In Einklang mit der Natur

Bei regelmäßiger Ausführung wirkt sich Wandern positiv auf den Fettstoffwechsel und auf das Immunsystem aus.
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  • Bei regelmäßiger Ausführung wirkt sich Wandern positiv auf den Fettstoffwechsel und auf das Immunsystem aus.
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  • hochgeladen von Marion Prieler

TIROL. Wenn sich der Sommer verabschiedet und die Natur in ihr goldenes Kleid schlüpft, lädt der Herbst zum Wandern ein. In Tirol warten über 15.000 km gepflegte und markierte Wander- und Bergwege darauf, von Wanderbegeisterten entdeckt zu werden. Dr. Stephan Huter, FA für Innere Medizin und Belegarzt im Sanatorium Kettenbrücke und Mag. Michael Larcher, Ausbildungsleiter für den Bergsportbereich im Österreichischen Alpenverein geben Tipps, um Bergwanderungen möglichst sicher und genussvoll zu gestalten.

Gute Vorbereitung ist halber Touren-Erfolg
Wanderkarten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Länge, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Wetter- und Wegverhältnisse. „Die Tour ist immer auf die Gruppe abzustimmen! Das schwächste Glied bestimmt das Ziel, das wird besonders deutlich, wenn Kinder dabei sind“, erklärt Larcher. Als Richtwert nennt er 300 bis 400 Höhenmeter pro Stunde und rät, 2/3 der Tour am Vormittag zu erledigen. Wichtig für die Planung ist auch, dass am Gipfel noch Kraftreserven für den Abstieg vorhanden sind.

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit...
Zu einer vollständigen Ausrüstung gehören Regen-, Kälte- und Sonnenschutz, ebenso Erste- Hilfe-Paket und Mobiltelefon. Karte oder GPS unterstützen die Orientierung. Für eine Tagestour sollte das Rucksackgewicht sechs Kilogramm nicht überschreiten. Larcher empfiehlt: „Auf ein geringes Rucksackgewicht achten, das ist auch ein Sicherheitskriterium. Nur das mitnehmen, was wirklich nützlich ist und gebraucht wird.“

In der Jause liegt die Kraft
Beim Bergwandern verbrennt man pro Stunde rund 300 bis 400 kcal und verliert bis zu 1/2 Liter. „Wenn Energie verbraucht wird, dann muss auch Energie zugeführt werden. Am besten in Form von Apfel- oder Johannisbersaft gespritzt mit einem Schuss Zitrone, das wirkt speichelfördernd. Mit einer klassischen Bergsteigerjause, bestehend aus Brot, Käse, einem Ei und ein paar Tomaten tankt man schnell verfügbare Kohlenhydrate und hochwertiges Eiweiß“, weiß Huter. Kekse sind die ideale Ergänzung dazu und enthalten Zucker. Essen hat einen Wert, der über die Nahrungsaufnahme hinaus geht - Essen entspannt. Wichtig ist, dass die Jause gut schmeckt. Huter rät, langsam zu essen und gut zu kauen, damit die Passagezeit im Magen verkürzt wird und ein Schweregefühl in der Magengrube erspart bleibt.

Positive Effekte des Wanderns
Bei regelmäßiger Ausführung wirkt sich Wandern positiv auf den Fettstoffwechsel und das Immunsystem aus. Wandern verbessert die Kraftausdauer und steigert die körperliche Leistungsfähigkeit. Die Durchblutung der Lunge verbessert sich und auch auf die Psyche wirkt Wandern positiv – akuter Stress wird abgebaut und die Stressresistenz steigt.

Trittsicherheit ist der Schlüssel
Stürze als Folge von Ausrutschen oder Stolpern sind die häufigste Unfallursache beim Bergwandern. Zu hohes Tempo oder Müdigkeit beeinträchtigen die Trittsicherheit stark. Die Atmung ist der individuelle Drehzahlmesser. Deshalb rät Huter zu Belastung im „grünen“ Bereich, wo das Sprechen in ganzen Sätzen noch leicht fällt. Bergwandern gehört zu den Ausdauersportarten. Die Energie, die für die Muskelarbeit gebraucht wird, muss aerob zur Verfügung gestellt werden. Dazu muss das Tempo gedrosselt werden und man darf keine Sauerstoffschuld eingehen. Gute Wanderschuhe verbessern die Trittsicherheit und schützen
und entlasten den Fuß. „Beim Kauf ist auf perfekte Passform, rutschfeste Profilsohle, Wasserdichtigkeit und geringes Gewicht zu achten“, so Larcher.

Vorteile einer Wandergruppe
Bergwandern in kleinen Gruppen gewährleistet Flexibilität und ermöglicht gegenseitige Hilfe. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen. Wenn jemand alleine unterwegs ist, kann bereits eine Verstauchung zu einem ernsten Problem werden. „GPS und Mobiltelefon entschärfen solche Situationen, aber man darf nicht erwarten, dass man im Gebirge immer und überall Empfang hat“, mahnt Larcher.

Zum Effekt von Wanderstöcken
Richtig eingesetzt, können Wanderstöcke durchaus den Bewegungsapparat schonen und das Gleichgewicht unterstützen. Leute, die ein Knieproblem haben, werden durch den Einsatz von Stöcken vor allem bergab entlastet. Ein Nachteil ist, dass man von seiner Koordinationsfähigkeit einbüßt, wenn man ausschließlich mit Stöcken geht. Hängenbleiben mit den Stöcken oder sogar Stolpern über die Stöcke stellen eine Unfallgefahr dar. Huter verdeutlicht: „Jemand, der gesund und fit ist, braucht eigentlich keine Stöcke.“

Respekt für Natur und Umwelt
Zum Schutz der Natur darf man beim Wandern die vorgegebenen Wander- und Bergwege nicht verlassen, unnötigen Lärm vermeiden und keinen Müll wegwerfen. Letzteres gilt vor allem für Raucher, die vielfach ihre Zigarattenkippen einfach in freier Natur entsorgen. Schutzgebiete müssen respektiert, Wild- und Weidetiere dürfen nicht beunruhigt und Pflanzen nicht ausgerissen oder zertreten werden. Larcher appelliert zur Anreise in das Wandergebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dazu, Fahrgemeinschaften zu bilden.

Bei regelmäßiger Ausführung wirkt sich Wandern positiv auf den Fettstoffwechsel und auf das Immunsystem aus.
Bei regelmäßiger Ausführung wirkt sich Wandern positiv auf den Fettstoffwechsel und auf das Immunsystem aus.
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