WESTALLGÄU - Eine Reise in die Vergangenheit
EISTOBEL – Teil 2

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Bild 33: Flusslandschaft zwischen Station 2 und Station 3.
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  • Foto: © by Ing. Günter Kramarcsik
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Wer durch das Eistobel mit seinen bis zu 130 m hohen Felsen auf der Route 17 wandert, begibt sich auf eine Reise in die erdgeschichtliche Vergangenheit. Da die unterschiedlichen Gesteinslagen hier schräg aufgeschichtet sind, durchschreitet man in der Schlucht auf wenigen Kilometern Länge einen geologischen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren – was einem 900 Meter tiefen Abstieg ins Erdinnere entsprechen würde.

Zu Beginn der argenaufwärts gerichteten Wanderung finden sich die jüngsten Gesteinsschichten, die der Oberen Süßwassermolasse zugerechnet werden. Etwa ab der Mitte wandert man durch die Obere Meeresmolasse, welche aus Ablagerungen eines Millionen Jahre alten Meeres entstand. Belegt wird dies unter anderem durch versteinerte Haifischzähne, die in diesem Bereich des Eistobels gefunden wurden.

Ausführlich erklärt werden die geologischen Zusammenhänge auf der großen Schautafel (Siehe Bild 24 im 1. Teil) des Bayerischen Umweltministeriums. Das Eistobel zählt offiziell zu den schönsten Geotopen Bayerns.

ENTSTEHUNG und GEOLOGIE:

Das Eistobel entstand vor rund 15.000 Jahren, als sich gegen Ende der letzten Eiszeit im Talkessel von Ebratshofen ein Schmelzwassersee bildete. Eine Abflussrinne dieses Sees war der Ursprung der heutigen Schlucht. Im Laufe der Jahrtausende vertiefte sie sich immer mehr.

Kaskaden, Wasserfälle und Strudellöcher machen den besonderen Reiz des Eistobels aus. Im Laufe der Jahrtausende sind sie überall dort entstanden, wo sich härtere und weichere Gesteinsschichten im Flusslauf abwechseln. Im Eistobel stürzt das Wasser mit großer Wucht über Geländestufen aus hartem Nagelfluhgestein. Befinden sich flussabwärts weichere Schichten aus Sandstein oder Mergel, werden diese durch die Kraft des Wassers allmählich abgetragen.

Im Laufe der Zeit bildeten sich auf diese Weise gewaltige Kolke und Strudeltöpfe. Einige von ihnen weisen heute eine Wassertiefe von mehr als fünf Metern auf. In diesen Vertiefungen werden Steine durch die Strömung in rotierende Bewegungen versetzt. So entstehen kreisförmige Strudellöcher im weicheren Gestein.

Schwimmen und Baden ist in den tiefen Kolken und Strudellöchern (Gumpen) des Eistobels verboten! Gefährliche Unterströmungen und Unterwasserstrudel würden sogar gute Schwimmer in die Tiefe ziehen.

Im 1. Teil  gehe ich mit Fotos und Text auf den Lebensraum von Fauna und Flora dieses Geotops ein.

Siehe auch dieses Eistobel- Video

Autor:

Günter Kramarcsik aus Landeck

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