Maria Kaltenbrunn
Schützen der Talschaft Pontlatz pilgern zu ihrer Schutzpatronin

Jungschützen, Schützenkurat Willi Pfurtscheller (links) und Pfarrer Wieslaw Blas (rechts) in der vollen Pfarr- und Wallfahrtskirche Kaltenbrunn bei der ersten Nachtwallfahrt 2019. Auf der Empore der Jugendchor Kantatonix.
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  • Jungschützen, Schützenkurat Willi Pfurtscheller (links) und Pfarrer Wieslaw Blas (rechts) in der vollen Pfarr- und Wallfahrtskirche Kaltenbrunn bei der ersten Nachtwallfahrt 2019. Auf der Empore der Jugendchor Kantatonix.
  • Foto: Christian Achenrainer
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KALTENBRUNN. Am Freitag, den 10. Mai 2019 fand die erste Nachtwallfahrt in Kaltenbrunn für dieses Jahr statt. Zahlreiche Pilger fanden ihren Weg nach Kaltenbrunn und so auch die Schützen der Talschaft Pontlatz mit ihrem Kurat Willi Pfurtscheller. Die Schützen zogen zusammen mit den anderen Pilgern Rosenkranz betend nach Kaltenbrunn. Die Heilige Messe zelebrierte Pfarrer Wieslaw Blas und Schützenkurat Willi Pfurtscheller hielt die Predigt. Musikalisch wurde die Nachtwallfahrt vom Kaunertaler Jugendchor Kantatonix gestaltet.

Vor der Heiligen Messe erklärte Mesner Christian Achenrainer welche historische Verbindung zwischen den Schützen und der Muttergottes von Kaltenbrunn besteht. Auf Nachfrage folgt nun hier der Wortlaut dieser Ansprache. Die Informationen dafür stammen aus dem Buch "Der alte Fließer Pfarrer" von Meinrad Bader und Konrad Linder (Stams, 1934).

Der Kampf bei Pontlatz und der Schutz der Gottesmutter von Kaltenbrunn

Gelobt sei Jesus Christus – In Ewigkeit. Amen.
Die einen haben hier in der Kirche den Rosenkranz gebetet, die anderen sind Rosenkranz betend hierher gepilgert. Diesmal dabei: die Schützen der Talschaft Pontlatz.
Erlaubt mir kurz noch ein paar Worte an Euch – die Schützen und alle hier – zu richten, weil es jeden betrifft. Meine Frau suchte für den heutigen Anlass aus alten Büchern die folgenden Geschehnisse zusammen, die nicht nur mit dem Ort Kaltenbrunn, sondern auch für euch Bedeutung haben.

Wir alle kennen die Ereignisse um das Jahr 1809. Den Tirolern wurde damals versprochen, dass alles beim Alten bleibt. Doch die bayrische Regierung hat sich nicht daran gehalten und sich schlussendlich sogar in die kirchlichen Belange des Landes eingemischt. Die Gotteshäuser standen leer, die Verstorbenen wurden ohne christliches Begräbnis beerdigt, Prozessionen und Kreuzgänge wurden verboten und sogar das Rosenkranzbeten wurde untersagt. Die grobe Einmischung in die Steuern, die Rekrutierung der jungen Männer und in die Religion ließen sich die Tiroler nicht gefallen und erhoben sich zum Aufstand.

Der alte Fließer Pfarrer Alois Simon Maaß lebte zur Zeit der Befreiungskämpfe und nahm insofern Anteil daran, als er das Volk ermunterte, unterstütze und zu Jesus und seiner Mutter um den Sieg für die Gerechtigkeit betete.
Bis zum Kampf an der Pontlatzbrücke war die Gegend um Landeck von den Kriegsgreueln verschont geblieben. Napoleon wollte damals ein Regiment mit 1400 Mann über den Reschen nach Meran schicken. Andreas Hofer wusste, dass sie auch bei Pontlatz durch mussten. Da er diese Stelle kannte, schrieb er an Pfarrer Maaß, dass die Steinbatterie oberhalb der Schlucht vorbereitet werden soll. Pfarrer Maaß kam dieser Bitte nach und mit überwiegend weiblichen Kräften wurden die Steine so nah wie möglich an den Abgrund in Position gebracht.

