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Yildirim fordert finanzielle Absicherung für Evita Kufstein

„Wir brauchen endlich spürbar mehr Geld für den Gewaltschutz“, fordert SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.
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Die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende und Nationalrätin Selma Yildirim fordert mehr Geld für den Gewaltschutz vom Bund – insbesondere für die Kufsteiner Mädchen- und Frauenberatungsstelle Evita. Diese will im Rahmen der 16 Tage der Gewalt auch im Pandemiejahr ein Zeichen gegen Gewalt setzen. 

KUFSTEIN (red). „Wir brauchen endlich spürbar mehr Geld für den Gewaltschutz“, forderte SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NR Selma Yildirim nun in einer Aussendung von der schwarz-grünen Bundesregierung.
Konkret geht es ihr dabei auch um die Mädchen- und Frauenberatungsstelle Evita in Kufstein. Diese hat zwar die offiziellen Voraussetzungen für eine Frauenservicestelle erfüllt, die tatsächliche Zuerkennung scheiterte aber bislang offensichtlich am Geld. "Es geht hier nicht um große Beträge, daher ist es vor allem eine Frage der Prioritäten. Leider sind Frauenagenden und Gewaltschutz oftmals nicht besonders weit oben angesiedelt“, bedauert Yildirim.

"Fatales" gesellschaftspolitisches Signal

Bereits seit seiner Gründung im November 2000 strebte der Verein Evita Kufstein die Anerkennung als Frauen-Service-Stelle an, denn diese würde eine gewisse finanzielle Sicherheit mit sich bringen. Frauenservicestellen werden vom Ministerium mit einem Fixbetrag von jährlich 50.000 Euro unterstützt. „Viele andere Einrichtungen, die von Gewalt betroffene Frauen und Kinder betreuen, müssen von einem Jahr aufs andere um finanzielle Unterstützung zittern, bekommen nicht einmal eine Indexanpassung. Das ist ein fatales gesellschaftspolitisches Signal“, sagt Yildirim. 

Wichtige Arbeit, mit viel Idealismus

Evita bietet im Bezirk Kufstein ein niedrigschwelliges Angebot an Frauenberatung, aber auch Prozessbegleitung für Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt. Im Bereich Opferschutz betreibt Evita die einzigen offiziellen Notwohnungen für von Gewalt betroffene Frauen im Bezirk.
„All das leistet Evita mit nicht einmal zwei Vollzeitstellen. Im Jahr 2019 wurden mehr als 300 Klientinnen betreut. Eine enorm wichtige Arbeit, die augenscheinlich nur mit viel Idealismus zu meistern ist“, schildert Yildirim. Hilfe und Unterstützung bei Trennungen, Gewalt, psychische Gesundheit und immer mehr die Bereiche Armut und Wohnen sind die Themen, mit denen das Team von Evita am häufigsten konfrontiert ist. „Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig mehr Geld für Gewaltschutz, Prävention und Frauenberatung ist“, betont Yildirim. Sie verdeutlicht: "Das Budget für das Frauenministerium ist niedriger, als die jährlichen Kosten für die Ersatzteile der Eurofighter.“

16 Tage gegen Gewalt

Das Thema "Gewalt an Frauen" nimmt gerade im November eine besondere Stellung ein, beginnen doch am 25. November die 16 Tage gegen Gewalt. Die Frauen- und Mädchenberatungsstelle Evita beteiligt sich im Rahmen dieser auch heuer an der Fahnenaktion "Frei leben ohne Gewalt" des deutschen Vereins "Terre des Femmes". Am 25. November soll  wieder die Fahne in Kufstein gehisst werden und bis zum 10. Dezember über den Dächern von Kufstein wehen. Die Fahne ist dabei ein Symbol für ein gewaltfreies Miteinander. 
Zusätzlich zur Fahnenaktion werden Werbetafeln vor dem Kufsteiner Rathaus während des 16-Tage-Aktionszeitraumes bespielt. Sie sollen mit aktuellen Zahlen und Hinweisen auf die heurige Kampagne von Evita mit dem Titel "Gewalt ist noch nicht vom Tisch" aufmerksam machen. Bei dieser Kampagne werden Bierdeckel in Kufstein und Wörgl, so weit als möglich, verteilt. "Gerade jetzt nach diesem Terroranschlag in Wien ist es wichtig ein öffentliches Zeichen zu setzten, Gewalt nicht zu tolerieren, weder im öffentlichen Raum, noch hinter verschlossenen Türen. Wir versuchen unsere Bierdeckel über die Anbieter von Take-away und Lieferdienste zu verteilen, da gerade jetzt Gewaltprävention trotz Pandemie nicht 'unter den Tisch fallen' soll", so der Verein Evita Kufstein. 

LR Fischer: Bierdeckelaktion leistet "wichtigen Beitrag"

„Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein Ausdruck von ungleicher Macht und Machtmissbrauch und verhindert die Entfaltung ihrer Potenziale und ein selbstbewusstes, selbstbestimmtes Leben. Um diese Gewalt schon beim Entstehen zu stoppen, braucht es die gesamte Gesellschaft – es braucht Solidarität und Zivilcourage, es braucht Information und Beratung, und es braucht das Füreinander da Sein", so LR Gabriele Fischer in einem Statement zu den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen. "Die Bierdeckelaktion, die in Kufstein von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle Evita organisiert wird, leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung gegenüber dieser wichtigen Thematik“, betont Fischer.

Weitere Beiträge zum Thema 16 Tage gegen Gewalt finden Sie hier.

Verein Evita Kufstein blickt nach zwanzig Jahren zurück
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