Praxisnah & zukunftsfit
Neues Rüstzeug für Tirols Volksschullehrkräfte

v.l.n.r. Elisabeth Haas (PH Vorarlberg), Andreas Schnider (Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung), Beatrix Karl (Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der österreichischen Pädagogischen Hochschulen) Nikolaus Janovsky (KPH Edith Stein) und Regine Mathies (PH Tirol) stellen die Änderungen des Lehrplans für angehende Volksschullehrerinnen und Lehrer vor.  | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
5Bilder
  • v.l.n.r. Elisabeth Haas (PH Vorarlberg), Andreas Schnider (Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung), Beatrix Karl (Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der österreichischen Pädagogischen Hochschulen) Nikolaus Janovsky (KPH Edith Stein) und Regine Mathies (PH Tirol) stellen die Änderungen des Lehrplans für angehende Volksschullehrerinnen und Lehrer vor.
  • Foto: KPH Edith Stein/Nössing
  • hochgeladen von Alicia Martin Gomez

Die Ausbildung zur Volksschullehrerin oder zum Volksschullehrer wurde an allen Pädagogischen Hochschulen modernisiert. Was das neue Studium alles bietet und warum es jetzt besonders auf die Zukunft vorbereitet.

TIROL. Volksschullehrerinnen und -lehrer prägen die ersten Jahre eines Kindes in der Schule – und damit oft das ganze Leben. Doch was bedeutet es heute, diesen Beruf auszuüben? Es bedeutet weit mehr als nur Lesen, Schreiben und Rechnen zu lehren. Lehrpersonen sind heute auch Vertrauenspersonen, Mediatoren, Digital-Coaches, Sozialarbeiter – und oft auch diejenigen, die Chancen auf ein besseres Leben ermöglichen.

Mit dem überarbeiteten Lehramtsstudium an den 14 Pädagogischen Hochschulen Österreichs, darunter auch die PH Tirol, die KPH Edith Stein und die PH Vorarlberg, zieht nun auch die Ausbildung mit der Realität nach. Nach über zehn Jahren wurde das Curriculum für die Primarstufe grundlegend reformiert und an gesellschaftliche Umbrüche, technologische Entwicklungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.

Lernen mitgestalten – von Anfang an

Bereits ab dem ersten Semester steht für die Studierenden der neue Alltag im Klassenzimmer im Fokus. Frühzeitige Praxisphasen sorgen dafür, dass Theorie und Realität eng verbunden sind und Themen wie die Elternarbeit, Projekte und schulrechtliche Fragen im Rahmen der Praxiserfahrungen vermehrt an Bedeutung gewinnen. Rektor der KPH Edith Stein, Nikolaus Janovsky, betont weiters: 

„Jedes Kind und auch jede Lehrperson ist eine eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Stärken“,

weshalb man dort – wie auch an anderen Hochschulen – großen Wert auf eine Ausbildung, die sich an den Bedürfnissen der Kinder sowie an den Interessen der angehenden Lehrpersonen orientiert, legt. Neben verpflichtenden Themen wie Inklusion, Digitalisierung und Deutsch als Zweitsprache können diese daher individuelle Schwerpunkte wie etwa Schulsozialpädagogik, Religionspädagogik, Deutsch als Zweitsprache und sprachliche Bildung oder Inklusive Pädagogik wählen.

Die Änderungen des Lehrplans sollen sicherstellen, dass die angehenden Lehrpersonen ein Rüstwerk für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Schulalltag haben.  | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
  • Die Änderungen des Lehrplans sollen sicherstellen, dass die angehenden Lehrpersonen ein Rüstwerk für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Schulalltag haben.
  • Foto: KPH Edith Stein/Nössing
  • hochgeladen von Alicia Martin Gomez

Persönlich wachsen im Beruf

Die Pädagogische Hochschule Tirol hebt weiters die persönliche Entwicklung der Studierenden, auch in ihrer Rolle als Lehrpersonen, hervor. Rektorin Regine Mathies erklärt:

„Das neue Curriculum schafft Raum für das schrittweise Hineinwachsen in die Profession. Außerdem gibt ein stärkerer stärkerer Fokus auf interdisziplinäre Lehrkonzepte – von 'Forschend lernen' bis 'Bühne frei' – den Studierenden mehr kreative Gestaltungsmöglichkeiten. “

Neben der neuen Gewichtung von Praxis und Theorie werden die Studierenden intensiver in ihren Erfahrungen begleitet und Lehrthemen fächerübergreifend und ganzheitlich aufgegriffen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf kritischem Denken, Teamarbeit und digitaler Mündigkeit – Kompetenzen, die im Klassenzimmer von heute und morgen gefragt sind. 

Forschung trifft Praxis

An der PH Vorarlberg, sowie den anderen Hochschulen, wird Wissenschaft großgeschrieben – aber nicht im Elfenbeinturm, sondern mitten im Leben.

„Forschung gilt als Motor für Innovation und Qualitätssicherung“,

sagt Rektorin  Elisabeth Haas.

Durch forschendes Lernen und reflektierte Praxis sollen die Studierenden sich nicht nur Wissen aneignen, sondern auch Bildungsprozesse aktiv mitgestalten – für ein Bildungssystem, das Kinder wirklich erreicht.

Das bedeutet, dass die gelernten wissenschaftsbezogenen Inhalte sowohl in den Unterricht an Praxisschulen gebracht werden, als auch die Erfahrungen aus dem Unterricht im Nachgang in Lehrveranstaltungen näher erforscht und besprochen werden. So soll gewährleistet werden, dass die Studierenden immer auf aktuelle Situationen reagieren können. 

