Räume gestalten
Warum hässliche Ortskerne in Kärnten nicht sein müssen
- Ludmannsdorf hat seine Hausaufgaben in puncto Baukultur erledigt. Andere Gemeinden in Kärnten sind wenig ansehnlich.
- Foto: Dieter Arbeiter
- hochgeladen von Mag. Stephan Fugger
Menschenfeindliche Dorfzentren gepaart mit Steinwüsten und Betonbauwerken: Das Referat für Baukultur soll diese Negativentwicklungen eindämmen.
KÄRNTEN. Dass die Kommunen und das Land keine Werkzeuge hätten, um unansehnliche Ortschaften zu verhindern, ist eine Mär. Das Land Kärnten leistet sich ein eigenes Referat für Baukultur. 2017 wurden die baukulturellen Leitlinien des Bundes beschlossen. Ein Jahr später hat die Kärntner Landesregierung den Beschluss gefasst, auf dieser Basis Leitlinien für Kärnten zu erstellen. 2017 wurden die baukulturellen Leitlinien des Bundes beschlossen. Große Hoffnungen werden in die zuständige Referentin, Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ), gesteckt. Als ehemalige Bürgermeisterin von Lendorf kennt sie die Problembereiche der Kommunen.
Veränderte Räume
"Als Bürgermeisterin habe den allerersten Lehrgang Baukultur und Raumordnung besucht. Das hat mir Einblicke verschafft, die man vorher nicht hat“, sagt Lagger-Pöllinger. Eines ihrer Ziele ist es, dafür zu sorgen, dass jede Gemeinde über einen Masterplan zur Ortskernstärkung verfügt (Anm.: Einige Gemeinden verfügen darüber bereits.). Sie führt ein anschauliches Beispiel an, wie sich die Ansprüche an Räume verändert haben.
Baulandgrößen verändern sich
Haben Bauträger früher noch Bauparzellen für rd. 1.000 Quadratmeter verkauft, hat sich die Größe der Parzellen auf 400 bis 650 Quadratmeter verkleinert. Teilbebauungspläne mussten adaptiert werden, es kam in ihrer Gemeinde zu Diskussionen um die erlaubte Dachform. Deshalb seien die Lehrgänge zur Baukultur wichtig – "für Bürgermeister aber auch für Amtsleiter und Bauamtsleiter". "Wir müssen das Bewusstsein wie man etwas gestaltet in den Gemeinden stärken." Die Lehrgänge schaffen Hilfestellungen für Kommunenchefs, die in der Gestaltung in den 60er-Jahren festgesteckt sind. Um eines kommen Gemeinden nicht umher: Bürger bei Ortskerngestaltung einzubeziehen.
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