10.05.2016, 14:05 Uhr

"Versuche, mich auf das Gefühl zu konzentrieren" – Ausnahmegitarrist Manuel Randi im Interview

Virtuose Klänge: Manuel Randi gastiert am 14. Mai im Stadtsaal Kufstein. (Foto: Lindner)

Manuel Randi, einem breiteren Publikum als Gitarrist im "Herbert Pixner Projekt" bekannt, spielt am 14. Mai sein Soloprogramm in Kufstein. Den BEZIRKSBLÄTTERN erzählt er von einem ersten Auftritt, seiner klassischen Musikausbildung und den besonderen Momenten als "schönster und bester Gitarrist Südtirols", wie ihn Herbert Pixner betitelt.

KUFSTEIN (nos/mel). Am 14. Mai gastiert der brillante Gitarrist Manuel Randi, derzeit Mitglied des „Herbert Pixner Projekts“, im Kufsteiner Stadtsaal. Randi lässt sich nicht auf ein Genre reduzieren. Gypsy Jazz, Klezmer, Lateinamerikanische Musik, jene des Balkans sowie zarte Balladen liegen ihm ebenso wie Neuinterpretationen bekannter klassischer Stücke. Mitreißende Rhythmen, fulminante Soli und Spielfreude, gepaart mit technischer Perfektion, gekonnter Phrasierung und jeder Menge „Know How“ sind aber die gemeinsamen Nenner seiner Performance.

Die BEZIRKSBLÄTTER haben Manuel Randi vorab zum Interview gebeten:

Wann hast du dich entschieden, hauptberuflich Musiker zu werden?
Mit 18 Jahren habe ich mich mit verschiedenen Jobs über Wasser gehalten, ich bin ausgebildeter Elektrotechniker. Parallel dazu habe ich immer schon Konzerte gegeben und ab einem bestimmten Zeitpunkt habe ich mehr mit der Musik also bei Konzerten und mit dem Unterrichten verdient. Daraufhin habe ich mich auf die Musik konzentriert, das war ungefähr mit 20 Jahren.

Du hast dir autodidakt das Gitarrespielen beigebracht – wie steht’s bei dir mit dem Notenlesen?
Mit 7 Jahren habe ich begonnen, Klarinette zu spielen, dann habe ich das Musikkonservatorium besucht, bis ich 15 Jahre alt war. Ich kann Noten lesen und habe die Harmonielehre-Prüfungen mit Bestnote bestanden. Gelegentlich komponiere und arrangiere ich Werke für Chor und Orchester. Aber wenn ich meine eigene Musik spiele, denke ich nicht an Noten, sondern versuche, mich auf das Gefühl zu konzentrieren. Es ist für mich wichtiger, die Musik zu kennen und zu verstehen, als sie zu lesen und passiv auszuüben.

Wie viele Musikinstrumente besitzt du?
Viele… 25 Gitarren, eine Mandoline eine arabische Oud, einen E-Bass...
Auf vielen dieser Gitarren spiele ich nicht mehr, aber ich möchte sie nicht verkaufen, da viele Erinnerungen in diesen Holzmaserungen stecken. Manchmal verleihe ich sie oder spiele selbst ein wenig darauf. Also, wenn ihr eine Gitarre braucht, meldet euch!

Gibt es einen Ort, an den du deine Gitarre nicht mitnehmen würdest?
Ins Bett mit meiner Frau.

Wie viele Musikprojekte verfolgst du aktuell?
Ich bin mit dem Herbert Pixner Projekt konstant auf Tournee. In den freien Zeiträumen spiele ich mein Soloprogramm gemeinsam mit Marco Delladio. Außerdem habe ich vier Kinder, da bleibt keine Zeit für weitere Projekte.

Welche Erinnerungen hast du an deine erste Band bzw. deinen ersten Auftritt?
Mein allererster Auftritt mit der Klarinette war eine Katastrophe. Ich war damals 8 Jahre alt, habe gezittert und grottenschlecht gespielt... schrecklich! Seit ich 14 Jahre alt bin, habe ich in verschiedenen Gruppen gespielt, alle Kollegen waren älter als ich und ich habe auf der Bühne viel von ihnen gelernt, sie waren meine Lehrer. Ich habe den Enthusiasmus und die unglaubliche Energie noch in guter Erinnerung und ich bin sehr froh, dass mich diese Energie noch nicht verlassen hat...

Laut Herbert Pixner bist du der „beste und schönste Gitarrist Südtirols“ – kann man sich bei einem solchen Lob noch der Groupies erwehren?
Ich finde nicht, dass ich besonders schön bin! Außerdem gestaltet sich unser Konzertalltag so, dass wir nach dem Konzert Autogramme geben und uns ein wenig mit den Konzertbesuchern unterhalten, dann wird das Bühnenequipment abgebaut und ins Auto geladen und wenn wir fertig sind, sind die Groupies schon weg!
Scherz beiseite: Ich bin glücklich verheiratet, die schönsten Momente verbringe ich zu Hause…

Manuel Randi und Marco Delladio

Das Konzertprogramm beinhaltet eine Auswahl der Stücke aus seinen bisher erschienenen CDs aber auch unveröffentlichte Kompositionen für Sologitarre. Unterstützt wird Manuel Randi von Marco Delladio an der rhythmischen Gitarre.

Manuel Randi ist Gitarrist, Klarinettist und Komponist aus Bozen/Italien. Im Alter von 6 Jahren bekommt er bereits den ersten Gitarrenunterricht, zwei Jahre später nimmt er Klarinettenunterricht.
Während er sich eine Zeit lang ausschließlich mit Rockmusik beschäftigt, wendet er sich daraufhin verschiedensten Genres zu: Flamenco, Gypsy Jazz, Klezmer, Balkan, Bossa Nova sowie Alter und Klassischer Musik.

Der Bozner Berufsmusiker Marco Delladio hat sich bereits als Kind das Gitarrespielen als Autodidakt selbst beigebracht. Als Jugendlicher spielte er in verschiedenen Rock- und Bluesbands und hat nebenbei immer großes Augenmerk auf seine Soloprojekte als Gitarrist und Sänger gelegt. Diese Tätigkeit führte ihn für lange Zeit ins Ausland. Er trat in Österreich, Deutschland, England, Ägypten, auf den Malediven usw. auf. Seit ca. 20 Jahren spielt er zu verschiedenen Anlässen gemeinsam mit Manuel Randi, der ihn zu neuen musikalischen Genres wie z.B. dem Gypsy Jazz, Flamenco und der Balkanmusik hingeführt hat. Im Zusammenspiel der beiden Gitarristen übernimmt Delladio den Part der rhythmischen Gitarre.
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