13.09.2014, 05:20 Uhr

Ein (Herbst)bild wie aus alten Tagen

Klagenfurt am Wörthersee: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | „.. und dennoch fallen raschelnd fern und nah / die schönsten Früchte ab von jedem Baum“, schreibt Christian Friedrich Hebbel (1813-1863) in seinem Gedicht „Herbstbild“. Körbe voll solcher von Apfelbäumen gefallener Früchte standen am 9. September in der Wiese hinter unserem Gemeindehaus, und wir Schwestern trafen uns, um sie zu Mus zu verarbeiten. Denn Fallobst muss binnen weniger Tage verarbeitet werden, oder es verdirbt. Dies betrifft vor allem eine Apfelsorte wie die Grafensteiner. Nachdem wir schon zahlreiche Apfelstrudel und Apfelkchen gebacken hatten und der reiche Erntesegen nicht nachließ, blieb nur mehr das Einrexen oder Einkochen. Wir entschieden uns heuer für die Verarbeitung des Obstes zu Mus. Und da viele Hände fleißig mittaten – vom Waschen, Schälen und Ausschneiden der Äpfel bis zum Reinigen der Gläser sowie dem Verkochen, Pürieren und Abfüllen des Apfelmuses – wurde viel geschafft. Gezählte 56 Gläser konnten gefüllt und an die Familien verteilt werden. Rund um die arbeitenden Frauen vergnügten sich die Kinder mit Bällen, Rollerskates, Skateboards, Fahrrädern oder Babysitten – ein Bild wie in alten Zeiten, als man von Handy und Organizer noch nicht durch die Woche gejagt wurde.
Als die großen Kochtöpfe, Mixer und Arbeitsflächen wieder sauber waren, saßen Frauen und Kinder an einem langen Tisch zusammen, sprachen den Speisesegen und konnten noch einmal so viel Apfelmus essen wie sie wollten, dazu gab es Buchteln und Vanillesauce. Am Ende bleibt das gute Gefühl, wertvolle Ressourcen nicht verderben (in diesem Fall: verfaulen) gelassen, sondern verwertet zu haben.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.