Terra Raetica Treffen
Moderne Technik trifft nachhaltige Almwirtschaft
- Die Terra Raetica zeigte, wie moderne Technik und nachhaltige Almwirtschaft sinnvoll miteinander verbunden werden können.
- Foto: LK Tirol
- hochgeladen von Melinda Forgo
Wie Almflächen langfristig offengehalten werden können und welche Rolle moderne Technik dabei spielt, stand im Mittelpunkt der diesjährigen Terra Raetica auf der Gamperthun Alpe im Paznaun.
PAZNAUN. Trotz wechselhafter Wetterbedingungen kamen am 21. August Vertreterinnen und Vertreter aus der Schweiz, Südtirol sowie den Bezirken Imst und Landeck auf der Gamperthun Alpe zusammen. Die auf 2.057 Metern Seehöhe gelegene Alm zählt zu den höchstgelegenen Kuhalmen im Paznaun und bot den passenden Rahmen für den fachlichen Austausch.
Nach der Begrüßung durch Peter Frank startete das Programm mit der Präsentation einer neuen 100-Kilogramm-Agrardrohne des Maschinenrings Tirol. Gerade im alpinen Gelände, das oft schwer zugänglich ist, könnte der Einsatz solcher Technologien künftig viele Arbeiten erleichtern.
Maschinen im Praxiseinsatz
Im Anschluss standen verschiedene Geräte für das maschinelle Schwenden im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Schweizer Biologen Marcel Züger wurden die Maschinen direkt im Gelände vorgestellt und ihre Einsatzmöglichkeiten erläutert. Dabei wurde deutlich, dass nicht allein die Leistung einer Maschine über den Erfolg entscheidet. Vielmehr müssen Gelände, Bodenverhältnisse und Vegetation berücksichtigt werden. Eine bodenschonende und standortangepasste Arbeitsweise sei Voraussetzung dafür, sensible Bereiche zu schützen und Erosion zu vermeiden.
Besonderes Augenmerk wurde auch auf die naturschutzfachlichen Vorgaben gelegt. So soll maschinelles Schwenden grundsätzlich nicht während der Brutzeit von Bodenbrütern zwischen 20. Mai und 31. Juli erfolgen.
Schwenden ersetzt die Beweidung nicht
Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte Ökonomierat Elmar Monz durch das weitere Programm. Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger nutzte die Veranstaltung für Gespräche mit den Teilnehmenden. Im Laufe des Tages wurde immer wieder ein zentraler Punkt betont: Maschinelles Schwenden kann die Beweidung nicht ersetzen. Vielmehr handelt es sich um eine unterstützende Pflegemaßnahme, die nur in Verbindung mit einer konsequenten Nachnutzung langfristig Wirkung zeigt. Werden geschwendete Flächen anschließend nicht ausreichend beweidet, besteht die Gefahr, dass sie erneut verbuschen. Entscheidend ist daher das sogenannte "magische Dreieck der Almbewirtschaftung": ein rechtzeitiger Almauftrieb, die gezielte Lenkung der Weidetiere durch Koppelung sowie ein ausreichend hoher Weidedruck durch genügend Tiere.
Zusammenspiel von Praxis, Technik und Naturschutz
Die Terra Raetica zeigte eindrucksvoll, dass die nachhaltige Offenhaltung von Almflächen nur durch das Zusammenspiel von moderner Technik, angepasster Bewirtschaftung, Naturschutz und praktischer Erfahrung gelingen kann.
Zum Abschluss sprachen die Organisatoren dem Almteam der Gamperthun Alpe ihren Dank aus. Die hervorragende Organisation und Verpflegung trugen wesentlich zum gelungenen Ablauf der Veranstaltung bei.
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