30.01.2018, 13:49 Uhr

Wie der Skisport in die Region Pyhrn-Priel kam

2. Skiwettlauf in Hinterstoder am 9. Februar 1913

Marcel Hirscher gegen Henrik Kristoffersen: Dieser Wettstreit zwischen einem Österreicher und einem Norweger ist in der Geschichte des Skisports nicht der erste.

PYHRN-PRIEL (wey). Auch die Anfänge sind von einer entsprechenden Konkurrenz geprägt. Damals hießen die Protagonisten Fridtjof Nansen und Mathias Zdarsky. Als erster Mensch durchquerte der norwegische Polarforscher Nansen im Jahr 1888 Grönland auf Skiern. Zwei Jahre später gab er ein Buch darüber heraus, das auch in Wien Aufsehen erregte. "Man hat sich sofort draufgestürzt und Ski importiert. Damals waren sie noch 2,50 Meter lang", weiß Jörg Strohmann, der Obmann des Heimatvereins Windischgarstens. Folglich kam eine Gruppe aus Norwegen nach Österreich und demonstrierte, was man mit Skiern machen kann. Auch in Steyr gab es eine Vorführung, als man Waffen für die norwegische Armee kaufte. Vor allem Förster und das Militär waren interessiert, sie übernahmen die Skitechnik.
Zu dieser Zeit ließ sich auch Mathias Zdarsky, der eigentlich aus Mähren stammt, in Lilienfeld nieder. Angeregt von Fridtjof Nansens Grönland-Durchquerung, interessierte er sich ebenfalls für die nordische Skifahrtechnik. Er stellte aber fest, dass sie für den Alpenraum ungeeignet war. So verkürzte er den Ski und entwickelte die "Lilienfelder Stahlsohlenbindung", die er 1896 patentieren ließ. Seine "Lilienfelder Technik" war die erste alpine Schwungtechnik, Zdarsky gilt daher als Begründer des alpinen Skilaufs.

Erste Skikurse in Spital am Pyhrn

1905 kam Mathias Zdarsky zum ersten Mal nach Spital/Pyhrn und veranstaltete hier die ersten Skikurse. Er kannte den Gemeindearzt Dr. Moritz Vogelgesang, der in Spital eine Sektion für Wintersport ins Leben gerufen hatte. 1907 gründeten die Gebrüder Lederer die Rosenauer Holzwarenfabrik (die heutige Rohol), fingen mit der Skiproduktion an und meldeten 1909 ein Patent für die Erzeugung eines Schichtenskis an. Seit diesem Jahr gab es in Rosenau – nach Spital – den zweiten Skiclub der Region. 1912 folgte der Skiclub Hinterstoder, 1924 der WSV Windischgarsten.

1926 wurde die erste Sprungschanze in Windischgarsten gebaut, 1950 folgte die große Schanze am Garstnereck. 1951 fanden die "Bundeskampfspiele" der Union in Windischgarsten statt. Fünf Jahre und nur drei Bewerbe später war es mit dem Skispringen aber schon wieder vorbei.

Talenteschmiede

Seit 1966 gilt die Skihauptschule - die heutige Neue Ski-Mittelschule - in Windischgarsten als Talenteschmiede für den Skinachwuchs. Mit Rudi Nierlich und Hannes Trinkl hat sie bereits zwei Weltmeister hervorgebracht. Und mit Vincent Kriechmayr empfiehlt sich aktuell ein weiterer Absolvent fürs oberste Treppchen am Podest bei einem Großevent.

Vortrag am 1. Februar in Roßleithen

"Wie der Skisport in die Region kam": Vortrag von Jörg Strohmann am 1. Februar, 19 Uhr, in der Villa Sonnwend in Roßleithen. Eintritt frei!

Fotos: Archiv Heimatverein Windischgarsten

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