ROBERTA
Autonome Busse sollen im Lavanttal die letzte Meile zur Koralmbahn schließen

Mit dem offiziellen Kick-off in St. Paul startete die Kärntner Pilotregion des Leitprojekts ROBERTA. Auf einer rund 24 Kilometer langen Strecke zwischen St. Paul und St. Andrä sollen ab Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 hochautomatisierte Busse getestet werden. Ziel ist es, die letzte Meile zur Koralmbahn zu schließen und neue Mobilitätslösungen für den ländlichen Raum zu entwickeln. Am Bild: der vollautomatisierte Testbus TORUS. | Foto: ALP.Lab
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  • Mit dem offiziellen Kick-off in St. Paul startete die Kärntner Pilotregion des Leitprojekts ROBERTA. Auf einer rund 24 Kilometer langen Strecke zwischen St. Paul und St. Andrä sollen ab Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 hochautomatisierte Busse getestet werden. Ziel ist es, die letzte Meile zur Koralmbahn zu schließen und neue Mobilitätslösungen für den ländlichen Raum zu entwickeln. Am Bild: der vollautomatisierte Testbus TORUS.
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Wie MeinBezirk.at berichtete, wird St. Paul im Lavanttal Pilotregion für hochautomatisierte Shuttle-Busse im Rahmen des österreichweiten Leitprojekts ROBERTA. Nun ist der nächste Schritt erfolgt: Mit dem offiziellen Kick-off der Kärntner Pilotregion in St. Paul startet die konkrete Umsetzung für einen möglichen automatisierten Busbetrieb zwischen St. Paul und St. Andrä.

ST. PAUL / ST. ANDRÄ. Rund 35 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Forschung, Verkehrsunternehmen und Gemeinden kamen zum Projektauftakt Mitte Juli zusammen, um die nächsten Schritte auf dem Weg zu automatisierter Mobilität im öffentlichen Verkehr zu besprechen. Im Mittelpunkt steht eine rund 24 Kilometer lange Pilotstrecke, auf der bestehende Buslinien künftig durch hochautomatisierte Fahrzeuge ergänzt werden sollen. Ziel ist es, die Anbindung an die neue Koralmbahn zu verbessern und jene Lücke zu schließen, die häufig als "letzte Meile" bezeichnet wird: die Verbindung zwischen Wohnort, Bahnhof und Arbeitsplatz. Die ersten Einsätze der automatisierten Busse sind für Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 geplant.

Vom Forschungsprojekt in die Praxis

ROBERTA zählt zu den größten österreichischen Leitprojekten im Bereich automatisierter Mobilität. Unter der wissenschaftlichen Leitung der FH Oberösterreich arbeiten 19 Partner aus Forschung, Wirtschaft, Industrie und öffentlicher Hand daran, die technischen, rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für den sicheren Betrieb hochautomatisierter Busse im öffentlichen Linienverkehr zu schaffen.

"Ohne die breite Unterstützung unserer Partner wäre ROBERTA nicht möglich gewesen. Es ist gelungen, Forschung, Politik, öffentliche Hand, Verkehrsunternehmen, Wirtschaft und Industrie in einem gemeinsamen Projekt zusammenzubringen. Damit schaffen wir ein Vorhaben, das regional tief verankert ist und gleichzeitig internationale Strahlkraft entwickeln wird", betonte Christoph Knauder, Geschäftsführer von ALP.Lab.

Auch Bundesminister Peter Hanke unterstrich in einer Videobotschaft die Bedeutung des Projekts: "Es reicht nicht, dass ein Fahrzeug technisch fahren kann. Entscheidend ist, ob Betrieb, Sicherheit, rechtliche Rahmenbedingungen und Akzeptanz zusammenpassen. Genau hier setzt ROBERTA an." Das Projekt solle zeigen, was unter realen Bedingungen bereits möglich sei und wo noch Herausforderungen liegen. Gleichzeitig gehe es darum, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verkehrsverbünden, Gemeinden und Betreibern zu entwickeln.

Chancen für ländlichen Raum

Für die Gemeinden im Lavanttal ist ROBERTA vor allem mit der Hoffnung verbunden, die Mobilität im ländlichen Raum langfristig zu verbessern. Die St. Andräer Bürgermeisterin Maria Knauder sieht in dem Projekt eine wichtige Zukunftschance: "Es braucht Mut für die Zukunft. Wir verfügen über ein weitläufiges Straßennetz und stehen vor der Aufgabe, die Menschen bestmöglich an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Automatisiertes Fahren kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn die richtigen Menschen am richtigen Ort zur richtigen Zeit zusammenarbeiten, kann viel bewegt werden."

Auch der St. Pauler Bürgermeister Stefan Salzmann blickt positiv auf die Entwicklung: "In anderen Teilen der Welt gehört automatisierte Mobilität bereits zum Alltag – nun schließt auch Österreich auf. So wie sich einst der Traktor in der Landwirtschaft gegen den Ochsen durchgesetzt hat, werden sich auch automatisierte Fahrzeuge etablieren."

Sein Ziel sei es, den öffentlichen Verkehr künftig noch flexibler anbieten zu können: "Unser Ziel muss es sein, den öffentlichen Verkehr künftig möglichst rund um die Uhr anbieten zu können und damit das Leben im ländlichen Raum noch attraktiver zu machen."

Neue Möglichkeiten durch Koralmbahn

Auch für die regionale Wirtschaft könnte die neue Mobilitätsform Bedeutung bekommen. Gerhard Franz Oswald von der Wirtschaftskammer Kärnten sieht ROBERTA als wichtigen Baustein für die Entwicklung des Lavanttals: "Die Frage ist nicht, ob automatisierte Mobilität kommt. Die entscheidende Frage ist, wie unsere Betriebe davon profitieren. Erst wenn die letzte Meile funktioniert, kann die Koralmbahn ihr volles wirtschaftliches Potenzial entfalten."

Die Arbeiterkammer Kärnten begleitet das Projekt ebenfalls.

Jürgen Jöbstl betonte: "Mobilität verbindet Menschen mit ihrem Arbeitsplatz, ihrer Ausbildung und ihrer gesamten Lebenssituation. Die Koralmbahn eröffnet neue Chancen – ROBERTA kann dazu beitragen, unterschiedliche Mobilitätsangebote intelligent miteinander zu vernetzen. Innovationen müssen den Menschen dienen. Deshalb begleiten wir dieses Projekt gerne."

Bis 2030 sollen in vier österreichischen Pilotregionen – Kärnten, Steiermark, Oberösterreich und Tirol – Erfahrungen mit automatisierten Bussen gesammelt werden. Die Erkenntnisse aus dem Echtbetrieb sollen später die Grundlage für einen breiteren Einsatz im öffentlichen Verkehr bilden.

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