Alles Energie AG

Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner.

Die Energiepreise seien wegen der Förderungen für Wind- und Sonnenkraft in Europa im Keller. Braunkohlewerke laufen in Deutschland wegen der geringen CO2-Kosten als Ausgleichsenergie zu Wind und Sonne auf Hochtouren. Und in Österreich lohnt es sich nicht mehr, ein Kraftwerk zu bauen.
Im Gegenteil: 2016 muss die Energie AG das Kohlekraftwerk Riedersbach II stilllegen und das Gas- & Dampfkraftwerk Timelkam kommt nur auf einen winzigen Teil der ursprünglich geplanten Betriebstunden.
Dieser Umbruch sorgt laut Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner dafür, "dass man das bisherige Geschäftsmodell als Energieversorger nicht so weiterführen kann". Statt wie früher mit dem Energieverkauf gutes Geld zu verdienen, müsse jetzt aus vielen kleinen Bereichen Profit geholt werden – und gespart.
Der größte Kostenhebel sei dabei für die Energie AG die nun erfolgte Eingliederung der OÖ. Ferngas AG. Der Markenname "Ferngas" verschwindet, künftig heißt es: "Alles Energie AG". "Wir haben das so umgesetzt, dass es keinen Wirbel gab. Darauf sind wir stolz, wollen uns aber auch vor allem bei den Betriebsräten bedanken. Gemeinsam ist es uns gelungen, die Synergien zu heben, aber die Unternehmenskultur nicht zu zerstören." Im Zuge der Umgliederung gehen 130 Mitarbeiter – davon alleine 35 vom Kraftwerk Riedersbach – auf freiwilliger Basis in Stufenpension. Die Kosten dafür trägt die Energie AG. Langfristig werde die Zahl der Energie AG-Mitarbeiter stagnieren, so Windtner.
Neben den Sparmaßnahmen, die bis 2020 jährlich rund 18 Millionen Euro bringen sollen, setzt er vor allem auf Energiedienstleistungen im Sinne des Kunden als Umsatzbringer: Energieausweise, Konzepte für bessere Energienutzung, Förderberatungen oder Energiemanagement im öffentlichen Sektor und für Unternehmen. Perfektes Beispiel sei die Wärmeversorgung von Fischer Sports FACC und Benteler in Ried durch eine Energie AG-Kombination aus Erdgas und Geothermie-Fernwärme. Diese und andere bereits umgesetzte Maßnahmen zur Neuaufstellung der Energie AG sorgen laut Windtner dafür, "dass wir auch heuer im Vergleich zu den anderen Energieversorgern beim Ergebnis gut unterwegs und in den nächsten Jahren österreichweit an der Spitze sind".
Aber: In spätestens vier bis fünf Jahren werde man wieder über Fusionen nachdenken. Immer wieder wird ja ein Zusammenschluss mit der Linz AG ins Spiel gebracht. Dadurch ließen sich laut Windtner zweistellige Millionenbeträge einsparen. "Die Salzburger haben gezeigt, dass Zusammenschlüsse möglich sind." Und der Energie AG-Generaldirektor erinnert, dass schon Ende 1999 die Allianz "Energie Austria" zwischen Verbund, Energie AG und Energie Steiermark "fix-fertig stand. Wenn sich der Markt weiter so entwickelt, wird man wieder stärker darüber nachdenken müssen." Aber das sei eine Eigentümerfrage.

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