15.03.2017, 07:30 Uhr

GEMEINSAM.SICHER: "Sicherheitspartner sind Multiplikatoren"

Der Austausch mit der Bevölkerung steht bei der Initiative GEMEINSAM.SICHER im Vordergrund. Unkomplizierte Problemlösungen sollen gemeinsam gefunden werden (Foto: Thun)

Zusammenarbeit zwischen Polizei und der Bevölkerung ist ein wichtiger Aspekt der neuen Initiative.

KLAGENFURT STADT & LAND. Die Initiative der Polizei GEMEINSAM.SICHER (wir berichten laufend) lebt vor allem von Bürgerbeteiligung. Als Sicherheitspartner kann sich die Bevölkerung einbringen. Doch wie stellt man sich im jeweiligen Bezirk diese Zusammenarbeit vor?

Große Multiplikatoren

"Eines vorweg", so der Sicherheitskoordinator für den Bezirk Klagenfurt Land, Martin Rupitsch: "Ein Sicherheitspartner nimmt keine Anzeige auf, dafür ist die Polizei zuständig. Der Sicherheitspartner ist auch kein ,Spitzel', der etwa Falschparker aufschreibt." Vielmehr gehe es um Menschen in den Gemeinden, die "große Multiplikatoren" sind. Bedeutet, die viele Menschen kennen. Claus Kügerl, Sicherheitskoordinator für Klagenfurt Stadt, ergänzt: "Gibt es zum Beispiel ein Problem in einem Siedlungsgebiet, kann sich eine der betroffenen Personen an uns wenden. Er ist dann der Sicherheitspartner, mit dem wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden."
Dabei sei vor allem darauf zu achten, ob es sich wirklich um ein Problem handelt. "Wir sehen uns jeden Fall sehr genau an. Die endgültige Entscheidung, ob wir ein Thema aufgreifen oder nicht liegt bei uns, wir lassen uns nichts aufdrängen", betont Sicherheitskoordinator Claus Kügerl.

Größerer Bekanntheitskreis

"In erster Linie suchen wir die Partner innerhalb von Gruppen, die bereits Menschen helfen - Feuerwehr, Vereine, im Gemeinderat", so Rupitsch. Aber auch Unternehmer, die sich viel mit anderen austauschen, oder Wirte können Sicherheitspartner werden. Eben jene Leute, die in den Gemeinden viel unterwegs sind und viele Kontakte pflegen. Denn sie sollen andere erreichen und wichtige Themen transportieren, auf der anderen Seite aber auch wahrnehmen, wo quasi "der Schuh drückt".
"Es geht um einen gegenseitigen Austausch", erklärt Rupitsch. Der Polizei ist es etwa ein Anliegen, Sicherheits-Tipps oder Trends in der Kriminalität zu verbreiten. "Momentan wäre das etwa die Internet-Kriminalität. Immer wieder werden Pseudo-Rechnungen via E-Mail verschickt. Unser dringender Tipp: niemals einzahlen!"

Tipps über Problembereiche

Umgekehrt ist es der Polizei wichtig, von den Partnern über Sicherheitsmängel aufgeklärt zu werden, die man nicht immer sofort entdeckt – z. B. eine schlecht beleuchtete Straße, eine Raser-Strecke oder eine unübersichtliche Ausfahrt.
"Bei kleineren Fällen, die wir bisher hatten, konnten wir schon beim ersten Gespräch schnell eine Lösung finden", berichtet Claus Kügerl von ersten Erfahrungen. Weitere Gespräche an einem runden Tisch seien nicht nötig gewesen. "Es ist wichtig, dass die Lösung möglicht unkompliziert und ohne Bürokratie gefunden wird", so Kügerl.

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