Ausstellung „Für das Kind“
Gerettet und doch von der Familie getrennt
- Als erste Schulklasse setzte sich die 6a vom BRG-Ringstraße unter der Leitung von Nikola Stiglitz mit der Ausstellung „Für das Kind“ im Kremser Rathaus auseinander.
- Foto: Stadt Krems
- hochgeladen von Marion Edlinger
Die Ausstellung „Für das Kind“ im Kremser Rathaus erinnert an jüdische Kinder, die 1938 und 1939 vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Großbritannien fliehen konnten.
KREMS. Briefe, Zitate und Fotografien persönlicher Erinnerungsstücke erzählen von Rettung, Verlust und einem Leben ohne die eigene Familie.
- Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber, Kuratorin Milli Segal und Kulturamtsleiter Gregor Kremser.
- Foto: Stadt Krems
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Drei Schicksale aus Krems
Rund 10.000 überwiegend jüdische Kinder wurden durch Kindertransporte nach Großbritannien gebracht. Mehr als zwei Drittel sahen ihre Eltern nie wieder. Auch drei Kinder aus Krems konnten auf diese Weise gerettet werden: die Geschwister Wilhelm und Elfriede Glass sowie Ilse Blau. Während die Geschwister überlebten, wurden ihre Eltern 1941 nach Polen deportiert.
Bei der Ausstellungseröffnung betonte Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber die schmerzhaften Folgen der Trennung: Die Kinder seien zwar gerettet worden, hätten aber ihre Eltern und Geschwister zurücklassen müssen, oft ohne zu verstehen, warum.
Erinnern & Verantwortung übernehmen
Kuratorin Milli Segal zeigte auf, wie wichtig es ist, die persönlichen Erinnerungen weiterzugeben. Viele der geretteten Kinder hätten lange geschwiegen, bevor sie ihre Erlebnisse teilten. Die Ausstellung soll auch zum Nachdenken über den Umgang mit Ausgrenzung und unbegleiteten Kindern heute anregen.
Die Schau ist bis 30. November im Rathausfoyer Krems, Obere Landstraße 4, zu sehen. Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr. Besonders Schulklassen sind eingeladen, sich mit den Lebensgeschichten auseinanderzusetzen.
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