"Bibertechnik" leistet Hilfe
Linz kämpft mit Wassermangel von 50 Pleschinger Seen
- Im Herbst 2024 trocknete ein rund ein Kilometer langer Abschnitt des Haselbachs komplett aus – für zahlreiche Lebewesen eine Katastrophe.
- Foto: Beaver Lab
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Linz kämpft derzeit mit einem Niederschlagsdefizit von 20 Milliarden Litern – das entspricht einer Wassermasse von knapp 50-Mal dem Pleschinger See. Die jüngste Trockenheitsphase in Linz wird damit als schwere Dürre eingestuft. Hilfe leistet die sogenannte "Bibertechnik" – sie schützt Teile des Haselbachs und Sammelgerinnes bis jetzt vor Austrocknung.
LINZ. In den Monaten Jänner, März, April und Mai fiel in Linz heuer deutlich zu wenig Niederschlag – nur im Februar wurde eine überdurchschnittliche Niederschlagssumme gemessen. Um die Trockenheit einzustufen, wird der SPEI-Trockenheitsindex herangezogen. Er stellt gegenüber, wie hoch an einem Ort die Verdunstung (angetrieben durch Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind und Luftfeuchtigkeit) im Vergleich zum Niederschlag ausfällt. Betrachtet man die Trockenheit in Linz über einen Zeitraum von knapp drei Monaten, zeigt sich, dass sie nach dem Index als schwere Dürre eingestuft werden kann. Fallweise wurde sogar die Grenze zur extremen Dürre knapp erreicht.
Linzer Bäche trocknen aus
"Neben der Hitze macht uns die Trockenheit auch in Linz immer mehr zu schaffen. Das geht an unserer Stadtnatur nicht spurlos vorüber. Auch Bäche trocknen aus. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir in Zukunft noch mehr mit solchen Hitze- und Trockenheitsphasen umgehen müssen", so Umwelt- und Naturschutzstadträtin Eva Schobesberger (Grüne).
Das von der Stadtklimatologie ausgewertete Niederschlagsdefizit von rund 20 Milliarden Litern bedeutet, dass über dem gesamten Linzer Stadtgebiet und im näheren Einzugsgebiet der Bäche seit Jahresanfang 20 Milliarden Liter zu wenig an Niederschlag gefallen sind. Umgelegt entspricht das knapp 50-mal dem Pleschinger See oder etwa 20-mal dem Pichlinger See.
- Über dem gesamten Linzer Stadtgebiet und im näheren Einzugsgebiet der Bäche ist seit Beginn 2026 in der Größenordnung von ca. 20 Milliarden Litern zu wenig an Niederschlag gefallen.
- Foto: Stadt Linz
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Biber können Hilfe leisten
Das "Beaverlab-Team" um Fabian Holzinger und Franziska Thurner hat zusammen mit dem städtischen Wasserbau gezeigt, dass einfache, aber innovative Methoden das Trockenfallen von Bächen in Zusammenarbeit mit Bibern abschwächen können. Die Bibertechnik schützt Teile des Haselbachs und des Sammelgerinnes vor Austrocknung. Mein Bezirk hat bereits genauer über das Konzept berichtet:
Seit März 2026 wurden aktiv sogenannte "Beaver Dam Analogs (BDAs)" gesetzt – das sind durch Menschenhand errichtete, naturnahe Holzstrukturen in Bächen, die die Funktion natürlicher Biberdämme nachahmen. Großteils wurden diese von der lokalen Biberfamilie aufgenommen und weiterverbaut. Das hat im Jahr 2026 dazu geführt, dass Sammelgerinne und Haselbach bis dato nicht trockengefallen sind. Allgemein kann durch BDAs die Trockenlegung der Urfahraner Bäche um etwa vier bis fünf Wochen hinausgezögert werden.
- Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) am Sammelgerinne bei einem Damm im Linzer Stadtgebiet.
- Foto: Stadt Linz
- hochgeladen von Julia Höllhuemer
Dämme zögern Austrocknen hinaus
Obwohl bereits Ende Mai ein Niederwasserstand von 17 Zentimeter gemessen wurde, gab es erst Anfang Juli die erste Meldung über eine ausgetrocknete Gerinnestrecke am Diesenleitenbach / Beginn Sammelgerinne. Diese Verzögerung gibt der Gewässerfauna Zeit, sich mit dem sinkenden Wasserstand in Richtung der Tümpel zurückzuziehen, was die Überlebenschancen erhöht.
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