19.06.2015, 14:56 Uhr

110 kV: "Belastung für Grundeigentümer hat Höhepunkt erreicht"

Von links: Rober Cicona (FPÖ, Bezirk Kirchorf), Christian Dörfel (ÖVP, Bezirk Kirchdorf), Walter Mayrhofer (Die Grünen, Bezirk Gmunden), Bettina Lancaster (SPÖ-Bürgermeisterin in Steinbach am Ziehberg), Sabine Promberger (SPÖ, Bezirk Gmunden) und Ewald Lindinger (SPÖ, Bezirk Kirchdorf)

Die Parteispitzen der Bezirke Kirchdorf und Gmunden fordern in einem Brief an Landeshauptmann Pühringer einen Neustart der geplanten Stromleitung zwischen Vorchdorf und Kirchdorf

STEINBACH/Z. (sta). Einen überparteilichen Vorstoß wagen die Politiker der Bezirke Kirchdorf und Gmunden. In einem Brief an Landeshauptmann Josef Pühringer sprechen sie sich gegen die geplante Freileitung zwischen Vorchdorf und Kirchdorf aus und fordern eine Erdkabel-Variante.
Seit fünf Jahren sorgt die geplante Leitung der Energie AG für Zündstoff in der Region. Der Widerstand in der Bevölkerung und bei den Grundbesitzern ist groß. 55 Grundeigentümer sind von einem Enteignungsverfahren bedroht. Die Parteispitzen LA Sabine Promberger (SPÖ) und Walter Mayrhofer (Die Grünen) aus dem Bezirk Gmunden sowie LA Christian Dörfel (ÖVP), Ewald Lindinger (SPÖ) und Robert Cicona (FPÖ) folgten der Einladung von Bürgermeisterin Bettina Lancaster aus Steinbach am Ziehberg zu einem Pressegespräch. Sie sagt: "Wir Steinbacher lehnen die Freileitung ab. Wir sind aber keine Verhinderer, sondern fordern eine Erdleitung als Alternative. Ich erwarte mir von dem Brief an den Landeshauptmann, dass endlich auch eine politische Entscheidung getroffen wird. Ich erwarte mir eindeutige Aussagen der Politik, auch vom Zeitrahmen her. Die Belastung für die Grundeigentümer hat einen Höhepunkt erreicht. Ich wünsche mir eine rasche Entscheidung."

LA Christian Dörfel (ÖVP Kirchdorf): "Mein Standpunkt ist seit Jahren bekannt. Ich lehne Enteignungen im großen Stil ab. Ich halte auch die Erdkabel-Variante für die bessere Lösung. Die Kosten dafür müssen neu berechnet werden. Ich denke, dass die Zahlen aus dem Jahr 2010 nicht mehr stimmen und sich in der Zwischenzeit viel getan hat. Der Preis für die Erdkabel-Variante war ja ein Hauptargument für eine mögliche Freileitung. Ich bin froh, dass uns dieser überparteiliche Zusammenschluss gelungen ist. Es gab auch schon Gespräche mit Landeshauptmann Josef Pühringer, der sich ein umfassendes Bild der Situation machen möchte und die nötigen Infomationen dazu einholt. Es muss jetzt alles auf den Tisch. Es gilt auch zu klären, wie Unterschriften der Grundeigentümer zustande gekommen sind. Hier gibt es unterschiedliche Aussagen. Es muss auf landespolitischer Ebene eine Entscheidung getroffen werden. Aus meiner Sicht sollte überhaupt für künftige Projekte ein Masterplan erstellt werden: Wo brauchen wir überhaupt eine neue Stromleitung und welche Technologien wenden wir dabei an?"

BR Ewald Lindinge (SPÖ Kirchdorf): "Es ist wichtig, dass wir jetzt gemeinsame Stärke beweisen. Es ist aber wichtig, das Gespräch zu suchen. Wir wissen, dass Strom im Zentralraum benötigt wird, um den Industriestandort auch absichern zu können.".

Robert Cicona (FPÖ Kirchdorf): "Die Freileitung hat keine Berechtigung, solange es eine andere Lösung gibt. Die Leitung in die Erde zu legen, ist möglich. Ich glaube auch nicht, dass das wirklichh teurer ist. Das Problem dabei könnte sein, dass diese nicht erweiterbar ist."

Walter Mayrhofer (Die Grünen Gmunden): "Die ökonomischen Hinetergründe stehen für die Energie AG bei diesem Projekt klar im Vordergrund. Die Energieversorgung hat auch bei uns Grünen oberste Priorität, aber es gibt dafür andere Möglichkeiten als die 110 kV-Freileitung".

Sabine Promberger (SPÖ Gmunden): "Uns ist allen bewusst, wie wichtig Stromversorgung ist. Hier ist es wichtig, über Partei- und Bezirksgrenzen hinweg Iniativen zu setzen, um kleinere Gemeinden wie Steinbach am Ziehberg zu unterstützen."
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