze man sich für eine internationale Ausschreibung und die Einbindung der Roma-Community in die Auswahlkommission und Umsetzung ein, erklärt Karoly weiter. Seitens des Nationalfonds heißt es, dass für Ende Februar ein gemeinsamer Termin angesetzt sei.
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