18.11.2016, 10:40 Uhr

Heilwasser: Trotz Mure kein großer Rückschlag

So sah das Wildbad in Grins vor dem Murenabgang am 10. September aus. (Foto: Gertrud Ruetz)

Beim Murenabgang im September in Grins wurde auch das Wildbad und die Heilwasser-Ableitung ins Dorf zerstört. Heilwasser-Bohrung wurde nicht beschädigt.

GRINS (otko). Die Murenabgänge am Mühl- und Lattenbach am 10. September haben für großen Schäden an Gewerbebetrieben und Infrastruktur gesorgt. Auch das Grinner-Heilwasserwildbad wurde zerstört. Das beliebte Ausflugsziel für Wanderer gibt es in dieser Form nicht mehr. Dort wo sich sonst Wanderer und Kneipper erfrischen liegen Schutt und Felsbrocken und unterhalb tut sich ein riesiges Loch zum Mühlbach auf. Auch die Heilwasser-Ableitung ins Dorf wurde zerstört. Derzeit fließt kein Heilwasser aus dem Brunnen neben dem Gemeindehaus. Auch für all jene, die ein Heilbad im Albenbad nehmen wollen, heißt es bis auf weiteres warten.

Heilwasser fließt in Kürze

"Das Wildbad-Becken ist komplett zerstört. Gottseidank wurde der Bohrkopf und die Bohrung beim Murenereignis aber nicht verschüttet. Wir sind trotz allem mit einem blauen Auge davongekommen", zieht Bgm. Thomas Lutz Bilanz. Trotzdem sieht der Dorfchef für den aufkeimenden Gesundheitstourismus keinen großen Rückschlag.
"Wir werden die abgerissene Ableitung in Kürze provisorisch richten, damit wir wieder Heilwasser im Dorf haben. Das Heilwasser ist da und auch das Albenbad kann in kürze wieder genutzt werden. Bis auf das Wildbad-Becken ist alles noch da und wir können das Wasser für den Tourismus nutzen", so Lutz.
Wichtig seit jetzt vor allem, dass die Bohrung und der Bohrkopf gesichert und geschützt werden Auch das Provisorium bei der Ableitung sei keine Dauerlösung. "Alles andere ist halbwegs verkraftbar, aber der Bohrkopf ist sicherlich die Thematik. Zudem ist viel Material weggebrochen und der Bach frisst sich weiter hinein", erläutert der Dorfchef.

Studie wird präsentiert

Die Wildbach- und Lawinenverbauung hat bereits Erhebungen gemacht. Ein Büro wurde mit den Planungen beauftragt und eine Machbarkeitsstudie soll vorgelegt werden. "Es schaut gut aus und wir werden in kürze diese Studie vorlegen", bestätigt Gebietsbauleiter Gebhard Walter. Neben einem Schutzprojekt beim Einlauf des Mühlbaches in die Sanna sei auch die Sicherung der Heilquelle dabei. "Wir machen machen Vorschlag für eine künftige Lösung, um den Bereich zu sichern und eine vernünftige Ableitung zu installieren. Allerdings ist es nicht so leicht, da sich der Bach dort vier bis sechs Meter eingetieft hat und viel Material weggespült wurde. Zudem gibt es dort große Erosionen", erklärt Walte die Problematik.


Behutsame Erschließung

Das hochwertige Grinner Heil- und Thermalwasser mit seinem hohen Magnesium- und Schwefelgehalt wurde in den vergangenen Jahren sehr behutsam erschlossen. Bereits 1982 hat die Gemeinde Grins den Heil- und im Jahr 2007 den Thermalwasserstatus bekommen. Vorausgegangen waren zwei Bohrungen beim alten Wildbad in den Jahren 2003 bis 2005. Die Quellen wurden neu gefasst. Schritt für Schritt wurden weitere Projekte vorangetrieben. Schließlich wurde im Mai 2010 das neue Albenbad im Bereich des Gemeindeschwimmbades eröffnet. Dort kann jeder die Wirkung der Heilquellen in Form von Kneipp, Trink- und Badekuren erleben. Für die touristische Nutzung wurde zudem 2007 das "Schellenloch" erschlossen und neue Themenwanderwege errichtet.
Im vergangenen Jahr haben das Krankenhaus Zams und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg in einer gemeinsamen, kontrollierten, klinischen Studie nachgewiesen, dass das Heil- und Thermalwasser von Grins in Kombination mit einem Bewegungsplan zu signifikanten Verbesserungen des Gesundheitszustandes bei Schmerzen an der unteren Wirbelsäule führt. Finanziert wurde die Studie vom Land Tirol.
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