16.04.2017, 10:00 Uhr

Betreutes Wohnen in Kufstein mit "Fünf-Euro-Wohnpaket"

Anton Rieder, Edith Haller und Margret Kröll wollen ab Herbst 2018 "echtes" betreutes Wohnen in Kufstein ermöglichen.

Sozialsprengel plant gemeinsam mit Stadtgemeinde Wohnen mit rund-um-die-Uhr-Betreuung für ältere Bevölkerung in Kufstein.

KUFSTEIN (bfl). Der Sozialsprengel Kufstein, Schwoich, Thiersee wird im Herbst 2018 gemeinsam mit der Stadtgemeinde Kufstein acht Wohneinheiten vergeben, die als leistbarer Wohnraum für nur fünf Euro Miete älteren pflegebedürftigen Personen zur Verfügung stehen sollen. Wesentlich dabei für den Sozialsprengel ist, dass dazu ein ambulant betreutes Wohnen mit 24-stündiger Betreuung angeboten wird.

"Echtes" betreutes Wohnen
Bereits seit fast zwanzig Jahren sei es dem Sozialsprengel ein großes Anliegen ein "echtes", betreutes Wohnen anzubieten, sagt Obfrau Edith Haller. Trotz einiger Ankündigungen war dies bis zum jetzigen Zeitpunkt in Kufstein nicht gegeben. Mit dem Neubau des Gebäudes neben dem Sozialsprengel, steht man nun kurz vor dem Ziel betreutes Wohnen im ursprünglichen Sinn der Sache anbieten zu können. Bauträger und Finanzier des vierstöckigen Gebäudes ist das Bauunternehmen Riederbau, die Fertigestellung soll im Herbst 2018 erfolgen. Das erste Obergeschoss wird von der Rieder Immobilien- und Beteiligungs GmbH errichtet werden, einer Gesellschaft der Firma Rieder, die auch beim Land Tirol für das "Fünf-Euro-Wohnbaupaket" angesucht hat. Eine Zusage für die Wohnbauförderung habe man bereits erhalten.
Geplant sind im ersten Obergeschoss acht Wohneinheiten, die alle Rufbereitschaft haben und so vom Sozialsprengel rund um die Uhr betreut werden können. Die Wohnungen werden entweder knapp fünfzig oder siebzig Quadratmeter Wohnfläche umfassen. Generalmieter des ersten Obergeschosses soll die Stadtgemeinde Kufstein sein, die die Wohnungen wiederum untervermieten wird.
Das Wohnungsangebot richtet sich dabei an die ältere Kufsteiner Bevölkerung mit Pflegestufe 1 bis 7, die einkommensschwach ist. Der Sozialsprengel hat dabei bereits für das Stadtamt Vergaberichtlinien ausgearbeitet. Demnach muss das Einkommen unter der Einkommensgrenze der Wohnbauförderung liegen und ein Pflegegeldbezug sowie ein Pflegebedarf vorhanden sein. Da das Haus über sehr wenig Garagenplätze verfügen wird, ist ein Kfz Besitz nicht möglich. Das Angebot richtet sich somit an einkommensschwache ältere Kufsteiner, die unter der Einkommensgrenze liegen und ein betreutes Wohnen einem Altenwohnheim vorziehen.
Die besondere Leistung die der Sozialsprengel bieten will, beinhaltet vor allem einen Nachtbereitschaftsdienst, der durch die ständige Rufbereitschaft gegeben ist. Die zu betreuenden Wohneinheiten liegen nur wenige Schritte vom Sozialsprengel Kufstein entfernt. Eine 24-Stunden Betreuung ist somit sichergestellt, da auch in der Nacht eine Person gerufen werden kann.

"Zuckerl" für Bevölkerung
Die Kosten für die Bewohner hängen dabei vom Betreuungsgrad ab, sie liegen aber deutlich unter Kosten, die eine Betreuung in einem Altenwohnheim mit sich bringen würde. Neben der 24-Stunden Betreuung und der ambulanten Pflege, die über den Sozialsprengel abgedeckt wird, sind weitere Vorteile für die Bewohner geplant.
"Wir bieten ein Leistungspaket an, das dann monatlich abgerechnet werden soll, je nach Bedarf", sagt Haller. Dieses solle beispielsweise Wäsche, Einkäufe oder die Reinigung der Wohnungen umfassen. "Die Preise müssen wir erst ausarbeiten, aber ich glaube, dass das ein schönes Angebot ist", sagt die Obfrau abschließend.
Nach einer Frist von drei Monaten wird man eine Bedarfserhebung durchführen, bei der evaluiert werden soll, was das Klientel tatsächlich braucht bzw. wo noch nachjustiert werden muss. Man wolle so flexibel bleiben und sich nach den gegebenen Bedürfnissen richten.
Diese neue Einrichtung sei einzigartig in Tirol, da es momentan unter den mobilen Diensten und Sprengeln nichts Vergleichbares gibt, so die Geschäftsführerin Margret Kröll. Das neue Projekt wird den Sozialsprengel allerdings auch vor eine neue Herausforderung stellen und rund zehn zusätzliche Mitarbeiter fordern.
Edith Haller, kündigt aber auch an, dass sie bei der nächsten Generalversammlung im September nicht mehr als Obfrau des Sozialsprengels zur Verfügung stehen werde. "Es ist einfach Zeit aufzuhören", sagt Haller. Die von ihr gestarteten Projekte, fügt sie hinzu, werde sie jedoch noch zu Ende führen.
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