17.10.2014, 11:25 Uhr

Nachhaltigkeitspreis geht nach Rettenschöss

Redlich verdient haben sich Toni und Martha Fahringer (m.) den Landessieg beim 1. Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis. LK-Präsident Josef Hechenberger (r.), Vizepräsidentin Resi Schiffmann (2.v.l.) und Bezirksobmann Johann Gwiggner (r.) gratulierten herzlich. (Foto: LK Tirol/Schießling)
Die Landwirtschaft gehört zu den wenigen Bereichen der Wirtschaft, die einen besonders sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen bereits seit jeher als eines der obersten Gebote betrachtet. Das nachhaltige Wirtschaften als bäuerliches Prinzip soll auch als besondere Leistung dargestellt werden. Daher hat die Landwirtschaftskammer Tirol (LK) den „Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis“ ins Leben gerufen, der heuer zum ersten Mal verliehen wurde.
„Mit unserer Prämierung möchten wir jene Betriebe auszeichnen, die sich über die Mindeststandards hinaus, verstärkt auf eine nachhaltige Bewirtschaftung bemühen und so Vorbildwirkung für andere haben. Wir wollen keine Schein-Nachhaltigkeit, sondern ehrliche Praxis“, so Josef Hechenberger.
Teilnahmeberechtigt waren alle milchviehhaltenden Betriebe. Insgesamt wurden 52 Kriterien für die Bewertung herangezogen, die sich in die Kategorien der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit gliederten.


Kreislaufwirtschaft am Hof

„Nachhaltige, oder anders ausgedrückt kreislauforientierte, Landwirtschaft ist ein Balanceakt, den jede Bauernfamilie versucht zu meistern. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, wenn man die umfassenden Schwerpunkte betrachtet. So zählen neben der Bewirtschaftung und dem Erhalt natürlicher Ressourcen, auch der Schutz der biologischen Vielfalt, der Tierschutz, die Lebensmittelsicherheit und Landschaftspflege sowie der Erhalt von lebens- und wettbewerbsfähigen Bauernhöfen zur nachhaltigen Landwirtschaft“, erklärt LK-Präsident Josef Hechenberger. 62 Betriebe haben sich der strengen Bewertung unterzogen.


Für die Zukunft wirtschaften

LH-Stv.in und Umweltlandesrätin Ingrid Felipe freut sich über die Initiative der LK Tirol und das nachhaltige Engagement der Tiroler Bauernfamilien: „Ich bin froh, dass gerade im Bereich der Landwirtschaft immer mehr Bäuerinnen und Bauern versuchen, tatsächlich danach zu leben. Das bedeutet eine andere Herangehensweise an unsere Form des Wirtschaftens. Das bedeutet im bäuerlichen Bereich, den Tierbestand an die Fläche anzupassen, im Wald nur so viel Holz zu ernten wie nachwächst, die Bioabfälle am Hof zu kompostieren und in den Kreislauf zurückzuführen, in großen Zeithorizonten zu denken und zu wirtschaften“, so Felipe.

Landessieger kommen aus Rettenschöss

Familie Fahringer hat in ihrem Betrieb mit 22 Hektar Grünlandfläche, 35 Kühen, 25 Stück Jungvieh und Mastschweinen stark in innovative Technik investiert. Im Tenn sorgt eine Dachabsaugung mit Heizkessel für eine optimale Heutrocknung. Der vor sechs Jahren errichtete Laufstall ist mit Photovoltaik und einer Biogasanlage ausgestattet. Mit dem Biogas aus der Güllegrube und den Solarzellen stellen sie so viel Energie her, dass sie kaum auf das eigene Brennholz zurückgreifen müssen. Sohn Anton ist gelernter Land- und Forstwirtschaftsmeister und will den Betrieb später übernehmen. Er kümmert sich um die 38 Hektar Wald, dessen Holz zum Großteil vermarktet wird. Von 1986 bis heute ist am Burgerhof viel passiert. „Wir haben schon in jungen Jahren damit begonnen, den Hof vom Zuchtvieh auf Direktvermarktung umzustellen, und das hat sich letztlich als Vorteil herausgestellt“, erklärt Martha Fahringer. Zum Burgerhof gehört die auf 1.330 Metern Seehöhe gelegene Burger-Alm – ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Biker und Familien. Wie auch am Hof im Tal investierten Toni und Martha Fahringer in den Ausbau der Almhütte, die 1998 neu errichtet wurde mit eigener Käserei und Verkaufsraumerweiterung im Jahr 2008.
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