Wie man Wasserunfälle vermeidet

v.l.: Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger, ÖWR-Bezirkabschnittsleiter Robert Enzinger, Stadträtin Prof. Mag. Maria Gußl und Gemeinderat Franz Tiefenbacher.
  • v.l.: Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger, ÖWR-Bezirkabschnittsleiter Robert Enzinger, Stadträtin Prof. Mag. Maria Gußl und Gemeinderat Franz Tiefenbacher.
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Bezirks-Abschnittsleiter der Österreichischen Wasserrettung Robert Enzinger gab Tipps, wie man Unfälle im Wasser vermeiden kann.

GFÖHL. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit informiert, dass in Österreich im Zeitraum von 2008 bis 2017 insgesamt 465 Personen ertrunken sind, darunter 40 Kinder zwischen 0 und 14 Jahren. Dank der Wasserrettung konnte die Zahl von Jahr zu Jahr verringert werden. 2018 wurden über 900 km Sicherungsfahrten auf der Donau zwischen Melk und Altenwörth gemacht und es gab im vergangenen Jahr keinen einzigen Badeunfall mit Todesfall. Die wichtigste Säule der Wasserrettung ist die Prävention und Information, betont Robert Enzinger. Leider bewirken aber meist erst Unfälle, dass Menschen anfangen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Baden in Wasserstraßen
Bis zu 5000 Leute baden jährlich zwischen Krems und Melk in der Donau. Ein großes Problem ist laut Enzinger, dass viele in der Wasserstraße mitten in der Donau schwimmen und sich somit großer Gefahr durch vorbeifahrende Boote und Schiffe aussetzen. Die Wasserrettung rät, sich nicht mehr als 10 Meter vom Ufer zu entfernen.

Gefahrenquelle Pools
Eine sehr große und unterschätzte Gefahrenquelle sind Pools und Biotope. "Die meisten Eltern glauben, wenn sich Kinder über Wasser halten können, können sie schwimmen - das ist ein Irrglaube. Ob ein Kind schwimmen kann sehe ich erst, wie es sich im Wasser verhält", erklärt Enzinger. Problematisch ist auch, dass Aufsichtspersonen oft vom Handy abgelenkt sind. Unfälle passieren innerhalb von Sekunden, oft bekommt man es nicht einmal mit - Kinder dürfen daher keinen einzigen Moment aus den Augen gelassen werden.
Hinzu kommt, dass die Kälteempfindlichkeit nicht bei allen Kindern gleich ist: "Wenn ich sehe, dass ein Kind zittert, mit den Zähnen klappert und blaue Lippen hat, müssen ALLE Kinder aus dem Wasser raus", so Enzinger. Auch soll man Kinder nicht in der Nähe von Wehren spielen lassen.

20 cm reichen
Für Kleinkinder sind bereits Planschbecken mit 20 cm Wassertiefe eine Gefahr. Viele Eltern glauben, Schwimmflügel würden das Kind schützen, die Wasserrettung rät jedoch davon ab: "Wenn das Kind im Planschbecken ausrutscht, treiben die Schwimmflügel auf und das Kind ertrinkt. 20 cm genügen, trotz Schwimmflügerl." Eltern sollen am Besten mit dem Kind die ganze Zeit über mit im Planschbecken sitzen. 

Temperaturen unter 18 Grad sind lebensgefährlich
Eine ganz wichtige Sicherheitsmaßnahme sind Rettungswesten. "Solang die Wassertemperatur unter 18 Grad ist und ich mit einem Wasserfahrgerät unterwegs bin - egal ob Schiff, Schlauchboot oder Tretboot - muss ich eine Rettungsweste mitnehmen. Falle ich ins kalte Wasser, kommt es innerhalb von zwei Minuten zu einem Kälteschock, die Muskulatur zieht sich zusammen und ich gehe unter wie ein Stein." Durch die Fließgeschwindigkeit der Gewässer treiben Personen irrsinnig schnell weg und sind schon ab 20 cm unter Wasser nicht mehr zu sehen. Die Rettungsweste hat den großen Vorteil, dass sie Personen über Wasser hält und somit Leben rettet.

Die ersten 2 bis 3 Minuten sind die wichtigsten
In der Regel dauert es zwischen fünfzehn bis 30 Minuten bis ein Notarzt eintrifft und oft ist es dann für die Betroffenen schon zu spät, wenn nichts getan wird. Die Chancen sind sehr hoch, wenn man innerhalb der ersten 2-3 Minuten mit der Herzdruckmassage beginnt. "Mit meinen zwei Händen kann ich Leben retten", betont Enzinger. Er appelliert an die Zivilcourage der Leute, Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen und die Rettungskette zu aktivieren, damit es zu keiner Tragödie kommt. Vor allem in Hinblick auf die kommende Freibadsaison ist jeder verpflichtet, darauf zu schauen, was sich im und unter Wasser abspielt.

Wassersicherheitstag am 20. Juli
Am 20. Juli findet im Erlebnisbad Gföhl der erste Wassersicherheitstag statt. Der Vortrag im Stadtsaal war die Einstimmung darauf.

Die Baderegeln und weitere Sicherheitstipps finden Sie unter:
http://www.wasser-rettung.at/service/sicherheitstipps

Autor:

Katrin Pilz aus Krems

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