27.10.2016, 13:54 Uhr

Feuerwehren Kärnten: Kooperationen statt Fusionen

Keine Feuerwehr wird aufgelassen – Feuerwehren sollen für neue Bedrohungen optimal ausgerüstet werden (Foto: pixabay)

Feuerwehren sollen noch effizienter und für neue Herausforderungen besser ausgerüstet werden - Kritik kommt von der FPÖ und ÖVP

Um sich neuen Herausforderungen noch besser stellen zu können, soll Kärntens Feuerwehrwesen zukunftsorientierter werden. "Es gibt nicht die geringste Überlegung, auch nur eine Feuerwehr zu schließen. Mir geht es vielmehr darum, Kärntens Feuerwehren noch besser und effizienter auszustatten“, so Landeshauptmann Peter Kaiser.

Strukturen Optimieren und wechselseitige Kooperationen

Herausforderungen wie Vermurungen, Überschwemmungen, Waldbrändegillt es möglichst rasch und effizient zu bewältigen. „Dazu braucht es die beste Ausbildung, den besten Schutz und die beste Ausrüstung für die Feuerwehrleute“, so Kaiser. Diese Anpassungen bzw. neue Schwerpunktsetzungen würden, laut Kaiser, entsprechend neuer Anforderungen auf Basis der Erfahrungen in anderen Bundesländern erfolgen. Die Grundausrüstung für alle Wehren soll bestehen bleiben. Es gehe künftig um eine Optimierung der Strukturen, Abstimmung zwischen den Feuerwehren und um wechselseitige Kooperationen.

Tätigkeitsbereich der Feuerwehren

Fakten zeigen den eindrucksvollen Tätigkeitsbericht des Landesfeuerwehrwesens: - 17.992 Einsätze im letzten Jahr
- - 11.712 technische Einsätze (65,10 Prozent) - 6.280 Brandeinsätze (34,9 Prozent)
- 334 gerettete Menschenleben
- 305.931 Einsatzstunden.

Kärntens Feuerwehren verfügen über 950 Einsatzfahrzeuge. Rund 5.000 Personen besuchten Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule.

Neue Geräte und Ausrüstungen notwendig

Die Kooperation zwischen den Feuerwehren, Blaulicht- und Einsatzorganisationen funktioniere laut Kaiser bereits bestens. Das Netzwerk der Sicherheit und das Zusammenspiel aller sei beispielhaft. Auch die Eigenleistung sei bei vielen Feuerwehren sehr hoch. Unterstrichen wurde ebenfalls, dass neue Geräte bzw. zusätzliche Ausrüstungen im Rahmen eines abgestimmten Ausrüstungsplanes notwendig und sehr hilfreich seien und mit diesen müssten die notwendigen Spezialausbildungen Hand in Hand gehen. Leyroutz hält nichts von den Ausrüstungsplänen, die laut Kaiser auf Basis von Statistiken erstellt werden. „Unwetter und Katastrophen richten sich nicht nach Statistiken, sondern können plötzlich und unvorhergesehen auftreten. Das hat uns die Unwetterkatastrophe in Afritz deutlich vor Augen geführt“.

Praktikable Rahmenbedingungen schaffen

"Damit sich Menschen freiwillig in den Dienst der Sache stellen, müssen wir praktikable Rahmenbedingungen schaffen. Wir haben dafür zu sorgen, dass sie die Einsätze unbeschadet und ohne bürokratische Hürden bewältigen können“, so ÖVP Clubobmann Ferdinand Hueter. Steuervorteile für Unternehmen, die ehrenamtliche Mitglieder der Feuerwehren beschäftigen, z.B. mittels Vorsorgemodells, sollen Erleichterung schaffen. "Es braucht ein Bonussystem, mit dem wir den Freiwilligen Feuerwehren für ihren Einsatz entgegenkommen. Ein wichtiger Punkt wäre, dass der Einsatz nicht damit bestraft wird, dass Urlaubstage aufgewendet werden müssen", so ÖVP Sicherheitssprecher Herbert Gaggl. Die Erstattung von Verpflegungs- und Treibstoffkosten wären weitere Zuwendungen.

Effizientes Sparen auf Kosten der Sicherheit

Die Freiheitlichen im Kärntner Landtag haben sich gegen die schleichende Demontage des freiwilligen Feuerwehrwesens unter dem Deckmantel des „effizienten Sparens“ ausgesprochen. „Einschränkungen der Freiwilligen Feuerwehren führen zu einem Sicherheitsverlust, der nicht wegdiskutiert werden kann“, so FPÖ-Klubobmann Christian Leyroutz.
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