Von Krems nach Afrika
Krankenhausprojekt vor Fertigstellung
- Beim Arbeitstreffen im Kremser Rathaus.
v.lin.re.: Vereinsobmann Pater Paulinus Kelechi Anyanwu, Kassier Harald Fleischer, Präsident Thomas Hagmann (Rotary Club Krems-Wachau), Projektleiter und Obmann-Stellvertreter Günther Schwaiger, der künftige ärztliche Leiter Uche Sunday Mbamara, Bürgermeister Peter Molnar, Präsident Gerhard Hellmann (Rotary Action Group for Reproductive, Maternal and Child Health, kurz RMCH Österreich) sowie der frühere Kremser Bürgermeister und Obmann-Stellvertreter Reinhard Resch - Foto: Stadt Krems
- hochgeladen von Marion Edlinger
Ein Krankenhausprojekt mit Wurzeln in Krems steht in Nigeria kurz vor dem Abschluss. Beim jüngsten Arbeitstreffen des Vereins Chioma Austrian Hospital im Kremser Rathaus wurde über den Fortschritt des Baus in Umuakagu informiert.
KREMS/NIGERIA. Der Rohbau ist bereits fertiggestellt, auch der Innenausbau ist abgeschlossen. Im ersten Halbjahr 2026 folgen Einrichtung sowie Stromversorgung durch Generator und Photovoltaik. Im Sommer werden medizinische Geräte aus Niederösterreich geliefert, die Eröffnung ist für Herbst geplant. Beim Treffen war auch der künftige ärztliche Leiter der Klinik, Uche Sunday Mbamara, vor Ort.
Versorgung für tausende Menschen
Das „Chioma Austrian Hospital“ entsteht in einer Region im Südosten Nigerias, in der rund 60.000 Menschen bislang kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die nächsten Krankenhäuser sind schwer erreichbar, die Mütter- und Kindersterblichkeit ist entsprechend hoch. Geplant sind unter anderem Diagnostik, ambulante Versorgung, OP- und Geburtsbereiche sowie rund 40 Betten.
Projekt mit persönlichem Hintergrund
Initiiert wurde das Vorhaben von Pater Paulinus Kelechi Anyanwu, der früher in Krems tätig war. Nach dem Tod seiner Schwester aufgrund fehlender medizinischer Versorgung entstand die Idee für ein eigenes Krankenhaus. 2020 wurde dafür gemeinsam mit Unterstützern aus Krems ein Verein gegründet.
Starke Unterstützung aus Krems
Das Projekt wird durch Spenden und ehrenamtliches Engagement getragen. Auch die Stadt Krems unterstützt die Initiative, zuletzt mit 2.000 Euro. Zudem engagieren sich alle vier Kremser Serviceclubs finanziell. Bürgermeister Peter Molnar betont: „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie stark internationale Solidarität direkt aus der Kremser Bevölkerung heraus wirken kann. Das Engagement aller Beteiligten ist außergewöhnlich. In Kürze wird das Chioma Austrian Hospital tausenden Menschen erstmals Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen und damit Leben retten. Darauf können wir in Krems sehr stolz sein.“
Mit der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2026 rückt dieses Ziel nun in greifbare Nähe.
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