Den Aktualitätsbezug möchten die Pädagogischen Hochschulen auch nach dem Studium aufrecht erhalten, weshalb für fertig ausgebildete Lehrkräfte ebenfalls Fort- und Weiterbildungen entlang der neuen Lehrpläne und zu aktuellen Themen ausgearbeitet und zu Verfügung gestellt werden. 

Das Angebot reicht von Deutsch als Fremdsprache bis hin zu Digitalisierung.  | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
  • Das Angebot reicht von Deutsch als Fremdsprache bis hin zu Digitalisierung.
  • Foto: KPH Edith Stein/Nössing
  • hochgeladen von Alicia Martin Gomez

Was das Studium sonst noch bietet

Die neuen Studienpläne wurden vom Qualitätssicherungsrat (QSR) freigegeben und starten im Wintersemester 2025. Dabei standen besonders folgende Themen im Mittelpunkt:

  • Inklusion & Diversität: Umgang mit Vielfalt, Antidiskriminierung und soziale Gerechtigkeit.
  • Digitalisierung & Künstliche Intelligenz: Einsatz neuer Technologien im Unterricht.
  • Demokratiebildung & Medienpädagogik: Für eine verantwortungsbewusste Bildung.
  • Kompetenzorientierung: Was sollen Lehrerpersonen können – und wie wird das gemessen?

„Ziel ist es, Studierende als forschende Gestalterinnen und Gestalter auszubilden, die mit ihren künftigen Schülerinnen und Schülern in Beziehung treten“,

so Rektorin Haas.

„Mit Freude und Kompetenz, damit sie unsere Kinder in eine zukunftsfähige Gesellschaft begleiten.“,

ergänzt ihre Tiroler Kollegin Mathies.

Hard Facts

Ab 1. Oktober 2025 startet das neue Curriculum für das Bachelorstudium Lehramt Primarstufe. Das Vollzeitstudium dauert sechs Semester (180 ECTS-Anrechnungspunkte) und schließt mit dem akademischen Grad Bachelor of Education (BEd) ab. Somit wurde das Bachelorstudium verkürzt. 

Weitere Meldungen aus der Region findest du HIER!
Das könnte dich auch interessieren:

60.000 Kinder bei Tirols Baustellenprojekt dabei
Schule erläuft Spende für Kinderkrebshilfe
Botanischer Garten setzt auf Naturbildung
v.l.n.r. Elisabeth Haas (PH Vorarlberg), Andreas Schnider (Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung), Beatrix Karl (Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der österreichischen Pädagogischen Hochschulen) Nikolaus Janovsky (KPH Edith Stein) und Regine Mathies (PH Tirol) stellen die Änderungen des Lehrplans für angehende Volksschullehrerinnen und Lehrer vor.  | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
Die Änderungen des Lehrplans sollen sicherstellen, dass die angehenden Lehrpersonen ein Rüstwerk für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Schulalltag haben.  | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
Das Angebot reicht von Deutsch als Fremdsprache bis hin zu Digitalisierung.  | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
Foto: KPH Edith Stein/Nössing
Foto: KPH Edith Stein/Nössing
Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den MeinBezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Anzeige
Um Eis verkaufen zu können, war eine höchstgerichtliche Entscheidung notwendig. | Foto: unsplash/Zed Can
3

Unternehmensalltag
Das Höchstgericht entscheidet über den Eisverkauf

Fünf Beispiele geben Einblick in den Bürokratie-Alltag von österreichischen Betrieben. Ein städtisches Café hat eine clevere Idee: Weil sich Eis an warmen Tagen deutlich besser verkauft als Torte, soll im Schanigarten ein mobiler Eiswagen aufgestellt werden. Ungefähr 90 mal 120 Zentimeter, kaum größer als ein Kinderwagen. Es scheitert an der Genehmigung: Der Wagen beeinträchtige die Sicht auf das dahinterliegende Gebäude, zudem störe die Farbe der Beklebung das Stadtbild. Am Ende sind drei...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Anzeige

Traditionsstandort vor dem Aus
Wetscher Max im Greif-Center Innsbruck schließt

Der Wetscher Max im Greif Center Innsbruck schließt und startet einen Räumungsverkauf. Innsbruck. Für viele kommt die Nachricht überraschend: Der Möbelstandort Wetscher Max in Innsbruck steht vor der endgültigen Schließung. Noch läuft der Betrieb auf Hochtouren, zahlreiche Kundinnen und Kunden nutzen die Gelegenheit, sich beraten zu lassen und Ausstellungsstücke zu entdecken. Gleichzeitig weist die laufende Bewerbung bereits deutlich auf den bevorstehenden Abverkauf hin. Aus für den StandortFür...

Folge uns auf:
Die wichtigsten News direkt auf dein Handy.  | Foto: MeinBezirk Tirol
1 4

Service
Die Nachrichten des Tages im WhatsApp Kanal "MeinBezirk Tirol"

MeinBezirk Tirol ist auf WhatsApp! Abonniere unseren Kanal MeinBezirk Tirol und erhalte die News aus deiner Region direkt aufs Handy. TIROL. Ab sofort kannst du dich direkt über WhatsApp mit uns verbinden, um die neuesten Nachrichten, Geschichten und Updates aus Tirol zu erhalten. Egal, ob es um lokale Ereignisse, wichtige Ankündigungen oder inspirierende Geschichten geht - wir bringen sie direkt auf dein Handy! Um unserem WhatsApp-Kanal beizutreten, musst du nur folgende Schritte ausführen: ...

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.