Causa Heumarkt
Die Umgestaltung des Schwarzenbergplatzes muss warten

In der Bezirksvertretungssitzung der Landstraße wurde mehr Begrünung für den ganzen Schwarzenbergplatz gefordert.  | Foto: Michael Marbacher/ MeinBezirk
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  • In der Bezirksvertretungssitzung der Landstraße wurde mehr Begrünung für den ganzen Schwarzenbergplatz gefordert.
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Eine Umgestaltung des Schwarzenbergplatzes wird schon lange gewünscht. In den Bezirksvertretungen der Inneren Stadt und der Landstraße werden immer wieder Anträge dazu gebracht. Die Causa Heumarkt verzögert das Vorhaben.

von Verena Kriechbaum und Michael Marbacher

WIEN. Der Schwarzenbergplatz stellt die Grenze zwischen dem 1., 3., und 4. Bezirk dar. Dementsprechend wird er auch in all diesen Bezirken immer wieder diskutiert. Dieser hängt allerdings mit der Causa Heumarkt zusammen.

Die geplante Neugestaltung des Heumarkts schlägt seit Jahren hohe Wellen. Sie gilt als Bedrohung für den UNESCO-Welterbestatus des "Historischen Zentrums von Wien". Während des Wartens auf eine Entscheidung wird der Platz wohl nicht umgestaltet werden können.

Das Heumarkt-Projekt ist seit Jahren in aller Munde. (Archiv) | Foto: night nurse images, Zürich
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Erst in der vergangenen Bezirksvertretungssitzung der Landstraße brachte FPÖ-Bezirksrat Werner Grebner einen Antrag zur Causa ein. Er will die "Asphaltwüste am Schwarzenbergplatz" begrünen und ersucht die zuständigen Stadträte Ulli Sima und Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) sich bei den Magistratsabteilungen dafür einzusetzen.

Zustände "unhaltbar"

Als Begründung nennt Grebner, dass die "längst überfällige Begrünung" seit fast zehn Jahren verzögert wird. Das Argument sei, dass der Platz dem Wiener Eislauf-Verein (WEV) als Ersatzeisfläche zur Verfügung stehen solle, "wenn der Immobilienspekulant Tojner sein Hochhausprojekt am Heumarkt verwirklicht". Die Zustände seien dort aber mittlerweile unhaltbar geworden, erklärt der Bezirksrat. Es sei außerdem genug Zeit vergangen, das Projekt "weltkulturerbeverträglich" umzuplanen.

Die Landstraßer SPÖ könne den Antrag nicht annehmen. Laut Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ) müsse man abwarten: „Sobald das Heumarkt-Projekt umgesetzt wird, wird der Wiener Eislauf-Verein für die Dauer der Bauarbeiten auf den Schwarzenbergplatz übersiedeln. Würden wir den Schwarzenbergplatz jetzt begrünen und der WEV (zeitnah) übersiedeln, wäre der ursprüngliche Zustand wiederherzustellen und das wäre nichts anderes als Verschwendung von Steuergeld."

Der Wiener Eislaufverein würde während der Bauarbeiten umziehen. (Archiv)  | Foto: WEV
  • Der Wiener Eislaufverein würde während der Bauarbeiten umziehen. (Archiv)
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Auch die Landstraßer ÖVP schließt sich der Ablehnung an, "da die Situation aufgrund des Intercont-Abkommens noch unklar ist", erklärt ÖVP-Klubobmann Ernst Tauschmann. Damit bezieht sich Tauschmann auf eine Aussage des Bezirkschefs in der Bezirksvertretungssitzung, dass es eine Vereinbarung zwischen dem Wiener Eislauf-Verein, dem
InterContinental und der Stadt Wien gebe. Eine Umgestaltung des Bereichs wurde von der ÖVP zwar bereits 2010 gefordert. Man wisse, dass es sich um eine offene Frage handelt, da die Lage weiterhin unsicher bleibe.

Dauerthema in den Bezirken

Aber nicht nur im 3. Bezirk, sondern auch in der City sind der Heumarkt und der Schwarzenbergplatz heiß diskutierte Themen. Die ÖVP forderte etwa per Antrag in der Bezirksvertretungssitzung in der Inneren Stadt, dass die zuständigen Magistrate den 1. Bezirk über die Maßnahmen zur Erhaltung des Welterbes informieren sollen.

Eine Begrünung des Schwarzenbergplatzes wäre auch im Interesse der City. "Maßnahmen, welche die Hitzeentwicklung am Schwarzenbergplatz mildern, sind auch der Inneren Stadt ein Anliegen", sagt Bezirksvizin Patricia Davis (ÖVP). Bereits vor vier Jahren habe man den Wunsch geäußert, im Stationsbereich am Schwarzenbergplatz Bäume zu pflanzen. "Die Stadt wollte ein koordiniertes Gesamtprojekt", so Davis. Im April 2024 habe man um einen Termin mit dem 3. und 4. Bezirk ersucht. Diese Bitte sei bis jetzt unbeantwortet geblieben.

In der Inneren Stadt war schon vor vier Jahren mehr Grün im Bereich der Öffi-Haltestellen gefordert. | Foto: Michael Marbacher/ MeinBezirk
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Wien bleibt auf "Roter Liste"

Zuletzt hatten in der Causa Heumarkt sowohl der Projektbetreiber WertInvest als auch das Bundesverwaltungsgericht auf eine Entscheidung der Stadt Wien gedrängt. Kommen wird eine Begrünung des Schwarzenbergplatzes wohl in naher Zukunft nicht. Der Antrag wurde in der Bezirksvertretung in der Landstraße mehrheitlich abgelehnt, dafür reichten die Stimmen von SPÖ und ÖVP aus.

Der Antrag des 1. Bezirks, welcher die Stadt um mehr Infos zu den Planungsmaßnahmen bat, wurde einstimmig angenommen. Bisher gibt es keine weiteren Informationen dazu. MeinBezirk bleibt an dem Thema dran.

Das Heumarkt-Projekt beeinflusst auch die Pläne am Schwarzenbergplatz. | Foto: Wertinvest
  • Das Heumarkt-Projekt beeinflusst auch die Pläne am Schwarzenbergplatz.
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In der letzten UNESCO-Sitzung von 2024 wurde in Aussicht gestellt, dass Wien bei der Sitzung 2025 die Liste verlassen könnte. In der diesjährigen Zusammenkunft wurden die Anstrengungen gelobt, hier mit der WertInvest für eine Verbesserung zusammenzuarbeiten.

Die beiden geplanten Gebäude, der Wohnturm und das neue Hotel Intercontinental, haben über die Jahre schon mehrmals neue Pläne vorgelegt, die beide Projekte in der Höhe verkleinern. Der Wohnturm sollte etwa ursprünglich 74 Meter hoch sein, in den aktuellen Plänen ist nur noch von einer Höhe von 50 Metern die Rede. Zuletzt wurde eine Empfehlung der UNESCO "Advisory Mission" ausgesprochen, die Gebäude um weitere zwei Stockwerke zu verkleinern.

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