Filmland Kärnten
250.000 Seher: Ein Filmhit aus Kärnten!

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Dreharbeiten auf der Burgruine Glanegg im Oktober 2017

Wer im Oktober 2017 nichts Böses ahnend die Burgruine Glanegg besuchte konnte dort einem Filmteam bei umfangreichen Dreharbeiten zusehen. Seitdem ist ein Jahr vergangen, Grund genug nachzufragen, was aus dem Film geworden ist.
Die Recherche verläuft zunächst einmal einfach, der Drehort, die Burgruine Glanegg, aber auch andere Drehorte in Kärnten, wie das ‚Klagenfurter Kinomuseum‘ wurden von der amerikanischen Produktionsfirma ‚Filmmakers Company‘ überall verlinkt, der Film selbst, mit dem reißerischen Titel ‚Hot spanking rod‘ ist auf unzähligen Seiten im Netz zu finden u.a. auch auf der amerikanischen Amazon.com Seite.
Der Film ist also längst in den USA veröffentlicht worden und erfreut sich dort als Handyserie großer Beliebtheit. Zirka 250.000 Besucher werden für den Film bisher ausgewiesen, (davon zirka 50.000 in England) Auf einer deutschsprachigen Seite sucht man den Film bisher leider vergeblich.
Auf Anfrage bei der amerikanischen Produktionsfirma Filmmakers Company in Los Angeles wird man zunächst auf das Büro in Paris verwiesen, das 2017 den Film in Österreich produziert hat. (Line Producer in Kärnten war: HD Foto, Klagenfurt) Im Pariser Büro von Filmmakers Company meldet sich ein redegewandter Mr. Duane Jackson, der akzentfreies Deutsch spricht, was kein Wunder ist, sind seine Großeltern in den 1960er Jahren aus Österreich nach Houston, Texas, ausgewandert.
Duane Jackson verweist darauf, dass der Film ‚Hot spanking rod‘ (dt. Titel ‚die goldene Rute‘) ursprünglich im Auftrag des englischen Fernsehens gedreht wurde und, da das österreichische Fernsehen in der Regel keine Lizenzrechte an britischen Filmen kauft, der in Kärnten gedrehte Film kaum in Österreich ausgestrahlt werden kann. An einen Kinostart denke er nicht, dafür gibt es in Österreich einfach zu wenige Kinos, um die hohen Kosten für so einen Start zu rechtfertigen, deutschsprachige VoD-Plattformen haben den Film wegen angeblicher Pornographie abgelehnt, obwohl es im ganzen Film keine Sex- oder Nachtszenen gibt. In den USA und in GB ist der Film mit PG 13 (freigegeben ab 13 Jahren) klassifiziert.
Gibt es also kein Happy End für den ungewöhnlichen Film aus Kärnten?
Laut Mr. Jackson: Nein! So weit er es beurteilen kann, können in Österreich nur Filme gezeigt werden, die mit staatlichem Geld finanziert wurden. In Deutschland gelten Filme aus dem Nachbarland Österreich als ‚Kassengift‘ und in Paris sieht man, wenn überhaupt nur die Filme von Ulrich Seidl, das ‚Schloss am Wörthersee‘ und die alten ‚Sissi‘-Filme, das Filmland Österreich ist in Frankreich völlig unbekannt und Michael Haneke gilt hier als französischer Regisseur.
Aussagen eines ausländischen Filmproduzenten, die zu denken geben, denn auf Grund des großen Erfolges plant der geschäftstüchtige Mr. Jackson schon eine Fortsetzung. „Krampusfilme sind in den USA und in England im Moment aktuell, man muss jetzt auf diesen Zug aufspringen“, so der Enkel von Auslandsösterreichern im O-Ton, der keinen Zweifel aufkommen lässt, dass die Fortsetzung in den USA gedreht wird.
Letzte Frage an Duane Jackson in Paris: Wo bleibt hier die Nachhaltigkeit, die z.B. immer wieder von der Filmförderung in Österreich propagiert wird?
Duane Jackson: Welche Nachhaltigkeit? 250.000 Seher bedeuten bei 97 Minuten Laufzeit des Films 24.250.000 Minuten Kärnten von seiner lustigsten und auch schönsten Seite auf amerikanischen und englischen Bildschirmen. Wenn niemand in Kärnten diese Chance nützt, dann hat es eine genauso große Nachhaltigkeit wie eine ‚Seifenblase‘. Aber dort, in Kärnten, sind die Probleme hausgemacht.
Fazit: die zu 100% in Kärnten hergestellte Krampuskomödie ‚Hot spanking rod‘ (dt. Die goldene Rute) ist sicher einer der erfolgreichsten österreichischen Filme der letzten Jahre im Ausland, in Österreich wird er (leider) völlig unbekannt bleiben.
Zum Vergleich:
Der Film ‚Made in Kärnten‘ hat einen Marktanteil am österreichischen Film von 0,5% (Stand: 2016) (Quelle: Filmwirtschaftsbericht), am deutschen Filmmarkt ist der Marktanteil des Films ‚Made in Kärnten‘ unmessbar gering.
Besucherzahlen von Filmen ‚Made in Kärnten‘:

2018: Hot Spanking rod (dt. die goldene Rute) F/GB/USA 2018, Produktionsfirma: Filmmakers Company, Paris, Line Producer: HD Foto, Klagenfurt, Regie: Peter Citti, Kinostart USA, 1.6.2018. VoD Start in den USA und GB: 1.7.2018, bezahlte Aufrufe auf VoD-Plattformen in den USA & GB bis 1.10.2018: zirka 250.000
Der Film wird nicht im deutschsprachigen Raum verliehen.

2018: Erik & Erika, Produktionsfirma: Lotus Film, Wien, Regie: Reinhold Bilgeri, Kinostart in Aut: 02.03.2018, Besucher: 26.340
2017: Harri Pinter Drecksau Produktionsfirma: Graf Film, Klagenfurt, Regie: Andreas Schmied, Kinostart in Aut: 22.10.2017, Besucher: 25.433
2017: Der Mann aus dem Eis, Produktionsfirma: Amour Fou Film, Wien, Regie: Felix Randau, Kinostart in Aut: 7.12.2017, Besucher: 6.326
2016: Mein Fleisch und Blut, Allegro Film, Wien, Regie: Michael Ramsauer, Kinostart in Aut: 30.09.2016, Besucher: 6.645
2015: Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist, Produktionsfirma: Graf Film, Klagenfurt, Regie: Andreas Prochaska, Kinostart in Aut: 12.06.2015, Besucher: 5.932

Autor:

Christine Trapp aus Klagenfurt

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