Gesunde HTL Wolfsberg

In die Schule gehen, die Schule besuchen, Schülerin/Schüler sein – das bedeutet an einer Höheren Schule, sich rund 40 Stunden pro Woche mehr oder weniger statisch in einem Gebäude aufzuhalten. Während der Schulstunden wird viel in gebeugter Haltung gesessen, geschrieben, in den Bildschirm gestarrt. Die Zeiten, in denen sich die Schüler/innen bewegen, sind kurz – nur zwei Schulstunden Sport pro Woche; während der Werkstattstunden steht man eher, das kann nicht zu „Bewegung“ gerechnet werden. Auch in den Pausen sitzen die Schülerinnen und Schüler oft nur in der Klasse oder auf den Sofas in den Gängen; auf dem Weg zum Buffet und zurück wird geschlurft/geschlendert, denn mit einem Handy in der Hand und Blick nach unten kann nicht schnell gegangen werden. Am Buffet und an den Automaten gibt es Getränke und Nahrungsmittel, die viele Kohlenhydrate und noch mehr Zucker beinhalten. Auch die mitgebrachte Jause besteht oft hauptsächlich aus weißem Mehl, Wurst, Zucker – Eistee, Energy Drinks und Wurstsemmeln sieht man öfter als Vollkornbrot, Salat, Apfel und selbst gebrühten Tee. In einer SOPK-Stunde erzählen Schüler/innen, dass sie eigentlich nicht frühstückten, weil in der Früh wenig Zeit wäre. Deshalb würden sie zu gekauftem Kuchen greifen, das ginge schneller, als ein Brot zu streichen. Diese Kuchen kann man auch gut bevorraten, sie verderben nicht so schnell und werden nicht hart wie Brot.

Als ich im Sommer 2018 auf der Homepage der BVAEB, damals noch BVA, auf die Vorstellung des Projekts „Gesunde BMHS“ stieß, arrangierte ich gleich einen Termin – mich interessierte, was dieses Projekt leisten und ob es an unserer Schule durchgeführt werden könne. Bei einem Gespräch im August 2018 mit Vertreterinnen und Vertretern aus BVA und GKK (jetzt BVAEB und ÖGK) erfuhr ich, dass sich dieses Projekt nicht nur an Schüler/innen, sondern auch an Lehrer/innen und nicht unterrichtendes Personal richtet. Alle Menschen an der Schule sollen von diesem Projekt profitieren. Nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische und die soziale Gesundheit sind dabei Thema.
Der erste Schritt war es dann, die Schulleitung, die Kolleginnen und Kollegen zu informieren und abzuklären, ob Interesse an einer Umsetzung bestünde. Im Sommer 2019 wurde das Projekt schließlich offiziell gestartet und im Herbst 2019 wurden der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten mithilfe einer Umfrage an der Schule erhoben. In einer Gesundheitskonferenz für alle interessierten Schulangehörigen im Februar 2020 wurden die Ergebnisse der Befragung präsentiert und es wurde besprochen, welche Themen in unserem Projekt umgesetzt werden sollen. Themen, die allen drei Gruppen gleichermaßen „unter den Fingern brennen“, sind Ernährung, Bewegung, die räumliche Umgebung und Atmosphäre. Außerdem wurde das „Gesundheitsteam“ um interessierte Schülerinnen und Schüler erweitert.

Ein Thema wurde von ein paar Kolleg/innen sofort umgesetzt: Bewegung in die Klasse zu bringen. Zwischen der zweiten und dritten Schulstunde gab es die Möglichkeit, freiwillig gemeinsam Übungen zu machen. Leider konnte ab Mitte März bis 3. Juni 2020 aufgrund von Corona kein „analoger“ Unterricht an der Schule mehr stattfinden. Da durch das „Blockmodell“ nun jeweils nur die Hälfte der Schüler/innen bis zum Ende dieses Schuljahres anwesend ist, wird wohl die Planung der beiden folgenden Projektjahre erst im Herbst erfolgen können. Dann aber können wir aus dem Vollen schöpfen: Durch das Projekt wird es uns ermöglicht, unterschiedlichste Maßnahmen zu setzen, die uns sofort, aber nachhaltig gesünder und resilienter machen werden - körperlich, psychisch und sozial.

Rose-Gerd Koboltschnig

Ziele des Projekts:
• Individuelle Projektbegleitung für Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen gemeinsam durch die Österreichische Gesundheitskasse und BVAEB in Kärnten
• Erhebung des Gesundheitszustands und des Gesundheitsverhaltens an der gesamten Schule
• Ziele- und Maßnahmenplanung der schulischen Gesundheitsförderung, Umsetzung konkreter Maßnahmen
• Verankerung von Gesundheit und Gesundheitsförderung in die Schulstruktur und den Schulalltag

Zielgruppe:
Gesamte Schulgemeinschaft (Schulleitung, Lehrer/innen, Schüler/innen, nicht-pädagogisches Personal etc.)

Quelle: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.822888&portal=oegkkportal

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