Tierquälerei in Brixen
Landesrätin Mair fordert Klarnamenpflicht im Internet
- Landesrätin Astrid Mair: „Hass, Drohungen und Hetze treffen längst nicht mehr nur Beschuldigte, sondern immer häufiger auch völlig Unbeteiligte. Das ist absolut inakzeptabel."
- Foto: Land Tirol/Sedlak
- hochgeladen von Barbara Fluckinger
Landesrätin Astrid Mair fordert nach grausamem Tierquälerei-Video Klarnamenpflicht im Internet.
BRIXEN. Österreichweit sorgte in den vergangenen Tagen ein besonders grausames Video für Aufmerksamkeit und Erschütterung.
Zu sehen sind zwei Männer, die eine kleine helle Katze mit einem Bolzenschussgerät quälen. Ehe sie das wehrlose Tier mit einer Schneeschaufel totschlagen. Insgesamt waren an der Tat vier Männer zwischen 16 und 24 Jahren beteiligt. (MeinBezirk berichtete).
Der mediale Aufschrei ist immens, Userinnen und User auf Facebook haben teilweise sogar die Namen, Wohnadressen und Arbeitsstätten der vier Beteiligten veröffentlicht. Laut Landespolizeidirektion Tirol haben die vier Personen mittels Selbstanzeige ihre Beteiligung eingeräumt.
Klarnamenpflicht im Netz gefordert
Aus diesem Anlass meldete sich VP-Sicherheitslandesrätin Astrid Mair erneut mit einem eindringlichen Appell zum Thema Hass im Netz zu Wort. „Gerade dieser Fall zeigt erneut, warum wir endlich eine echte Klarnamenpflicht beziehungsweise eine verpflichtende Identitätshinterlegung im Netz benötigen. Hass, Drohungen und Hetze treffen längst nicht mehr nur Beschuldigte, sondern immer häufiger auch völlig Unbeteiligte. Das ist absolut inakzeptabel“, betont Mair.
Für die Sicherheitslandesrätin steht fest: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Anonymität darf kein Freibrief für digitale Gewalt sein. Wer strafbare Inhalte verbreitet oder Menschen gezielt diffamiert und bedroht, muss auch im digitalen Raum zur Verantwortung gezogen werden.“
Vernunft statt digitaler Hetzjagden
Bereits in der Vergangenheit habe sie konkrete Maßnahmen eingefordert und dazu auch einen entsprechenden Brief an Staatssekretär Alexander Pröll übermittelt. „Unabhängig von aktuellen Regierungsprogrammen braucht es hier endlich ein Umdenken, auch bei SPÖ und NEOS. Eine verpflichtende Identitätshinterlegung im Netz ist aus meiner Sicht unausweichlich, wenn wir digitale Gewalt wirksam bekämpfen wollen.“ Personen, die Hass-Botschaften unter ihrem echten Namens-Profil verbreiten, werden stets im Fall einer Anzeige selbstverständlich auch mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben.
Zugleich appelliert Mair eindringlich an die Bevölkerung, im aktuellen Fall Besonnenheit walten zu lassen: „Es braucht Vernunft statt digitaler Hetzjagden. Strafrechtlich relevante Vorwürfe sind Sache der Behörden und Gerichte, nicht anonymer Internettribunale.“
Abschließend hält die Landesrätin fest: „Es geht nicht um eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern um Verantwortung, Schutz und die konsequente Durchsetzung unseres Rechtsstaates. Wir müssen jetzt handeln, um ein sicheres digitales Umfeld für alle Menschen zu schaffen.“
Tatverdächtiger aus Verein ausgeschlossen
Im Zuge der Ermittlungen gegen die vier mutmaßlichen Täter hat die SkiWelt Wilder-Kaiser Brixental bereits einen tatverdächtigen Mitarbeiter entlassen. Nun gehen auch Vereine gegen die Täter vor, so zum Beispiel die Oryx Pass Westendorf: "Die Informationen über eine Person aus unserem ehemaligen Umfeld haben uns zutiefst schockiert. Wir stellen klar, dass wir uns von jeglicher Form von Tierquälerei und Gewalt entschieden distanzieren. Die betreffende Person gehört ab sofort nicht mehr zu unserem Verein bzw. zu unserer Gruppe. Sollten weiterhin falsche Behauptungen oder öffentliche Anschuldigungen verbreitet werden, die uns mit diesen Vorfällen in Zusammenhang bringen, behalten wir uns rechtliche Schritte vor", so die Mitglieder der Teufelpass in einem Facebook-Posting.
- Die Oryx Pass Westendorf hat ein tatverdächtiges Mitglied aus dem Verein ausgeschlossen.
- Foto: MeinBezirk (Screenshot)
- hochgeladen von Johanna Bamberger
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