Job-Schock in NÖ
Jeder Dritte gekündigt – was hinter den Zahlen steckt, Lilienfeld
- Leiter der Bezirksstelle Lilienfeld Jürgen Eder.
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Umfrage Teil 1: Arbeitsmarkt. Jeder Dritte wurde bereits einmal gekündigt, 14 Prozent von Insolvenzen betroffen.
MOSTVIERTEL/LILIENFELD. Die Nachrichten vom heimischen Arbeitsmarkt sind schlecht. Die Arbeitslosigkeit steigt in Niederösterreich seit 40 Monaten in Folge. Ende August waren 47.682 Personen beim AMS NÖ arbeitslos vorgemerkt, um 3.043 oder 6,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2025. Damit ist der Anstieg doppelt so hoch wie im Bundestrend.
Immer mehr Firmen müssen derzeit Mitarbeiter kündigen. Der erste Teil unserer Umfrage „So tickt Niederösterreich“ widmet sich deshalb dem Thema Arbeitsmarkt. Das Ergebnis zeigt, Kündigungen gehören bereits zum Alltag der Niederösterreicher.
- Jeder Dritte wurde bereits einmal gekündigt, 14 Prozent von Insolvenzen betroffen.
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Bildung als Kündigungsschutz
14 Prozent der Arbeitnehmer im Mostviertel waren bereits einmal von der Insolvenz eines Arbeitgebers betroffen. Rund jedem Dritten wurde in Niederösterreich schon einmal gekündigt. Im Mostviertel sind es 29 Prozent. Menschen mit Matura sind weniger betroffen (25%). Ohne Matura steigt der Wert auf 38 Prozent an.
Dabei wahren die meisten Firmen die Form und führen das Kündigungsgespräch persönlich (78%). Kein einziger der Befragten gab an, jemals im Krankenstand gekündigt worden zu sein.
- Die AK empfiehlt, wesentliche Vereinbarungen im Dienstverhältnis schriftlich festzuhalten.
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Im Mostviertel ist es fair
Die Krankenstandsregeln sind dabei recht unterschiedlich. Die meisten Firmen im Mostviertel verlangen Krankmeldungen ab dem ersten Tag (41%). 32 Prozent der Firmen wollen erst ab dem dritten Tag eine ärztliche Krankmeldung.
Auch beim Thema Urlaub versuchen Arbeitgeber offenbar fair zu sein. 88 Prozent der Mostviertler sagen, dass sie noch nie gegen ihren Willen auf Urlaub geschickt wurden. Nur 9 Prozent ist das bereits passiert.
Konflikte mit dem Arbeitgeber konnten 90 Prozent der Dienstnehmer bislang immer außergerichtlich beilegen. Nur 7 Prozent mussten den Rechtsweg beschreiten, zwei Prozent davon nutzten die Möglichkeit, sich von einer Arbeitnehmer-Organisation vor Gericht vertreten zu lassen.
Verträge und Rechtliches
Zur Beratung werden Organisationen wie Arbeiterkammer oder Gewerkschaft von weit mehr Menschen genutzt. Knapp jeder Zweite (45%) wandte sich schon mit Anliegen an die Interessensvertretungen. Die häufigsten Anliegen: Prüfung der Abrechnung nach Ende des Dienstverhältnisses (13%), einfache Rechtsauskünfte (9%) und Überprüfung von Verträgen (8%).
- Leiter der Bezirksstelle Lilienfeld Jürgen Eder.
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Schriftlich schafft Sicherheit
"Aus den Anfragen der Dienstnehmer ist zu erkennen, dass Sicherheit und Vertrauen besonders wichtig sind. Fragen wie „Bin ich richtig eingestuft worden?“, „Ist meine Urlaubsvereinbarung gültig?“ oder „Muss ich mehr arbeiten, wenn ich meine vereinbarten Stunden schon geleistet habe?“ gehören zum täglichen Spektrum," erzählt Jürgen Eder, der Leiter der Bezirksstelle Lilienfeld. Die AK empfiehlt, wesentliche Vereinbarungen im Dienstverhältnis schriftlich festzuhalten.
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