12.03.2017, 12:30 Uhr

300 Jahre alt und runzelig – Die Urtanne vom Steinberg

Auf rund 300 Jahre schätzt man das Alter des Naturdenkmals am Steinberg. (Foto: Kufsteinerland)
KUFSTEIN. Gezeichnet von Wind und Wetter steht die Urtanne am Steinberg nahe der Baumgrenze direkt vor den imposanten Gipfeln des Kaisergebirges. Keiner kann sagen, wieviele Stürme der einst große, starke Baum abgewehrt hat, aber eines ist sicher: Die rund dreihundert Jahre alte Tanne strahlt Ruhe und Energie aus. Ein Kraftplatz in herrlicher Kulisse.

Um dort hin zu gelangen, bedarf es Zeit und Wanderlust. „Man sollte rund eineinhalb Stunden Gehzeit einberechnen. Die Tour eignet sich perfekt für Familien“, informiert Bergführer Harald Löffel. Gestartet wird bei der Talstation des Kaiserliftes, der Wanderer in einer halben Stunde auf's Brentenjoch bringt. „Von dort aus folgt man der Beschilderung in Richtung Gamskogel. Etwas oberhalb der Steinbergalm – nur eine Wiese entfernt – befindet sich der Kraftplatz“, so Harry.
Schon von Weitem ist die Urtanne für Wanderer ersichtlich. Obwohl der alte Baum seine Schönheit schon längst verloren hat, ist es vor allem die unbändige Kraft, die Besucher in seinen Bann zieht. Die Äste hängen in Richtung Erde, die Spitze ragt karg in den Himmel hinauf und alleine der Umfang des Stammes beträgt rund fünf Meter. Inmitten der blühenden Almwiese ist er auf sich komplett alleine gestellt. „Normalerweise stehen Tannen in Mischwäldern und haben bei Unwetter Schutz von den anderen Bäumen. Das ist bei der Urtanne aber nicht der Fall“, erzählt Harry und deutet auf einen riesigen Baumstumpf: „Vor zwei Jahren ist ein Ast abgebrochen. Er ist fast so groß wie ein eigener Baum und macht ersichtlich, wieviel Energie ihm die Stürme geraubt haben.“
Keiner weiß, wieviele Jahre der Baum am Fuße des Kaisergebirges schon überlebt hat. „Man schätzt, dass er zwischen 250 und 300 Jahre alt ist. Kaum zu glauben, was der Urtanne schon alles widerfahren ist“, erklärt Harry nachdenklich. Aber woher nimmt der Baum die Kraft? „Man sieht die imposanten Wurzeln, die vom Baum in den Wiesenboden sprießen. Die Erde liefert die nötigen Zutaten, damit sich die Urtanne so entfalten kann“, so Harry. Nicht nur der Baum an sich, sondern die Kulisse rundherum ist einzigartig. Majestätisch türmen sich die Gipfel des Wilden Kaisers hinter dem Naturdenkmal auf und bewachen den Kraftplatz von außen. Die Wiese mit den bunten Blumen, wie dem lila Enzian und dem gelben Hahnenfuß verleihen dem Ort zugleich einen lieblichen Charakter.

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