02.10.2014, 10:18 Uhr

Wir haben das Spionage-Gen

Autor Emil Bobi erklärt, warum das Weltzentrum der Spionage mitten in Niederösterreich liegt.
Video am Ende des Beitrages!

Mitten im Herzen von Niederösterreich ist die Welthauptstadt der internationalen Spionage. Ist das richtig?
Absolut. Im Großraum Wien leben mehr Spione als irgendwo anders auf der Welt. Österreich hat eine Gesetzgebung die es diesen Agenten erlaubt ungestört tätig zu sein.
Du schreibst 7000 Agenten leben in und um Wien. Also auch in Niederösterreich?
Sie arbeiten in Wien, wirklich leben tun viele in Niederösterreich. Sie genießen die Natur, den Wein in diesem Bundesland.
Und unsere Behörden schauen zu?
Sie schauen weg oder zu, letztlich ist das das selbe. Diese Gäste sind nicht unerwünscht. Das bringt dem Land alle möglichen Vorteile. Diese Agenten sind ja für dieöffentliche Sicherheit völlig ungefährlich. Die brauchen nix weniger als aufzufallen. Aber sie bringen Bedeutsamkeit für das Land. Alle diese 7000 Agenten haben eine schöne Frau mit, die gehen shoppen. Auch hier in St. Pölten. Und sie genießen es. Viele von ihnen sind so verliebt in diese Gegend, dass sie nach ihrer Pensionierung zurückkommen um ihren Lebensabend hier zu genießen.
Es ist also möglich, dass ich eine Handvoll Agenten kenne?
Da bin ich sicher, dass du mehr Agenten kennst als dir bewusst ist. Wer zwei dreimal im Kaffeehaus sitzt, sitzt sicher einmal neben einem Geheimagenten. Die Gegend ist voll mit diesen Leuten. Nicht nur weil hier der eiserne Vorhang verlaufen ist. Es ist auch das Wesen des Ostösterreichers.
Du sagst wir haben das Spionage-Gen in uns...
Der Ostösterreicher ist ein Naturagent. Er ist in einer Volkskultur der Spionage aufgewachsen. Wir haben durch die Jahrhunderte eine spezielle Menschenkenntnis entwickelt, wissen einfach wie man mit Leuten umgeht, die etwas zu verbergen haben.
Eine der Hauptdrehscheiben des Agentenwesens ist der Flughafen Schwechat.
Das ist die eigentliche Agentenhochburg. Da war eine offene Szene, es sind massenweise Agenten unterwegs. nachrichten werden verschlüsselt übergeben, andere beobachten die Übergaben. Wer einreisen wollte, aber Wert auf Diskretion legte, hat als Service der Republik seinen Einreisestempel auf einen Beizettel im Pass gekriegt. In den WC-Anlagen des Transitbereiches gab es Übergaben. In Blechkassetten verpackte man verschlüsselte Botschaften, die wurden in der WC-Muschel versenkt. Der langjährige Polizeichef des Flughafens Oberst "Django" Rupf hat das beobachtet. Während einer die Kassetten versenkt hat, hat der Übernehmer schon draußen gewartet und gepinkelt. Der der pinkelt, ist immer der Übernehmer. Wenn man den transitraum in die Luft gejagt hätte, wer die weltweite Geheimdienstarbeit vor dem Ruin gestanden.
Ist das vorbei oder geht das weiter?
Der kalte Krieg war nur eine Hochzeit, aber ich glaube sogar dass heute mehr Agenten im Großraum Wien unterwegs sind als damals. Heute geht es mehr um Wirtschaft- und Wissenschaftsspionage.

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