04.10.2017, 12:30 Uhr

"komm!unity" blickt nach fünf Jahren zurück

Die beiden Geschäftsführer Klaus Ritzer und Monika Mair mit Obfrau Irmgard Moritz und Christian Kovacevic (v.l.).

Der 2012 gegründete Wörgler Verein will sich in der Zukunft neuen Herausforderungen stellen.

WÖRGL (bfl). Der Wörgler Verein "komm!unity" feiert heuer sein fünf-jähriges Bestehen und richtet dabei seinen Blick auf Vergangenes und Zukünftiges. In den kommenden Monaten will sich der Verein auch einem Perpektivenprozess unterziehen, um kommende Herausforderungen meistern zu können.
Angefangen hat die Geschichte des Vereins in der Stadtgemeinde Wörgl, in der man Überlegungen darüber anstellte, wie man Jugend- und Integrationsarbeit in der Stadt Wörgl und den Umlandgemeinden flexibler und effektiver gestalten könnte und nebenbei noch Kosten sparen könnte. Schlussendlich beschloss man einen Verein zu gründen und so die Jugendarbeit auszulagern. Der Startschuss für das Projekt fiel am 1. Juli 2012, als "komm!unity" mit zehn Mitarbeitern seine Arbeit in Wörgl begann. Die Einrichtungen waren damals in Wörgl das Jugendzentrum Zone, das Info-Eck, die Achterbahn, das Projekt i-motion und das Integrationszentrum, das später mit der Jugendarbeit zusammengeführt wurde.
"Das war sozial- und gesellschaftspolitisch ein Meilenstein", sagt der Obfrau-Stellvertreter und Sozialreferent von Wörgl Christian Kovacevic. "Sämtliche Ziele, die wir uns damals gesteckt haben, wurden nicht nur erreicht und sondern sogar weit übertroffen", so Kovacevic. Man sei flexibel in der Gestaltung der verfügbaren Mittel und der Personalpolitik, was beinahe eine Grundvoraussetzung in der schnellebigen Jugendarbeit ist. Als eine Art Beweis dieser Flexibilität nennt Kovacevic die Handhabung der Flüchtlingsströme im Jahr 2015. Im Verein sei es möglich gewesen schneller zu reagieren.

"komm!unity" wächst

Mittlerweile hat der Verein 17 Mitarbeiter und bedient seine Zielgruppen weit über Wörgl hinaus. Mit Monika Mair hat "komm!unity" nun auch eine zweite Geschäftsführerin neben GF Klaus Ritzer bekommen. Es war dies ein Schritt, um die Verantwortung auf mehreren Schultern zu verteilen. Der Wirkungsbereich des Vereines erstreckt sich heute von Wörgl über die Umlandgemeinden auf den ganzen Bezirk. So kamen in den letzten vier Jahren Jugendtreffs in Söll (2013), Bad Häring (2014), Ebbs (2015) und Kundl (2016) dazu. "Wir wachsen ständig. Es gibt auch laufend Anfragen von anderen Gemeinden, dass man sie in der Jugendarbeit unterstützt. Auch in der Integrationsarbeit sind wir auch für die Umlandgemeinden zuständig und haben da regelmäßig Veranstaltungen, die gut ankommen", sagt Mair.
Im kommenden Jahr verfügt der Verein über ein Budget von 640.000 Euro. Die Finanzierung wird zu rund 35 Prozent vom Land übernommen, während 40 bis 45 Prozent von der Stadt Wörgl und 15 Prozent von den Umlandgemeinden beigesteuert werden. Inwieweit die Stadt Wörgl hier auf Grund des Maßnahmenpakets der ICG den roten Stift ansetzten wird, wird sich zeigen.
"komm!unity" hat bereits zweimal die "Sozialmarie", einen Umweltpreis sowie den Tiroler Regionalitätspreis gewonnen, will sich aber trotzdem weiterentwickeln und neuen Herausforderungen stellen. "Wir haben uns seit fünf Jahren entwickelt, nicht weil wir geplant haben, dass wir plötzlich 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und neun Einrichtungen betreiben, sondern weil es uns passiert ist", sagt GF Klaus Ritzer. Nun möchte man ein bisschen in die Planung gehen, flexibel bleiben und mitdenken. In den nächsten zwölf Monaten startet der Verein deswegen gemeinsam mit dem Vorstand und den Mitarbeitern einen Perspektivenprozess, um einerseits herauszufinden was die aktuellen Herausforderungen in der Region sind bei denen man etwas anbieten kann. Andererseits soll es um die Frage gehen, wohin es für den Verein gehen soll und was man übernehmen kann.
Als eine der "neuen" Herausforderungen beobachtet der Verein das vermehrte Aufkommen von Jugendlichen mit psychischen Schwierigkeiten. Ein Problem dabei ist, dass "komm!unity" dabei wichtige Partner fehlen, an welche Jugendliche vermittelt werden können, gibt es doch derzeit im Unterland beispielsweise keine Jugendpsychiatrie.
"Wir heißen nicht umsonst so und unser Name ist Programm", sagt "komm!unity" Obfrau Irmgard Moritz. Man sei überzeugt, dass das Füreinander da sein und das Miteinander die Gemeinschaft zusammenhält. "Wir bemühen uns tagtäglich um dieses Füreinander", so Moritz. Und das wolle man auch in Zukunft tun.
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