Nahversorgung
Kleine Bankstellen vor dem Aus

Die Bankstelle in Steinbach am Ziehberg wird geschlossen und mit der Bankstelle Pettenbach zusammengelegt.
  • Die Bankstelle in Steinbach am Ziehberg wird geschlossen und mit der Bankstelle Pettenbach zusammengelegt.
  • Foto: Staudinger
  • hochgeladen von Franz Staudinger

Nahversorgung in Gefahr: Nach Greißler und Post bangen kleine Gemeinden jetzt um ihr Geldinstitut.

BEZIRK (sta). Die Digitalisierung schreitet auch im Finanzsektor voran. Das zeigt sich an der Zahl der Bankfilialen: Jede vierte hat seit dem Jahr 2000 geschlossen.
In Steinbach am Ziehberg und Steyrling (Gemeinde Klaus) stehen die Bankstellen der Raiffeisenbank vor dem Aus. Im April soll Schluss sein. Lediglich ein Bankomat soll den Kunden weiterhin zur Verfügung stehen. Über eine Schließung in Inzersdorf wird diskutiert. Die Aufregung in der 850-Seelengemeinde Steinbach ist groß. SP-Bürgermeisterin Bettina Lancaster dazu: "Ich wurde bereits vor Weihnachten informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt. Es ist ein Schaden für unsere Gemeinde und für eine funktionierende Infrastruktur nicht förderlich."
Sieben Banken mit 13 Filialen haben sich 2016 als Raiffeisenbank Region Kirchdorf zu einer neuen Verwaltungsgemeinschaft zusammengefunden. "Damals wurde uns zugesagt, dass die Bankstelle im Ort bleibt. Raiffeisen bezeichnet sich gerne als Regionalbank. Sie muss sich aber schon überlegen, ob sie das noch ist", so Lancaster. Christian Hager, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Region Kirchdorf, entgegnet: "Wir haben unsere Zentrale in der Bezirkshauptstadt, alle Entscheidungen werden regional getroffen." Die Funktion einer Bank habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mehr als 90 Prozent aller Transaktionen würden laut Hager bereits digital durchgeführt. "Natürlich müssen wir als Unternehmen wirtschaftlich denken. Wir tragen für unsere mehr als 100 Mitarbeiter die Verantwortung." Als wichtiger Arbeitgeber wolle man nicht durch Fehlentscheidungen in Schwierigkeiten geraten. "Im Sinne unserer Kunden stehen Wirtschaftlichkeit, Effizienz sowie höchste Kundenorientierung und gute Beratung im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund müssen wir über Optimierungs- und Synergiemöglichkeiten nachdenken."
Auch in Inzersdorf fürchtet man um den Finanz-Nahversorger. "Es laufen Gespräche. Man wird sehen, wie es weitergeht. Da gibt es aber sicher heuer noch keine Entscheidung", so Hager.

Regelmäßige Evaluierung

14 Standorte hat die Sparkasse OÖ in der Filialdirektion Kirchdorf (mehr auf Seite 43), die sich von Sattledt bis Spital/Pyhrn erstreckt. Für 2020 sind keine Schließungen geplant. Vorstandsdirektor Herbert Walzhofer: „Wir evaluieren regelmäßig und treiben die Optimierung unseres Filialnetzes voran. Die klassischen Schalter-Mitarbeiter werden aufgrund der Digitalisierung weniger werden, gleichzeitig wird kompetente Beratung immer wichtiger. Die Öffnungszeiten der kleineren Bankstellen wird man sich ansehen müssen. Unsere Prämisse ist, Ausgewogenheit zwischen dem Faktor Wirtschaftlichkeit und der für uns sehr wichtigen Nähe zu unseren Kunden zu schaffen."

Neuer Regionaldirektor bei der Sparkasse Kirchdorf

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