Die feindlichen Truppen erreichten Pontlatz jedoch so überraschend schnell, dass die Steinbatterie unbesetzt war und die Feinde Richtung Prutz ziehen konnten. Der Kampf entbrannte und weil die Brücke über den Inn nach Prutz in das Dorfinnere unpassierbar war, zogen die feindlichen Truppen Richtung Ladis. Die Bauern und Schützen konnten das Regiment allerdings zurückdrängen. Den Befehlshabern der bayrischen Truppen wurde klar, dass ein Weiterkommen nach Meran nicht möglich ist und ließen sich im Tullenfeld nieder. Um den Rückzug zu verschleiern, zündeten sie den Ortsteil Unter-Entbruck an. Den Feuerschein konnte man bis Kaltenbrunn sehen, wo Pfarrer Maaß auf den Knien um einen guten Ausgang betete und wo wir uns heute befinden.

Mittlerweile war aber die Steinbatterie besetzt: Vor allem mit Frauen, da sich die Männer im Kampf befanden. Während die Vorhut des Feindes die Pontlatzbrücke passieren konnte, bemerkten die Schützen das Traben der Pferde und das Rasseln der Wagen. Sie gaben das Signal und die Steine und Baumstämme rissen alles, was sie trafen, mit in den tobenden Inn. Der größte Teil der Truppen musste auf das Tullenfeld zurückkehren.
Beide Seiten bereiteten sich auf den Kampf am nächsten Morgen vor, der auch einige Stunden andauern sollte. Als die feindlichen Befehlshaber erkannten, dass es aussichtslos ist, ritten sie mit einem weißen Sacktuch auf einen Haufen Bauern zu und riefen: „Wer ist euer Anführer?“ Die Bauern hatten allerdings keinen Anführer und forderten: „Steigt von den Pferden, sonst reden wir nicht mit euch!“. Die Bauern, die das beobachtet hatten meinten, es sei bereits zur Kapitulation gekommen und liefen jubelnd auf die feindlichen Truppen zu, die zu demselben Schluss gekommen waren, die dann die Waffen niederlegten.

Die ca. 800 Gefangenen wurden nach Prutz geführt, dort verköstigt und versorgt, obwohl diese am Tag zuvor einen ganzen Ortsteil niedergebrannt hatten. Die Truppen wurden nach Meran geführt.
Die Zahl der getöteten Bayern wird auf 250 geschätzt, während sich 300 gegen Landeck gerettet hatten, von denen aber nur wenige in Innsbruck ankamen.
Tiroler hingegen wurden nur 7 getötet und 4 verwundet und das nur am ersten Tag, am zweiten gab es weder Tote noch Verletzte.

Später wird dann in die Geschichtsbücher geschrieben: „Den ans Fabelhafte grenzenden Sieg bei Prutz schreiben die Tiroler, welche damals eigentlich gar keinen Anführer hatten und ohne alle vorläufige Überlegung mit den ganz unvermutet eingetroffenen Bayern in das Gefecht traten, nicht so fast sich selbst zu, als vielmehr der Mutter Gottes und dem heiligen Ritter St. Martin. Dieser hochverehrte Kirchenpatron von Ladis ist ihnen auf seinem schneeweißen Schimmel im Ladiser Gebirge, und jene in ihrem himmelblauen Mantel in den Wolken von dem nahen berühmten Wallfahrtsorte Kaltenbrunn her, während des Gefechtes sichtbar erschienen. Nach einer mündlichen Aussage schreiben die Leute in der Ladiser Gegend das Zurückdrängen der gegen Ladis emporklimmenden feindlichen Soldaten der heiligen Mutter Anna zu, die in Ladis durch eine alte Bruderschaft verehrt wird. Während die Frauen und Kinder in der Kirche versammelt waren und laut beteten und weinten, sei sie mit den armen Seelen der im dortigen Friedhofe begrabenen, als ihre Streitmacht, dem Feinde entgegengezogen.“

Der Aufruf der Muttergottes in Fatima, „Betet täglich den Rosenkranz!“, ist aktueller und dringender denn je. Ebenso die Verheißung, die uns Schwester Lucia, eine der Seherinnen von Fatima, überbracht hat:
„Die allerseligste Jungfrau gab dem Rosenkranz eine solche Wirkung, dass es kein materielles, spirituelles, nationales oder internationales Problem gibt, das nicht durch ihn und durch unser Opfer gelöst werden kann.“
(Sr. Lucia in Fatima)

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