Kärnten Netz
Einheitlicher Netztarif für geringere Stromkosten in Kärnten

Die zersiedelte, ländliche Struktur des Landes hat Einfluss auf die Höhe der Stromnetzkosten und prägt damit die regulierten Tarife.
  • Die zersiedelte, ländliche Struktur des Landes hat Einfluss auf die Höhe der Stromnetzkosten und prägt damit die regulierten Tarife.
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  • hochgeladen von Sabine Knienieder

Kärnten Netz, der größte Stromnetzbetreiber in Kärnten wurde vom Kärntner Landesrechnungshof (LRH) überprüft. Demnach sei in ländlichen Gebieten der Netztarif höher als in städtischen Gebieten. Ein österreichweit einheitlicher Netztarif würde die Kärntner entlasten können.

KÄRNTEN. Der Strompreis setzt sich aus dem Energiepreis, dem Netztarif sowie Steuern und Abgaben zusammen. Der Netztarif mache in Kärnten 35,7 Prozent aus. Im Netzbereich Kärnten würden Haushalts- und Industriekunden österreichweit den höchsten Netztarif bezahlen. Ausschlaggebend für die hohen Netztarife seien nach LRH-Direktor Günter Bauer die Zersiedelung in Kärnten. Je weiter Gebäude voneinander entfernt liegen, desto mehr Trafostationen und Leitungen werden gebraucht, um einzelne Gebäude zu versorgen. Im Netzbereich Klagenfurt hingegen liege der Tarif aufgrund der städtischen Struktur im Österreichschnitt.

Einheitlicher Tarif für geringere Kosten

„Ein österreichweit einheitlicher Netztarif würde sich positiv auf den Strompreis in Kärnten auswirken und die Kärntner deutlich entlasten. Das Land sollte die Rahmenbedingungen dafür mit dem Bund und der E-Control als zuständiger Behörde diskutieren“, so Bauer. Auch das Land würde einen österreichweit einheitlichen Netztarif befürworten. Im neuen Kärntner Raumordnungsgesetz soll die Vermeidung der Zersiedelung als Grundsatz festgeschrieben werden. Der LRH fordere außerdem weitere Maßnahmen in der übergeordneten Raumplanung – beispielsweise eine Baulandmobilisierung in Ortskernnähe – um die Stromnetzstruktur zu optimieren. 

Steigende Personalkosten 

Zwischen 2018 und 2019 stiegen die Netztarife zwischen sieben und 15,6 Prozent, obwohl die Tarife in Österreich zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich um 1,3 Prozent sanken. In Kärnten sollen dafür unter anderem kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen im Kelag Konzern ausschlaggebend gewesen sein. Die Kärnten Netz sollte diesbezüglich Maßnahmen setzen.

SPÖ: Benachteiligung muss beendet werden

„Die Bundesregierung ist gefordert, die Benachteiligung der Kärntner Bevölkerung endlich, wie vonseiten der SPÖ-Kärnten bereits gefordert, zu beenden, indem sie der E-Control vorschreibt, bei der Berechnung der jeweiligen Netztarife der Energieanbieter in den Bundesländern auch Strukturnachteile zu berücksichtigen“, fordere SPÖ Kärnten Landesgeschäftsführer Andreas Sucher. Auch seitens der ÖVP-Kärnten erwarte Sucher sich Unterstützung in diesem Anliegen. „Eine Gebühr für alle Bundesländer - das ist im Sinne Kärntens - die Kärntner ÖVP kann ihren guten Draht nach Wien bemühen, um hier eine Lanze für Kärnten zu brechen“, so Sucher.

ÖVP: Chancen für die Wirtschaft in Tälern und Gemeinden

Christian Benger, ÖVP-Energiesprecher zum aktuellen Stromnetztarif in Kärnten: „Wir erhalten mit den hohen Kosten die Rechnung für ein jahrzehntelanges Verhindern von Wirtschaft im ländlichen Raum. Kärnten ist mehr als nur Klagenfurt und Villach. Unser Auftrag: Wir müssen Wirtschaft in den Tälern und Gemeinden ermöglichen. Mehr Unternehmen, mehr Stromabnehmer ergeben geringere Kosten für den Einzelnen – alle profitieren.“

Team Kärnten: Entlastung der Bürger

Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer fordere die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über einen bundesweit einheitlichen Tarif: „Fakt ist, dass gerade die Bevölkerung in Kärnten, die ohnehin unter einer sehr geringen Kaufkraft und geringen Löhnen leidet, mit den höchsten Netztarifen aller Bundesland belastet ist. Trotz vieler Wahlversprechen der SPÖ in Richtung billigerer Strom ist bis jetzt leider nichts passiert. Im Gegenteil, die Stromkosten sind in den vergangenen Monaten nochmals angehoben worden.“ Köfer verlange, die Benachteiligung der Kärntner Stromkunden endlich zu beenden und einen österreichweiten Tarif auszuhandeln: „Ich sehe die Landesregierung gefordert, die Umsetzung eines einzigen Österreich-Tarifs bei der Bundesregierung einzumahnen.“

Autor:

Julia Dellafior aus Klagenfurt

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