Wörgler Grüne: "GZW ist ein Fass ohne Boden"

"Für uns ist es wieder einmal ein Fass ohne Boden", sagt die Grüne Gemeinderätin Christine Mey (rechts).
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  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

WÖRGL (bfl). Die Wörgler Grünen mahnen in der Causa GZW Gesundheitszentrum Wörgl Errichtungs GmbH zur Offenlegung aller Fakten und empfehlen den Verkauf der GmbH.
Konkret geht es darum, dass der Gemeinderat in der letzten Sitzung vom 4. Juli ein Darlehen der Stadtgemeinde für die GZW Errichtungs GmbH genehmigte. Das Darlehen ist 61.000 Euro schwer, zinslos und wird für die Trennung der Wasserkreisläufe zwischen Privatklinik und Ordinationen benötigt. Bei der Abstimmung gab es 19 Ja- und zwei Nein-Stimmen durch die Grünen, die befürchten, dass die GmbH den Kredit der Stadt nicht zurückbezahlen kann. "Wenn man über die 61.000 Euro Darlehen redet, dann muss man auch über die finanzielle Gesamtsituation des GZW reden und da gehören die Altlasten dazu", argumentiert Richard Götz.

Bereits Darlehen und Zuschüsse gewährt

Neben einem Darlehen aus dem Jahr 2001, das 2010 umgewandelt wurde, soll es laut den Wörgler Grünen jährliche Subventionen in der Höhe von mindestens 100.000 Euro und weitere "Kredite" gegeben haben. Schon vor der Abstimmung brachten die Grünen in der Diskussion im Gemeinderat ein im Jahr 2010 umgewandeltes Darlehen an die besagte GmbH zur Sprache. Es ist dies ein Darlehen über rund 508.700 Euro, an das sich Bürgermeisterin Hedi Wechner – selbst ab 2004 zweite Vizebürgermeisterin und seit 2010 im Bürgermeisteramt – während der Gemeinderatssitzung "nicht mehr erinnern konnte".
Damals habe man laut den Grünen beschlossen, ein 2001 gewährtes Darlehen an die GZW Errichtungs GmbH umzuwandeln. Der damalige Kredit über 508.700 Euro konnte nicht erbracht werden und wurde deswegen von der Stadt in einen Kapitalzuschuss bzw. eine Erhöhung des Eigenkapitals umgewandelt.
Zudem sprechen die Grünen von weiteren Finanzzuschüssen der Stadtgemeinde an die GZW, darunter jährliche Subventionen in der Höhe von mindestens 100.000 Euro. Weiters habe die Stadtgemeinde für 800.000 Euro Kreditsumme eine Patronatserklärung abgegeben. Im Jahre 2013 habe die Stadt ein Gesellschafterdarlehen über 120.000 Euro gewährt, wobei der Beginn der Rückzahlung für das Jahr 2028 angesetzt sei, da ab hier erwartet wird, dass die GmbH sicher positive Jahresabschlüsse vorweisen könne.
Es sei nicht zu erwarten, dass die Gesundheitszentrum Wörgl Errichtungs GmbH in Zukunft ohne Finanzspritzen durch die Stadt Wörgl auskomme, argumentieren die Grünen.
Deswegen und auch hinsichtlich des Sparkurses der Gemeinde sollte man auch über den Verkauf der Einrichtung nachdenken. Zudem, so Götz, bestehe kein öffentliches Interesse mehr, da keine öffentlichen Einrichtungen mehr im GZW untergebracht seien. "So sind wir reine Immobilienverwalter. Und das nicht besonders erfolgreich", sagt Götz.
"Für uns ist es wieder einmal ein Fass ohne Boden", sagt die Grüne Gemeinderätin Christine Mey. "Wir wundern uns immer wieder, warum man so etwas am Leben hält, das über Jahre defizitär ist".

Befürchtungen "völlig unbegründet"

Als "völlig unbegründet" bezeichnet indes Johann Peter Egerbacher, Geschäftsführer der GZW Gesundheitszentrum Wörgl Errichtungs GmbH und Mitarbeiter im Stadtbauamt die Befürchtung der Grünen, dass der Kredit nicht zurückbezahlt werden könnte. Ein umgewandeltes Darlehen über 508.700 Euro aus dem Jahre 2010 bestätigte er in einer Stellungnahme nicht. "Ein Minimum an Datenschutz muss es geben", so Egerbacher. Auch die von den Grünen angesprochenen jährlichen Subventionen habe es laut Egerbacher so nicht gegeben: "Es hat eine Subvention gegeben. Diese ist aber schon zurückbezahlt worden." Derzeit gebe es auch keine weiteren Subventionen. Ein Verkauf der GZW Errichtungs Gmbh sei derzeit nicht angedacht.

Über die GZW Errichtungs GmbH

Die GZW Gesundheitszentrum Wörgl Errichtungs GmbH ist ein Tochterunternehmen der Stadtgemeinde Wörgl, das die Vermietung und der Verpachtung des Gesundheitszentrum Wörgl regelt. Die Gesellschaft errichtete zudem ursprünglich das Gesundheitszentrum. Ein Teil dessen wurde als Arzpraxen verkauft, während nun die übrigen 65 Prozent an die Kursana Gesundheitszentrum Wörgl BetriebsgmbH verpachtet sind.

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