20.04.2016, 08:03 Uhr

Pressefreiheit: Österreich fiel von sieben auf Platz elf zurück.

Alljährlich veröffentlicht die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" eine internationale Rangliste der Pressefreiheit. Im Fokus steht diesmal die Türkei - aber auch Deutschland rutscht ab. Österreich fiel von Rang sieben auf Platz elf zurück.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen zählt in diesem Jahr bereits 13 Journalisten, die aufgrund der Ausübung ihrer Arbeit starben. Zusätzlich sind derzeit 147 Journalisten, 14 Medienassistenten und 161 Onlineaktivisten und Bürgerjournalisten in Haft.

Österreich

Der Grund für das schlechtere Abschneiden Österreichs seien "die zeitweilige Informationssperre in Traiskirchen, die mangelnde öffentliche Transparenz durch das nach wie vor gültige Amtsgeheimnis sowie die auffallend große Menge an Regierungsinseraten in speziellen Medien", sagte ROG-Österreich-Chefin Rubina Möhring.

Die NGO kritisiert auch die Versuche der Regierung, über gezielte Besetzung von Führungspositionen im ORF Einfluss ausüben zu wollen. Ebenso werfen Kritiker der österreichischen Regierung vor, Antiterrorgesetze zur Einschränkung der Pressefreiheit zu missbrauchen.

Deutschland

Die Verschlechterung für Deutschland geht teilweise auf das Konto der islamfeindlichen Pegida-Bewegung. Gewalt und Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen gegen Journalisten hätten "massiv zugenommen", betonte ROG in Berlin. 2015 habe es in Deutschland mindestens 39 gewaltsame Übergriffe gegen Journalisten gegeben, die meisten davon bei Demonstrationen der ausländer- und islamfeindlichen Pegida-Bewegung und ihren Ablegern sowie bei Kundgebungen Rechtsradikaler oder bei Gegenveranstaltungen, berichtet ROG.

Weltweit

Am schlechtesten ist es dem Ranking zufolge um die Pressefreiheit in den Diktaturen Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea bestellt. Sie landen wie im Vorjahr auf den letzten drei Plätzen der 180 Länder. In Syrien, Platz 177, seien Journalisten gezielter und teils bestialischer Gewalt ausgesetzt, kritisieren "Reporter ohne Grenzen". In Ägypten, Rang 159, sind laut ROG mehr als 20 Journalisten wegen ihrer Arbeit in Haft. Den größten Sprung nach oben verzeichnete Tunesien, das um 30 Plätze auf Rang 96 vorrückt.

Am besten ist die Lage der Pressefreiheit dem Ranking zufolge in Finnland, den Niederlanden und Norwegen.
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