15.03.2017, 11:32 Uhr

Olympisches Feuer erleuchtete Krems

Groß war die Begeisterung bei den Athleten - ein Funke, der auch auf die Zuseher übersprang.
Krems an der Donau: Dreifaltigkeitsplatz |

Ihr größter Sieg ist die Überwindung physischer und menthaler Beeinträchigungen. Die Teilnahme an den Olympic Word Winter Games 2017 ist eine Demonstraton dafür, was mit Ehrgeiz, Disziplin und Herz unter schwierigsten Voraussetzungen möglich ist.

Die Rede ist von jenen 2.700 Athleten aus 107 Nationen, die unter dem Motto ‚Heartbeat for the World‘ bei den Sportwettkämpfen von 14. bis 24. März in Graz, Schladming und Ramsau mit dabei sind. Ein Teil von Ihnen wurde davor in Krems in einer feierlichen Zeremonie auf ihrem Weg in die Steiermark vorgestellt und gefeiert.

Im Vorfeld der Special Olympics veranstaltete der Law Enforcement Torch Run (Fackellauf der Polizei) den ‚Final Leg‘ - einen Fackellauf, der das Olympische Feuer durch 50 Städte und Orte des Gastgeberlands trägt. Mit dabei 80 internationale und 10 nationale Polizisten sowie 10 internationale Special-Olympics Athleten und zahlreiche Polizeischüler aus ganz Österreich. Die brennenden Fackel wird bei der Eröffnungsfeier in Schaldming an einen Athleten übergeben, der das Olympische Feuer in der Feuerschale entzündet.

Als Repräsentanten für die heurigen World Winter Games machten namhafte Special Olympics-Athleten auf ihr Anliegen aufmerksam. Darunter Amanda Bamman aus Colorado, Ariel Ary aus Costa Rica, Andrew Negrelli aus Australien, Michal Heup aus den USA und der Steirer Albert Masser. Einen besonderen Willkommensgruß stellte die Kulturdarbietung der Kinder Volkstanzgruppe Krems-Stein unter Leitung von Wilfriede Emberger mit den original Wachauer Goldhaubentrachten dar. Die Zeremonie wurde von vielen Besuchern, allen voran NÖ Landtags-Abg. Josef Edlinger, Krems-Bgm. Reinhard Resch, Vize Gottfried Haselmayer, Sportstadtrat Albert Kisling und Bezirkspolizeikommandant Manfred Matousovsky mit Begeisterung verfolgt. Durch die Veranstaltung führte Moderator Marcus Poscharnig. Einstimmig alle Redner: "Sehen Sie sich sowohl die Eröffnungsfeier als auch die Bewerbe im Fernsehen an - als Zeichen der Anerkennung.

Sportstadtrat Albert Kisling: „Stolz, dass es gelungen ist, die Zeremonie nach Krems zu holen.“

Herr Stadtrat, wie ist es zu der heutigen Feierlichkeit gekommen?
A.K.:„Im August 2015 sind hochrangige österreichische Polizeioffiziere zu mir gekommen mit dem Anliegen, dass sie gerne in Krems mit ihrem Fackellauf Station machen möchten. Ich war davon begeistert, habe es als Möglichkeit gesehen, auf die Sportstadt Krems aufmerksam zu machen.
Was ist - neben der Präsentation der Athleten - das Besondere?
A.K.: Mich begeistert, dass die Organisatoren des Law Enforcement Torchrun - die größte Sponsoringaktion der Special Olympics - in 10 Jahren eine halbe Mrd. US-Dollar gesammelt hat. Der Fackellauf dient auch dazu, weltweit auf das jeweilige Veranstaltungsland aufmerksam zu machen.“
Sie sind selbst betroffen - konnte das Bewusstsein für behinderte Menschen in den letzten Jahren geschärft werden?
A.K.: „Auf jeden Fall. Solche Vertanstaltungen tragen wesentlich dazu bei, sind wichtig, um den Behindertensport und Menschen mit Beeinträchtigungen stärker in die Gesellschaft zu integrieren. Allerdings: Behinderte Menschen sind immer noch ausgegrenzt, sei es durch den erwchwerten Zugang zu Sportstädten, Verkehrsmitteln, Lokalen oder öffentliche Einrichtungen. Trotz Gleichstellungsgesetz, schade, dass hierzulande immer noch große Defizite vorherrschen. Deshalb sind solche Großveranstaltungen von enormer Bedeutung, es muss aber noch viel mehr passieren.
Was tut sich diesbezüglich in Krems?`
A.K.: Ein paar Dinge, doch es könnte mehr sein: Es gibt einmal im Jahr den Special Sports Day, haben ein Special Needs-Team im Fußball und Amputierten-Tennis, da hat sich sogar der NÖ Landesverband in Krems angesiedelt. Es gibt auch das Angebot, dass Behindertensportler gratis in der Sporthalle trainieren dürfen. Ich selbst fahre Handbike, spiele Boggia, manchmal Tischtennis. Und ich spiele leidenschaftlich gern Billard. Vor meinem Unfall war ich Orientierungsläufer, sogar Dritter bei der Staatsmeisterschaft, zusätzlich habe ich Krafttraining betreiben, bin mit dem Rennrad gefahren und war Rock ‚n‘ Roll-Akrobat. Ich war also sehr sportlich - auch wenn man es jetzt nicht mehr sieht. Um und Auf ist nach einem Schicksalsschlag ein stabiles Umfeld, Menschen die einen auffangen. Oft kommt dann irgendwann auch wieder das Bedürfnis, Sport zu betreiben oder etwas zu tun, das dem Leben neuen Sinn gibt."

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