Tierquälerei aufgedeckt
17 Hunde aus verwahrloster Haltung im Großraum Linz gerettet
- Polizeieinsatz wegen Verdachts auf Tierquälerei: Im Zuge von Ermittlungen wurden 17 Hunde aus einer Wohnhaushälfte im Großraum Linz abgenommen. Die Tiere wurden anschließend in einem Tierheim untergebracht.
- Foto: FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR
- hochgeladen von Ramona Gintner
Bei einer Kontrolle im Großraum Linz sind Behörden auf mutmaßlich tierschutzwidrige Zustände gestoßen, wie der ORF Oberösterreich berichtet. Insgesamt 17 Hunde wurden einem Paar abgenommen. Gegen die Tierhalter wird nun wegen des Verdachts der Tierquälerei ermittelt.
GROßRAUM Linz. Der Fall kam laut Behörden eher zufällig ans Licht. Polizeibeamte waren am vergangenen Freitag aufgrund eines Todesfalls in einer benachbarten Haushälfte im Einsatz, als sie auf auffälliges Hundegebell aufmerksam wurden. Eine Polizistin veranlasste daraufhin eine Nachschau im angrenzenden Wohnbereich.
Dort stießen die Einsatzkräfte auf insgesamt 17 Hunde der Rasse Prager Rattler. Nach Angaben der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land wurden die Tiere unter Bedingungen gehalten, die den Anforderungen einer artgerechten Haltung nicht entsprochen haben sollen.
Hunde in Käfigen gehalten
und unzureichend versorgt
Wie Bezirkshauptmann Manfred Hageneder erklärte, waren mehrere Tiere in Käfigen untergebracht. Zudem hätten die Hunde zu wenig Auslauf sowie unzureichenden Zugang zu Tageslicht gehabt. „Es handelt sich um Situationen, die leider immer wieder vorkommen. Oft steckt dahinter eine falsch verstandene Tierliebe“, so Hageneder.
Viele Tierhalter würden die Zahl ihrer Tiere nach und nach erhöhen und dabei irgendwann die eigenen Möglichkeiten überschätzen. „Man kann bei einem Hund nicht Nein sagen, dann kommt ein weiterer dazu – und plötzlich sind es 17 Tiere. Irgendwann stößt man an seine Grenzen.“ Die Hunde, die jeweils nur wenige Kilogramm wiegen, wurden von den Behörden sichergestellt und in einem Tierheim untergebracht.
Anzeige wegen Tierquälerei
– Verfahren eingeleitet
Nach der Abnahme wurden die Tiere ins Tierheim Freistadt gebracht. Den Besitzern wurde eine Frist von zwei Monaten eingeräumt, um die Voraussetzungen für eine gesetzeskonforme Tierhaltung zu schaffen. Ob dies bei einer derart großen Anzahl an Hunden realistisch ist, wird von den Behörden jedoch bezweifelt.
Die Bezirkshauptmannschaft geht davon aus, dass die Tierhalter mit der Versorgung der Tiere überfordert waren. Gegen das Paar wird nun bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei erstattet. Zunächst soll das gerichtliche Verfahren abgeschlossen werden. Danach könnten zusätzlich verwaltungsrechtliche Konsequenzen folgen. Die Ermittlungen laufen.
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