Männerberatung
Neues Männer-Info-Telefon: Wege aus der Gewalt

Karlheinz Weidinger, Leiter der Caritas-Männerberatung, hilft seit mehr als 20 Jahren Männern, die Gewalt in der Familie ausüben.
  • Karlheinz Weidinger, Leiter der Caritas-Männerberatung, hilft seit mehr als 20 Jahren Männern, die Gewalt in der Familie ausüben.
  • Foto: Caritas/Daniel Gollner
  • hochgeladen von Sabine Rauscher

Gewalt in der Familie verhindern: Das ist das erklärte Ziel einer neuen Help-Line für Männer. Die österreichweite Rufnummer ist als erste Anlaufstelle für Männer gedacht, die fürchten, gewalttätig zu werden – oder es bereits geworden sind. An dem Projekt "Männerinfo" sind sechs Beratungsstellen, darunter die Männerberatung der Caritas Kärnten, beteiligt. 

KÄRNTEN/ÖSTERREICH. Je länger die Corona-Krise andauert, desto mehr steigt der Druck in vielen Familien – was in Aggression und letztendlich in Gewalt münden kann. Professionelle Hilfe bietet das neue Projekt "Männerinfo". Unter der Telefonnummer 0720/70 44 00 helfen Experten Männern dabei, Wege aus der Gewalt zu finden. Die Help-Line ist von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr zum Ortstarif erreichbar. Die Beratung kann auch anonym oder per E-Mail in Anspruch genommen werden.

Gewalt in Familien beenden

Ziel der neuen Help-Line ist es, das Gewaltverhalten von Männern zu beenden oder besser noch Gewalt zu verhindern, bevor sie entsteht. Nach dem Erstgespräch wird der Anrufer an die jeweilige Anti-Gewalt-Beratungsstelle in seinem Bundesland vermittelt. In Kärnten sind dies die Männerberatung der Caritas und der Verein zur Gewaltprävention „Man(n)agement“. Die Help-Line ist kein Ersatz für eine "Face-toFace"-Beratung, betonen die Experten, aber eine Möglichkeit Kontakt aufzubauen.

Einzelberatungen als Chance

In weitere Folge sollen gewaltbereite Männer in Einzelberatungen lernen, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und auszudrücken. "Vor allem in Krisensituationen, wie bei Trennungen oder Scheidungen, wissen Männer oft nicht mehr weiter. Diese Hilflosigkeit nagt an ihrer Männlichkeit und das kann in Gewalt umschlagen", schildert Karlheinz Weidinger, Leiter der Männerberatung der Caritas Kärnten. Da Gewalt ein erlerntes Verhalten sei, brauche eine Verhaltensänderung auch seine Zeit: "Für den Täter gilt, dass er dazulernt und dass er versteht, dass er eine Wahlmöglichkeit hat."

Opferschutz hat Priorität

Die Männerberatung strebt parallel zur Arbeit mit dem Täter die Zusammenarbeit mit Opferschutz-Einrichtungen an. „Im Sinne der opferschutzorientierten Täterarbeit bemühen wir uns um Vernetzung und Austausch, um weitere Gewalt zu verhindern", berichtet Weidinger. Denn oberstes Ziel sei der Schutz der betroffenen Frauen und Familien. 

Die Nummer der Helpline: 
0720/70 44 00 (Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr) 
Internet:www.maennerinfo.at

Autor:

Sabine Rauscher aus Klagenfurt

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