21.07.2017, 11:56 Uhr

Gute Sicht statt Jucken im Auge:

Weiche Linsen eignen sich gut für Einsteiger – harte werden oft von langjährigen Trägern bevorzugt © 2017 Novartis
Nur die richtige Kontaktlinse bietet Tragekomfort

Bin ich der weiche oder der harte Typ? Und will ich nur etwas für eine Nacht, oder suche ich eine lange Bindung? Die Rede ist – natürlich – von Kontaktlinsen. Die richtige Kontaktlinse für den eigenen Lebensstil zu wählen, ist entscheidend für den Tragekomfort, aber gar nicht so einfach. Die Wiener Landesinnung der Augenoptiker/Optometristen stellt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Linsen vor.

Acht Prozent der Österreicher sind Kontaktlinsenträger. „Es zeigt sich dabei immer wieder, wie hoch der Beratungsbedarf ist“, sagt Anton Koller, Wiener Landesinnungsmeister der Augenoptiker / Optometristen. Die Vielzahl unterschiedlicher Produkte und Materialneuentwicklungen sorgt oft für Verwirrung. Wer sich allerdings nicht über seine eigenen Trage-Bedürfnisse im Klaren ist, läuft Gefahr, mit den falschen Linsen nach Hause zu gehen. Die Folge sind ein Fremdkörpergefühl im Auge, eine kompliziertere Handhabung als notwendig und Enttäuschung. So mancher gibt dann auf. „Dabei sind die Grundparameter relativ einfach erklärt", beruhigt Koller.

Harte Linsen „schwimmen auf“
„Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen sogenannten harten, also formstabilen Kontaktlinsen und weichen Kontaktlinsen“, schildert Koller. Harte Linsen haben dabei drei Hauptvorteile: Sie sind mit 7 bis 12 mm Durchmesser kleiner als weiche Linsen und „schwimmen“ daher lockerer auf. Das bedeutet, dass sie die Befeuchtung des Auges durch den Lidschlag besser unterstützen (14 bis 20 Prozent der Tränenflüssigkeit hinter der harten Kontaktlinse werden durch den Lidschlag erneuert – bei weichen Linsen sind es lediglich 1 bis 5 Prozent).
Zweitens können gewisse Sehfehler wie starke Hornhautverkrümmungen und Irregularitäten nur durch harte Linsen korrigiert werden. Und drittens halten die harten Linsen aufgrund ihrer Materialeigenschaften besonders lange durch: „Sie sollte aber dennoch nach spätestens ein bis zwei Jahren ausgetauscht werden“, rät Koller. Harte Kontaktlinsen werden oft von erfahrenen Kontaktlinsenträgern bevorzugt, die sie als unkomplizierter und verträglicher erleben.

Weiche Linsen schützen besonders gut vor Staub und Pollen
Weiche Linsen gibt es in den Varianten Tages, Wochen- oder Monatslinsen oder auch für längere Zeiträume – 3 Monate, 6 Monate oder Jahreslinsen. Ihr größter Vorteil: „Sie passen sich der Form des Auges an und werden von Einsteigern oft spontan als angenehmer empfunden. Es entsteht am Anfang nicht so ein starkes Fremdkörpergefühl“, sagt Koller. Mit 12 bis 15 mm Durchmesser liegen der obere und der untere Randbereich unter den Lidern. Das bedeutet, dass sie nicht so leicht verrutschen oder verloren gehen und Fremdkörper wie Staub oder Pollen nicht so leicht zwischen Linse und Hornhaut geraten. „Die weiche Kontaktlinse wird daher oft von Sportlern und Allergikern bevorzugt", erklärt Koller. Ein hartnäckiges Gerücht ist, dass die harte Kontaktlinse vorzuziehen sei, weil sie mehr Sauerstoff ans Auge lasse. Aber moderne weiche Linsen aus Silikon-Hydrogelen haben bereits ebenfalls eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit. „Manche von ihnen können bis zu 30 Tage durchgehend Tag und Nacht getragen werden“, sagt Koller.

Tageslinsen punkten bei Hygiene
Vor allem für den Einstieg eignen sich zunächst Tageslinsen. Sie werden nach einmaligem Gebrauch entsorgt und sind dadurch sehr hygienisch. Gerade Allergiker kommen gut mit Tageslinsen zurecht. Wochenlinsen können im optimalen Fall eine Woche durchgehend oder zwei Wochen nur untertags getragen werden – ein Vorteil zum Beispiel bei häufigen Dienstreisen. Monatslinsen werden nach maximal 30 Tagen ersetzt. Welche dieser Varianten bevorzugt wird, hängt vor allem mit dem Lebensstil der Kontaktlinsenträger, aber auch mit der individuellen Verträglichkeit der Linsen selbst zusammen.
Neben diesen Basiskategorien gibt es freilich noch weitere Speziallinsen: Etwa färbige Linsen oder Kontaktlinsen für die Alterssichtigkeit. „Es ist daher besonders wichtig, dem Fachoptiker die eigenen Bedürfnisse und den Lebensstil zu schildern. Kontaktlinsen sind gerade für Erst-Träger kein Produkt, das man ohne Beratung bestellen sollte“, so Koller. Auch bei der Auswahl des richtigen Kontaktpflegemittels ist es ratsam, nicht auf die notwendige Beratung durch den Fachoptiker zu verzichten.

Wirtschaftskammer Wien
Fachgruppe Wien der Gesundheitsberufe
http://www.wko.at/wien/gesundheit
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