Anfänge des Skisports
Als die "Brettl-Affen" im Bezirk Kirchdorf Einzug hielten

<f>Ein Skisprung-Kurs</f> für Jugendliche zur Weihnachtszeit des Jahres 1925 in Windischgarsten.
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  • <f>Ein Skisprung-Kurs</f> für Jugendliche zur Weihnachtszeit des Jahres 1925 in Windischgarsten.
  • Foto: Archiv Heimat- und Museumsverein Windischgarsten
  • hochgeladen von Martina Weymayer

PYHRN-PRIEL. In der Pyhrn-Priel-Region gab es am Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Skipioniere.

Als erster Mensch durchquerte der Norweger Fridtjof Nansen im Jahr 1888 Grönland auf Skiern. Er schrieb ein Buch darüber, das auch in Wien Aufsehen erregte. "Man hat sich sofort draufgestürzt und Ski importiert. Damals waren sie noch 2,50 Meter lang", weiß Jörg Strohmann, der Obmann des Heimatvereins Windischgarsten.
Die ersten, die in unserer Gegend auf Skiern unterwegs waren, waren Alpenvereins-Mitglieder, Förster und Jäger. Von älteren Einwohnern wurden sie als "Brettl-Affen" belächelt. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Ski die alten Schneeteller ablösen konnten – aber die Jugend war begeistert. Meistens hatte man anfangs aber noch selbstgefertigte Fassdauben-Ski.

Mathias Zdarsky gab Skikurse in Spital/Pyhrn

Als im Jahr 1905 die Pyhrnbahnlinie von Linz bis Spital in Betrieb ging, nahm der Skitourismus einen ersten Aufschwung. Auch Skipionier Mathias Zdarsky kam nach Spital/Pyhrn und veranstaltete hier die ersten Skikurse. Er kannte den Gemeindearzt Moritz Vogelgesang, der in Spital eine Sektion für Wintersport ins Leben gerufen hatte. Auf der Wurzeralm wurden mehrere Almhütten gemietet und als Skihütten eingerichtet.
1907 gründeten die Gebrüder Lederer die Rosenauer Holzwarenfabrik (die heutige Rohol), fingen mit der Skiproduktion an und meldeten 1909 ein Patent für die Erzeugung eines Schichtenskis an. Das Kaiserliche Patentamt Berlin nennt Max Tonko aus Windischgarsten als einen der Erfinder.

1907 veranstaltete die neu entstandene Wintersportabteilung Spital im Rahmen eines Wintersport-Festes nach einem Skikurs erstmals auch ein Ski-Schaulaufen. Die Rosenauer fuhren bereits 1909 auf den Hengstpass-Almen vereinsmäßig Ski. Seit 1909 gab es in Rosenau – nach Spital – den zweiten Skiclub der Region. 1912 folgte der Skiclub Hinterstoder, 1924 der WSV Windischgarsten.

Bosruck-Rodel und Stodertaler-Ski

Wenn man sich heutzutage neue Ski zulegen will, geht man ins Sportgeschäft. Früher hat man sie in einer Wagnerei bestellt. Mit dem Holzbiegen hatten die Wagner als Hersteller von Rodel- und Schlitten-Kufen Erfahrung. Die steigende Nachfrage nach Ski in der Region hat sie veranlasst, sich auf die Skiproduktion einzustellen. Ab dem Jahr 1909 stellte die Wagnerei Milichovsky in Spital am#+Pyhrn besonders unfallsichere „Bosruck-Rodeln“ und handgefertigte „Alpen-Ski“ her. In Hinterstoder baute Isidor Lindbichler ab 1922 jährlich bis zu 5.000 Paar seiner „Stodertaler-Ski". 1936 übersiedelte er nach Kniewas, weil die Nähe zum Bahnhof Hinterstoder für ihn wichtig war. In Sachen Design und Qualität war er stets auf dem neuesten Stand. Schließlich verkaufte er sein Wissen und Teile seiner Werkstatt an einen gewissen Herrn Fischer. Wenn nicht, würden Vincent Kriechmayr und Co. ihre Rennen heute vielleicht mit Lindbichler-Skiern bestreiten.

Sepp "Bubi" Bradl siegte in Edlbach

1922 wurde in Hinterstoder die Stodertal-Sprungschanze errichtet. Sie war damals eine der größten Sprungschanzen des Landes. In den 1950er-Jahren entwickelten sich Sport und Fremdenverkehr zum Motor der Wirtschaft für die nächsten Jahrzehnte. Einer der Höhepunkte war die Staatsmeisterschaft im alpinen und nordischen Skilauf im Garstnertal im Jahr 1951. Die teuerste Investition war der Bau der Großsprungschanze "Stüblhöhe" in Edlbach. Bubi Bradl errang hier den Staatsmeistertitel. Fünf Jahre und nur drei Bewerbe später war es mit dem Skispringen wieder vorbei.

Skilift diente auch zum Mistführen

Der erste Skilift Oberösterreichs wurde 1932 bis 33 am Feuerkogel errichtet. Den zweiten, einen "Schlittenlift mit Haltestange", eröffnete Georg Saxenhuber 1948 beim Gasthof Gressenbauer in Hinterstoder. Im Frühling nutzte man diesen auch für den Misttransport. In Windischgarsten hatte Karl Helm eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: Er nahm 1952 auf dem Wurbauerkogel eine Holztransport-Seilwinde als provisorischen Skilift in Betrieb. 1958 wurde der Wurbauerkogel mit einem Sessellift erschlossen, 1959 folgte die Höss in Hinterstoder.

Die Geschichte des Wintersports im Stodertal und in der Region Pyhrn-Priel wird im Alpineum in Hinterstoder anschaulich dargestellt.

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