10.07.2018, 15:00 Uhr

Ausschreibung für Begegnungszone Rotenturmstraße gestartet

Die Begegnungszone Rotenturmstraße rückt langsam in greifbare Nähe. (Foto: Paul Martzak-Görike)

Die Magistratsabteilung 19 (Architektur und Stadtgestaltung) hat die Ausschreibung für die Umgestaltung der Rotenturmstraße gestartet. City-Chef Markus Figl ortet erneut mangelnde Absprache mit der Bezirksvorstehung.

INNERE STADT. Die Rotenturmstraße soll zur Begegnungszone werden und jetzt wird es ernst. Vergangene Woche wurde von der Magistratsabteilung 19 (Architektur und Stadtgestaltung) die Ausschreibung für das Umgestaltungsverfahren ausgeschickt. Laut dieser soll die gesamte Rotenturmstraße zur Begegnungszone werden. Im ersten Schritt, werden Interessenten für die Oberflächengestaltung gesucht, im zweiten Schritt werden diese um Ideen gebeten. Bis Ende 2018 soll der Detailplan stehen und 2019 soll der Umbau starten.

Das sorgt für Ärger beim Bezirksvorsteher der Inneren Stadt Markus Figl (ÖVP). "Das ist zum wiederholten Male ein Alleingang von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). Die Ausschreibung mit dem Zwang der Umgestaltung der Rotenturmstraße in eine Begegnungszone ist reiner ideologischer Aktionismus", sagt der City-Chef. Selbst Experten der TU würden eher zu einer Fußgängerzone raten - die bz hat berichtet. "Es muss um die direkt betroffenen Anrainer gehen", argumentiert Figl.


Nichts abgesprochen

Beim Thema Bürgerbeteiligung oder Einbindung des Bezirks bei größeren Planungsvorhaben, hat es schon in der Vergangenheit Streit zwischen Figl und Vassilakou gegeben. So etwa bei der Neuvergabe der Flächen am Donaukanal oder beim Thema Anwohnerparken. Erneut soll es zwischen den beiden keine Absprache gegeben haben. "Die Bezirksvorstehung ist keine Ihnen nachgeordnete Dienststelle und kein Befehlsempfänger. Wie kommen Sie dazu, uns ohne unsere Zustimmung in so eine Ausschreibung hineinzuschreiben", so Figl. Man würde beim Lesen der Ausschreibung den Eindruck bekommen die Bezirksvorstehung stehe hinter dem Projekt, "das ist aber nicht der Fall", sagt der Bezirkschef.

Vonseiten der Vizebürgermeisterin versichert man dem Bezirk das Mitspracherecht. Schließlich wird die Bezirksvorstehung auch in der Jury sitzen, die die Projekte beurteilt. "Eine Jury wird die Ideen bewerten und diskutieren und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge machen. In dieser Jury besitzt die Bezirksvorstehung Innere Stadt eine gewichtige Stimme und wird gebeten, davon - als gewählte Vertreterin der Bürger der Inneren Stadt - Gebrauch zu machen", heißt es aus dem Büro der Vizebürgermeisterin.

Oberstes Ziel ist eine Verbesserung der aktuellen Situation, sei sie doch höchst unausgeglichen: 60.000 Fußgänger und 3.000 Autos sind täglich auf der Straße unterwegs. Warum eine Begegnungszone? "Begegnungszonen können sehr vielfältige Erscheinungsformen haben. Sie können aussehen wie die Wehrgasse, die Lange Gasse oder die Mariahilfer Straße", so eine Sprecherin aus dem Rathaus. Außerdem schließen sie keinen Verkehrsteilnehmer aus.
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Robert Wallner aus Leopoldstadt | 10.07.2018 | 18:16   Melden
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