"Wenn man nachgibt, hat man schon verloren"

Norbert Dornauer will mit seinem Buch "Chance aus der Dunkelheit" nicht nur Blinden Mut machen
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WAIDMANNSDORF (chl). Norbert Dornauer ist seit seinem achten Lebensjahr blind, leidet an Kleinhirnschrumpfung und an Epilepsie und erlitt aufgrund von epileptischen Anfällen drei Beckenbrüche, die ihn an den Rollator fesseln, mehrere Schlüsselbeinbrüche und aktuell (nach einem epileptischen Anfall vor vier Wochen) einen Schulterbruch. Und ist dennoch guter Dinge. Denn: Die Lebensmaxime des 49-Jährigen heißt: "Wo sind meine Chancen?" Anders ausgedrückt: "Auch wenn man nicht die besten Karten zieht, ist das nicht das Ende der Fahnenstange."

"Wo sind meine Chancen?"

Mit seiner Blindheit kommt er gut zurecht, ebenso mit seinen anderen Beeinträchtigungen. "Ich bin darin seit 40 Jahren gut trainiert", scherzt er. Und fügt, wieder ernst, an: "Wenn man nachgibt, hat man schon verloren." Sein Credo beinhaltet aber: "Was man verloren hat, dem darf man nicht nachweinen, sondern man muss nach vorne schauen und sich fragen: Wo sind meine Chancen", bestätigt Dornauer sein Lebensmotto und seine Lebenslust.
Um diese positive Lebenseinstellung an andere Menschen weiterzugeben, hat Dornauer ein Buch geschrieben: "Die Chance aus der Dunkelheit". Darin beschreibt er die Tücken des Blindseins - vom Staubsaugen bis zum Bergsteigen. "Ich möchte mit diesem Buch beschreiben, wie man sich die Welt eines Erblindeten vorstellen kann. Wo man überall anstößt, was man alles zu organisieren hat und dass die Blindheit kein Handicap sein muss." Mit dem Buch will er Mut machen und zeigen, "dass es immer weitergeht, wenn man es nur zulässt. Jammern hingegen bringt gar nichts."

Auch für Sehende

"Das Buch zeigt, dass ein Leben auch anders geführt werden kann, und welche Chancen sich aus der Dunkelheit ergeben", schreibt Dornauer in der Einleitung seines Werks. Nutzen solle es aber nicht nur für Blinde haben, sondern für viele Menschen: "Ich habe es nicht für mich geschrieben, denn ich kenne das ja alles", sagt er mit lausbübischem Blick, den seine Augen trotz Blindheit ausstrahlen.
"Jeder hat seine Dunkelheit, egal ob Krankheit oder Partnerverlust, Trauer und vieles mehr. Man darf aber nicht in seiner Dunkelheit baden, sondern soll sich fragen: Wo sind meine Möglichkeiten. Jeder hat die Chance, aus seiner Dunkelheit herauszufinden oder mit ihr zu leben bzw. sie zu akzeptieren", beschreibt er den Nutzen seines Buches auch für Sehende.

Der Glaube an Bestimmung

14 Mal geriet Dornauer in Lebensgefahr. "Das hätte auch 14 Mal schiefgehen können", glaubt Dornauer an eine Bestimmung. Nicht an einen bestimmten Gott, sondern an die Bestimmung. Und seine sei es zu überleben und anderen Mut zu machen.
Blindsein und Philosophieren füllen allerdings Dornauers 18-Stunden-Tag nicht. "Man muss das Geld verdienen, das die Blindheit kostet", verweist er, erneut mit spitzbübischem Blick, etwa darauf, dass ein PC schon um 300 Euro zu bekommen ist, aber die Blinden-Software 30.000 Euro kostet. Schreiben kann er auf einer herkömmlichen Tastatur, aber um das Geschriebene lesen, respektive korrigieren zu können, oder einfach E-Mails etc. lesen zu können, benötigt ein Blinder die elektronische "Braille-Leiste".

Masseur und Denksportler

Sechs Jahre lang war Dornauer im Kurbad Althöfen als Masseur beschäftigt, seit 27 Jahren ist er selbständig - als Masseur und Erfinder. "Als Masseur schaue ich nicht auf die Haut, sondern unter die Haut, wo die Muskeln sitzen", beschreibt er sein Geschick, dem das Blindsein nicht im Wege steht.
Als Erfinder entwickelt er herausfordernde Denksport-Spiele, wie etwa "IQ Fun", das aus vier verschieden geformten Holzteilen besteht und aus dem man laut Vorlage 100 Figuren zusammensetzen kann, in acht Schwierigkeitsstufen. "Die Denksport-Holzbausteine sind aus einer Spielerei entstanden. 600 Figuren kann man daraus zusammenstellen, aber die 100 Figuren in der Vorlage sind schon Herausforderung genug", betont der Erfinder. Aktuell arbeitet Dornauer an einem Geschicklichkeitsspiel, das als App programmiert werden soll.
"Es ist ein Irrglaube, dass es einem immer gut gehen muss", kommt Dornauer wieder zu seiner Lebensphilosophie zurück. "Man wird immer wieder ins kalte Wasser fallen, nur darin schwimmen sollte man nicht."

"IQ Fun"

Norbert Dornauers Geschicklichkeits- und Intelligenzspiel "IQ Fun" ist nicht irgendein Spiel, sondern ein sehr Besonderes. Dornauer selbst beschreibt es folgendermaßen: "Es trainiert die kreative Vorstellungskraft und kennt kein Alter. IQ-Fun eignet sich für alle Altersstufen ab drei Jahren, setzt auf den Sehsinn ebenso wie auf den Tastsinn. Es verstecken sich darin viele Stunden voller kniffliger Aufgaben. Und IQ-Fun braucht nicht viel Platz, da es sehr handlich ist."

Bezugsquellen:
Buch: www.amzn.to/2mwnz8m
IQ-Fun: www.iq-fun-games.com

Autor:

Christian Lehner aus Klagenfurt

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